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Anleger in Istanbul feiern den Wahlsieg Erdogans

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
25.06.2018, 10:13  |  398   |   |   

ISTANBUL (dpa-AFX) - Der Wahlsieg von Recep Tayyip Erdogan bei der türkischen Präsidentenwahl hat die Anleger in Istanbul begeistert. Die Landeswährung Lira erhielt am Montag Auftrieb und die Anleihekurse legten zu. An der Börse war der Leitindex ISE 100 in einer ersten Reaktion um bis zu 3,7 Prozent nach oben gesprungen, bevor er etwas zurückkam und zuletzt noch rund 2 Prozent gewann.

Damit erreichte der ISE 100 wieder das Niveau von Anfang Juni. Wegen der politischen Unsicherheit vor der Wahl aber steht seit Jahresbeginn gerechnet immer noch ein Minus von rund 15 Prozent zu Buche.

Zu Wochenbeginn nun lagen fast alle im ISE 100 notierten Aktien im Plus. Unter den Gewinnern zogen zum Beispiel die Papiere von Turkish Airlines um gut 7 Prozent an.

Die türkische Lira legte am Vormittag zum amerikanischen Dollar und zum Euro um jeweils zwei Prozent zu. Die Rendite zehnjähriger, auf US-Dollar lautender Staatsanleihen des Landes fiel um 0,1 Prozentpunkt auf rund zehn Prozent. Die Risikoaufschläge zu als sicher geltenden Wertpapieren wie deutschen Bundesanleihen verringerten sich spürbar.

Erdogan wird nun Staats- und Regierungschef und mit weitreichenden Vollmachten ausgestattet. Das Amt des Ministerpräsidenten wird abgeschafft. Das von Erdogans AKP angeführte Parteienbündnis errang der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge bei der Parlamentswahl am Sonntag außerdem die absolute Mehrheit der Sitze in der Nationalversammlung.

In der Türkei stünden die Zeichen nun auf Kontinuität, schrieb Analyst Murat Toprak von der Bank HSBC. Das Parlament und der Präsident könnten jetzt abgestimmt agieren und in den kommenden Monaten eine auf Dauerhaftigkeit angelegte Politik betreiben.

Commerzbank-Analyst Tatha Ghose schränkte ein, politische Stabilität sei kein Allheilmittel für die Türkei und die Lira. Die Risiken für die Zentralbank und deren Geldpolitik seien hoch. Einige Wochen vor der Wahl hatte Erdogan eine Währungskrise ausgelöst, weil er ankündigte, die Notenbank nach einer erfolgreichen Wiederwahl an die Kandare zu nehmen und für niedrige Zinsen sorgen zu wollen./la/bgf/jha/

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