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Duell der Tesla-Herausforderer: Geely-Aktie gegen BYD-Aktie

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
07.07.2018, 09:49  |  3319   |   |   

Tesla (WKN:A1CX3T) hat die Automobilbranche ordentlich aufgewirbelt. Investoren sollten sich allerdings nicht nur auf die Tesla-Aktie fokussieren.

Denn auch in China gibt es vielversprechende Aktien aus dem Automobilsektor, die BMW, Daimler und Co. ordentlich einheizen könnten. Ich spreche von Geely (WKN:A0CACX) und BYD (WKN:A0M4W9).

Welche der beiden Aktien in meinen Augen der bessere Kauf ist, erfährst du, wenn du weiterliest.

Runde 1: Die Geschäftsmodelle

Die Geschäftsmodelle von Geely und BYD sind ziemlich unterschiedlich. Deshalb sollten wir uns anschauen, was die beiden genau machen und welches Geschäftsmodell langfristig erfolgreicher sein könnte.

Geely ist ein reiner Automobilhersteller, der sich auf die Entwicklung, Produktion und den Verkauf von Pkw fokussiert. Daneben agiert Geely noch als Investmentholding, wieder praktisch ausschließlich am Automobilmarkt.

So besitzt man unter anderem Volvo Cars, Lotus und seit diesem Jahr ein Aktienpaket von Daimler.

Das Geschäftsmodell von BYD, übrigens die Abkürzung für Build Your Dreams, steht auf mehreren Säulen. Laut Unternehmensangaben hat man sich auf die folgenden Branchen spezialisiert:

  • IT
  • Automobile
  • neue Energie
  • Schienenverkehr

Bei den Automobilen sei erwähnt, dass BYD einer der größten Elektroautobauer der Welt ist. Laut eigenen Angaben der Einzige, der sowohl Batterietechnik, Elektromotor, Steuerung, Ladeinfrastruktur und Produktion der Autos unter einem Dach vereint. Man darf sich also zurecht als Tesla-Herausforderer bezeichnen.

Interessant sind auch die Aktivitäten bei den neuen Energien. Dort beschäftigt man sich unter anderem mit Energiespeichern aller Art – vom Smartphone-Akku bis hin zum Energiespeicher für Wind- und Solaranlagen.

Insbesondere die Speicherlösungen für regenerative Energie finde ich sehr interessant. Stellt die Speicherung von grünem Strom aktuell doch das Hauptproblem der Energiewende dar.

BYD ist also kein reiner Automobilkonzern, sondern vielmehr ein Speicherhersteller, der rund um seine Batterien Autos, Busse, Lkws und Züge entwickelt und außerdem im Energiegeschäft mitmischt. Wirklich spannend!

Es wird dich jetzt möglicherweise überraschen, dass ich trotzdem das Geschäftsmodell von Geely bevorzuge. Denn ich persönlich mag Unternehmen, die sich auf eine Sache konzentrieren. Meine erfolgreichsten Investments, beispielsweise Apple, Rational und Visa, sind allesamt stark fokussierte Unternehmen.

Meine schlechteste Aktie ist mit General Electric ein Mischkonzern und damit das genaue Gegenteil von Fokussierung. Deshalb bevorzuge ich in diesem Vergleich das Geschäftsmodell von Geely.

Geely 1 : 0 BYD

Runde 2: Die Zahlen

In der zweiten Runde möchte ich das Wachstum, die Profitabilität und die Verschuldung anhand von Kennzahlen genauer unter die Lupe nehmen.

Umsatzwachstum 2017 operative Marge 2017 Zinsdeckungsgrad 2017
Geely               72,7 %              13,8 %               78,7
BYD                2,4 %               5,5 %                2,4

Quellen: Geschäftsberichte 2017

Das Wachstum lässt sich am besten durch einen Blick auf die Umsatzentwicklung bewerten. Denn der Umsatz zeigt, ob ein Unternehmen es geschafft hat, mehr von seinen Produkten zu verkaufen, oder nicht. Während Geely 2017 ein atemberaubendes Wachstum an den Tag legte, ging es bei BYD eher gemächlich zu.

Es ist ein typisches Phänomen von großen Mischkonzernen, und in meinen Augen ist BYD ein solcher, dass sie langsamer wachsen als Unternehmen, die sich auf eine Produktgruppe konzentrieren. Denn selten läuft es in allen Geschäftsbereichen perfekt, was aber nötig wäre, um solch ein spektakuläres Wachstum wie Geely hinzulegen.

Natürlich arbeitet dieser Effekt auch in die andere Richtung. Wenn ein Bereich schlecht läuft, dann kann ein anderer das ausgleichen. Wer nur in einer Branche tätig ist, dem bläst der Wind selbstverständlich stärker ins Gesicht, wenn es in dieser Branche dann mal schlecht läuft.

Ich persönlich bevorzuge allerdings schnell wachsende Unternehmen, weshalb mich Geely in diesem Punkt überzeugt und BYD nicht. Auch was die Profitabilität betrifft, hat Geely die Nase vorne. Eine operative Marge von fast 14 %, wohlgemerkt nach Zinsen und vor Steuern, ist ein Wert, von dem selbst BMW und Daimler nur träumen können.

BYD liegt weit hinter diesem Wert zurück, was allerdings kein Zeichen der Schwäche sein muss. Denn die Profitabilität eines Mischkonzerns mit der eines reinen Autobauers zu vergleichen, wäre nicht zielführend.

Die Verschuldung hingegen lässt sich sehr wohl vergleichen. Das Verhältnis von Vorsteuergewinn zu Zinszahlungen, auch Zinsdeckungsgrad genannt, zeigt, dass BYD viel stärker unter seiner Schuldenlast zu leiden hat als Geely. Während der Gewinn von Geely die Zinszahlungen um das 78-Fache deckt, tut er das bei BYD nicht mal um das 3-Fache.

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