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Energiedarlehen Türkei: Die versteckte Zeitbombe im Finanzsystem

11.07.2018, 15:13  |  25383   |  10   |   

Laut eines Berichts von "Bloomberg" sind türkische Energiekonzerne massiv überschuldet. Wegen des Lira-Verfalls könnten viele Energieerzeuger ihre Schulden nicht begleichen. Droht der Türkei eine Bankenkrise?

In den letzten 15 Jahren haben türkische Kreditinstitute viele Milliarden Dollar in Energieerzeugungsprojekte im eigenen Land gesteckt. Der türkische Industrie- und Handelsverband geht von 95 Milliarden US-Dollar aus. Davon verbleiben 51 Milliarden US-Dollar als Restschulden. Der Lira-Crash habe bei vielen Energieversorgern jedoch zu einem Missverhältnis zwischen Einkommen und Kreditkosten geführt. Die Überschuldung vieler türkischer Energiekonzerne stellt ein erhebliches Risiko für die Banken des Landes dar.

Gegenüber "Bloomberg" sagte Zumrut Imamoglu, Chefökonom des türkischen Industrie- und Handelsverbandes TÜSİAD: "Die Lira-Abwertung in den letzten Jahren war unerwartet, aber das ist nicht der einzige Faktor. Während die Kosten aufgrund des Währungsschocks steigen, können Unternehmen ihre Preise aufgrund staatlicher Regulierung und Preisobergrenzen nicht entsprechend anpassen, was wiederum finanzielle Probleme verursacht".

Cem Asik, Vorsitzender des Verbandes der Stromerzeuger erklärt: "Kraftwerke ohne Stromabnahmeverträge müssen jährlich fast drei Milliarden US-Dollar an die Banken zahlen. Dies ist jedoch fast 2,5 Milliarden US-Dollar mehr ist als was sie einnehmen".

Kraftwerke, die über Einkaufsgarantien oder langfristige Vereinbarungen mit der Regierung verfügen, müssen den Banken nach Angaben des Branchenverbands jährlich fast 4 Milliarden Dollar zurückzahlen. Dabei fielen alleine 2,6 Milliarden US-Dollar pro Jahr an Zinsen an, so eine Studie der Boston Consulting Group, die von TÜSİAD in Auftrag gegeben wurde.

Laut JPMorgan Chase & Co. sind türkische Banken am stärksten von Krediten in Fremdwährung betroffen. Kredite von türkischen Energieunternehmen in Höhe von mindestens 6,1 Milliarden werden derzeit umstrukturiert oder refinanziert, so "Bloomberg". Türkische Unternehmen aus verschiedenen Branchen haben zugestimmt oder befinden sich immer noch in Verhandlungen, um Darlehen in Höhe von mindestens 24 Milliarden US-Dollar zu reorganisieren. Atilla Yesilada, Ökonomin für GlobalSource Partners in Istanbul, erklärte gegenüber "Bloomberg": "All diese Umstrukturierungen und der Anstieg von Krediten, die in Bankportfolios beobachtet wurden, signalisieren, dass im Bankensystems eine Bombe tickt".

Quelle:

Bloomberg

 
Wertpapier
EUR/TRY


10 Kommentare

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Kommentare

Also ich argumentiere mal in deiner Sprache & Logik....

1) Klar gibt es die Finanzjuden! Die stehen jeden Tag morgens auf und fragen sich, welches hart arbeitende, ehrliche Volk sie heute fertig machen wollen.
2) Der allmächtige Erdo hat aber schon vor Wochen die Türken dazu aufgerufen, ausländische Währung (also Euro oder US Dollar) in Lira zu tauschen, siehe hier

http://www.haz.de/Nachrichten/Politik/Deutschland-Welt/Erdog…

Hannover ist so unwichtig, da kümmern sich die Finanzjuden nicht drum, deshalb kann das auch keine Fake News sein, dass Erdo zum Tausch in Lira aufgerufen hat.
3) Der Kurs der Lira schmiert seit dem aber weiter ab. Dazu gibt es nur 2 mögliche Erklärungen: Die Türken wollen oder können dem Erdowahn nicht folgen. Wenn sie keinen ausländischen Zaster haben zum Tauschen, ist die Türkei platt/insolvent, weil sie in Dollar und Euro Schulden hat, aber kein Türke hat mehr Devisen. Und das Spielgeld mit dem Atatürk vorne drauf will keiner für echtes Geld haben.
Sollten die Türken jedoch genügend Geld haben, aber es nicht getauscht haben, dann würden sie ja dem größten Türken seit Atatürk nicht folgen und gehorchen! Mon Dieu! Am Ende sind es gar die Türken selbst, die ihre Lira zu welchem Preis auch immer in echtes Geld tauschen!!!
4) Wer aus seiner eigenen Notenbank einen Kindergarten macht und seinen Schwiegersohn als Finanzminister einsetzt und Simsek, den einzigen Türken in der Regierung mit Verstand feuert, der darf sich nicht wundern, dass Nicht-Türken ihre Lira gaaaaaaaaaanz schnell abziehen, um noch schnell den krassen 3er BMW vollzutanken...

Kapiert?
Zitat von Sdege: Seit jahren berichten die Zionistische Rating Agenturen und die Zionistische Presse über die Türkische Wirtschaft daß das Türkei fast pleite ist. Lügen kann ja jeder ....


Genau diese Haltung bzw. Behauptung ist der Grund dafür, dass die Türkei die falschen (bzw. keine) Maßnahmen ergreift, um das Finanzsystem der türkei zu stabilisieren.

Die Türkische Wirtschaft steht an dem Rand einer Katastrophe - und die geht dann praktisch zu 100% auf das Konto von Erdogan.
Klingt sehr nach Erdowahn deine Äußerungen.
Das mit den Banken könnte wahr sein,aber dein „Hass“ auf den Zionismus ist aus der Luft gegriffen.
Das sind typische Floskeln aus dem antisemitischem Lager vieler islamischer Staaten.
Das Finanzjudentum,was es nicht gibt, hat es nicht einfach in schlechten Zeiten,würde ich deine Sichtweise vertreten.
Aber ihr habt ja euren Kemalismus.
Ist der nicht stärker als jedes andere System?
Einfach alles,wie vieles andere in der Türkei, in Atatürk umbenennen, dann sollte es klappen.
Atatürk Lira gegen zionistisches Finanzsystem.
Dann muss es einfach bergauf gehen mit der türkischen Wirtschaft.
D.h. du behauptest, dass alle News über die prekäre türkische wirtschaftliche Lage aus der Luft gegriffen resp. fake News sind?

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