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Staatsanleihen Gegen den Trend: Hedgefonds setzt auf schwache Italien-Anleihen

03.07.2018, 12:39  |  1879   |   |   

Fondsmanager der italienischen Hedge Invest trauen sich was und wetten gegen den Trend auf eine bessere Performance von italienischen Staatsanleihen. Diese gehören im Euroraum zu den zurzeit unbeliebtesten Staatspapieren.

Hedge Invest-Manager Filippo Lanza aus London ging laut Bloomberg erstmals am 29.05.2018 eine Long-Position bei Euro-Peripherieanleihen für den von ihm verwalteten HI Numen Credit Fonds ein. Am gleichen Tag erreichten die Renditen 10-jähriger italienischer Staatsanleihen erstmals ein Vierjahreshoch und die erste Regierungsbildung nach den Wahlen in Italien scheiterte.

Zurzeit läuft der Markt noch nicht in die von Lanza gewünschte Richtung. Die Renditen der 10-jährigen italienischen Staatsanleihen sind seit der Bildung der ersten populistischen Regierung massiv gestiegen. Viele Anleger sind sich unsicher, wie die neue Regierung das Land im Euro-Währungsverbund positionieren will. Das Italexit-Gespenst geht um. Zudem droht eine hohe Schuldenlast den italienischen Staat zu erdrücken.

Hedge Invest setzt auch auf griechische Bonds

In den vergangenen zwei Wochen eröffnete Lanza wieder Long-Positionen auf italienische und griechische Anleihen. Lanza nimmt an, dass sich die Renditeaufschläge der Bonds verringern werden. Lanzas Investment-Entscheidung richtet sich damit klar gegen die Stimmung der Anleger auf dem Markt.

Lanza dirigiert für Hedge Invest zwei Rentenfonds. Die italienische Gesellschaft verwaltet nach eigenen Angaben ein Gesamtvermögen von 1,3 Milliarden Euro (Assets Under Management - AUM). Zum Vergleich: Hedgefonds-Manager von Bridgewater Associates aus den USA, der zu den zehn größten Hedgefonds der Welt zählt, kümmern sich um ein Vermögen von circa 100 Milliarden Euro (AUM).

Hedge Invest betont auf der Unternehmenswebseite die Nähe zum italienischen Markt. Dort heißt es, dass das Unternehmen "einer der aktivsten Akteure in der europäischen Alternative Asset Management Branche und führend auf dem italienischen Markt" sei.

Lanza: „Steuerunion in den nächsten zwei Jahren“

Lanza geht im Gegensatz zu den meisten Investoren davon aus, dass die neue populistische Regierung in Italien für Stabilität sorgen und Italien sich gut in den Euro-Raum einfügen wird: "Die italienische Regierung wurde bei einigen Themen als aggressiv empfunden, aber es ist klar geworden, dass sie sich sehr auf das Thema Einwanderung konzentriert und sich als pragmatischer erwiesen hat, als die Investoren erwartet hatten", wird Lanza von Bloomberg zitiert. "Der Markt unterschätzt das politische Engagement und die Unterstützung der Bürger für das europäische Projekt und wir glauben, dass es in den nächsten zwei Jahren zu einer Art Steuerunion kommen wird", so Lanza weiter mit Blick auf das Verhältnis der Italiener zum Euro-Raum.

Der Renditespread zwischen italienischen 10-jährigen Anleihen und deutschen Bundesanleihen betrug am Montag laut Bloomberg-Daten rund 243 Basispunkte, nachdem er Ende Mai auf 290 Basispunkte gestiegen war, den breitesten seit fünf Jahren. Die Messlatte lag in diesem Jahr vor Mitte Mai unter 150 Basispunkten.

Die Rendite der 10-jährigen italienischen Staatsanleihen notierte am Dienstag, 03.07.2018, zeitweise bei 2,623 Prozent. Die der 10-jährigen deutsche Bundesanleihe lag bei 0,322 Prozent.

Quellen:

Bloomberg

Hedge Invest

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