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Dieselskandal, Deutsche Bank, instabile Regierung Bloomberg: WM-Aus ist Deutschlands kleinstes Problem

28.06.2018, 14:18  |  15048   |   

Dieselskandal, Deutsche Bank und eine instabile Regierung sind laut Bloomberg-Redakteur Stefan Nicola die wahren Probleme Deutschlands.

Das WM-Aus der DFB-Elf in der Vorrunde ist bitter, aber Deutschlands kleinstes Problem. Die nationale Erzählung, dass Deutschland fantastische Autos baut, großartigen Fußball spielt, stabile Regierungen wählt und eine solide Großbank mit weltweitem gutem Ruf besitzt, bekomme immer mehr Risse.

Die deutsche Automobilindustrie, einst stabile Säule der deutschen Wirtschaft, habe sich  durch den Dieselskandal zu einem Sorgenkind entwickelt. Keine Woche vergeht in der nicht neue Enthüllungen zum Diesel-Betrugsskandal ans Licht kommen. Erst letzte Woche wurde Audi-Chef Rupert Stadler wegen Verdunklungsgefahr verhaftet. Daraufhin sagte das Medienhaus Axel Springer die Verleihung des „Goldenen Lenkrads“ ab.

Der Dieselskandal ist aber nicht das einzige Problem der deutschen Autobauer. US-Präsident Donald Trumps angedrohten Auto-Zölle würden sich schmerzhaft auswirken, auch wenn die Deutschen gerne das Gegenteil behaupten. Die Daimler AG, Sponsor der deutschen Fußballmannschaft, musste ihre Gewinnprognose wegen des drohenden Handelskriegs sogar drastisch revidieren.

Bei der Deutschen Bank sieht es ähnlich düster aus. Nicht nur, dass Banker in Scharen Deutschlands größtem Geldinstitut den Rücken kehren, das Dax-Unternehmen schneidet in diesem Jahr mit Abstand am schlechtesten ab und verlor seit Anfang 2018 fast 43 Prozent seines Wertes. Heute stürzte die Deutsche-Bank-Aktie sogar auf ein 35-Jahres-Tief, so das Manager Magazin.

Deutsche Bank

Dann wäre da noch die Regierung Angela Merkel, die ebenfalls vor einer unsicheren Zukunft steht. Nur drei Monate nachdem sie eine neue große Koalition für ihre vierte Amtszeit zusammengeschustert hat, ringt diese angesichts des Asylstreits in der Union um Handlungsfähigkeit. Eine stabile Regierung sehe anders aus, so das Urteil von Stefan Nicola.

Fazit: Über die eigenen Probleme redet man ungern, manchmal ist es deshalb gut, wenn andere es für einen tun. Jetzt ist es an der Zeit die Probleme Deutschlands anzugehen.

Quelle:
Bloomberg: “Germany Has More to Worry About Than Going Out of the World Cup”
Manager Magazin: “Deutsche-Bank-Aktie stürzt auf 35-Jahres-Tief”

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