Marktkommentar August 2018

10.09.2018, 08:49  |  2375   |   |   

Seit dem Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2008 haben die internationalen Notenbanken die Zinsen auf den tiefsten Stand seit 5.000 Jahren abgesenkt, und finanzieren die inzwischen weltweit exponentiell wachsenden Schuldenberge auch noch per Inflationspolitik. Da die „Währungshüter“ mit dieser historisch beispiellosen Geldpolitik immer größere Risiken für die Stabilität des heutigen Finanzsystems erzeugen, haben wir die Investitionen in unseren Fonds in den letzten Jahren immer stärker auf Edelmetalle und Edelmetallminenaktien fokussiert.

Geldpolitik EZB: Wer wie die EZB eine whatever-it-takes-Euro-Rettungsgarantie abgibt und auch noch die EU-(Pleite-)Staaten mit der Druckerpresse finanziert, hat sich zweifelsfrei in den Dienst der (EU-)Politik gestellt. Nachdem die EZB bis dato rund 350 Mrd. Euro in italienische Staatsanleihen gesteckt hat (rund 17% ihres PSPP-Programmvolumens), beginnt das so auf einen 2.323-Mrd.-Euro-Schuldenberg „hoch gerettete“ Italien seine „Retter“ angesichts der zuletzt deutlich gestiegenen Zinsen nun genau damit zu erpressen. „Dank“ genügend kritischer Ausfallmasse haben die „Wünsche“ der italienischen Politiker allergrößte „Systemrelevanz“, woran der Vorsitzende des Haushaltsauschusses, Claudio Borghi, mit seiner Forderung, „Entweder wird die EZB eine Garantie stellen (Maximalzins?) oder der Euro wird zerfallen … da gibt es keine dritte Möglichkeit“, auch keinen Zweifel aufkommen ließ. Draghi & Co sollen also alle Ausgaben der italienischen Regierung im Endeffekt bedingungslos finanzieren, während der italienische Ökonom Rinaldi die Mär verbreitet, die resultierende Geldentwertung würde ein Beschäftigungswunder entfachen!? Dessen Aussage, „Mir sind 7% Inflation und eine Arbeitslosenquote von 2% lieber als 2% Inflation und eine Arbeitslosenquote von 7%“, erinnert an Helmut Schmidt, der 1972 ähnliches forderte und 10 Jahre später feststellen musste, dass die gewünschte hohe Inflation (5,2%) eine … noch höhere Arbeitslosenquote (7,5%) im Gepäck hatte.

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