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Marktkommentar August 2018

Gastautor: mack-weise
10.09.2018, 08:49  |  1016   |   |   

Seit dem Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2008 haben die internationalen Notenbanken die Zinsen auf den tiefsten Stand seit 5.000 Jahren abgesenkt, und finanzieren die inzwischen weltweit exponentiell wachsenden Schuldenberge auch noch per Inflationspolitik. Da die „Währungshüter“ mit dieser historisch beispiellosen Geldpolitik immer größere Risiken für die Stabilität des heutigen Finanzsystems erzeugen, haben wir die Investitionen in unseren Fonds in den letzten Jahren immer stärker auf Edelmetalle und Edelmetallminenaktien fokussiert.

Geldpolitik EZB: Wer wie die EZB eine whatever-it-takes-Euro-Rettungsgarantie abgibt und auch noch die EU-(Pleite-)Staaten mit der Druckerpresse finanziert, hat sich zweifelsfrei in den Dienst der (EU-)Politik gestellt. Nachdem die EZB bis dato rund 350 Mrd. Euro in italienische Staatsanleihen gesteckt hat (rund 17% ihres PSPP-Programmvolumens), beginnt das so auf einen 2.323-Mrd.-Euro-Schuldenberg „hoch gerettete“ Italien seine „Retter“ angesichts der zuletzt deutlich gestiegenen Zinsen nun genau damit zu erpressen. „Dank“ genügend kritischer Ausfallmasse haben die „Wünsche“ der italienischen Politiker allergrößte „Systemrelevanz“, woran der Vorsitzende des Haushaltsauschusses, Claudio Borghi, mit seiner Forderung, „Entweder wird die EZB eine Garantie stellen (Maximalzins?) oder der Euro wird zerfallen … da gibt es keine dritte Möglichkeit“, auch keinen Zweifel aufkommen ließ. Draghi & Co sollen also alle Ausgaben der italienischen Regierung im Endeffekt bedingungslos finanzieren, während der italienische Ökonom Rinaldi die Mär verbreitet, die resultierende Geldentwertung würde ein Beschäftigungswunder entfachen!? Dessen Aussage, „Mir sind 7% Inflation und eine Arbeitslosenquote von 2% lieber als 2% Inflation und eine Arbeitslosenquote von 7%“, erinnert an Helmut Schmidt, der 1972 ähnliches forderte und 10 Jahre später feststellen musste, dass die gewünschte hohe Inflation (5,2%) eine … noch höhere Arbeitslosenquote (7,5%) im Gepäck hatte.

Fed: „Ich bin nicht davon begeistert, dass er die Zinsen erhöht. Nein, ich bin nicht begeistert,“ so Donald Trump, der im Hinblick auf den Zollstreit mit China und Europa von der US-Notenbank verlangt, dass diese ihm „etwas helfen sollte“. Offen stellt Trump damit die (formale) Unabhängigkeit der Fed in Frage, zumal er diese offenbar nur dann akzeptieren will, wenn die Notenbank „das tut, was gut für das Land ist“ – also das macht, was ein Trump will! Zwar betonte Fed-Chef Powell, sich von Trumps Angriffen nicht beeinflussen zu lassen, doch seine whatever-it-takes-Rede auf dem Notenbanker-Treffen in Jackson Hole lässt da eine andere Interpretation zu. Plötzlich sieht Powell nun auf Dauer keine Inflationsgefahren mehr, so dass bereits die nächste – gesichtswahrende – Zinsanhebung im September dann auf lange Sicht die letzte gewesen sein könnte!

US-Aktienmärkte: Ungeachtet des US-Handels- und Wirtschaftskrieges oder einer eskalierenden Währungskrise in zahlreichen Emerging Markets-Staaten gab es im August in den USA wieder viel zu feiern, ob nun die längste Börsenrallye aller Zeiten, die immer neuen S&P500- oder NASDAQ-Höchststände oder den „endlich“ auf über eine Billion USD gekletterten Marktwert von Apple. Noch immer werden die US-Aktien als nicht sonderlich überteuert angepriesen, obwohl doch deren aktuellen Marktkapitalisierung in Relation zur jährlichen Wirtschaftsleistung eine historische Überbewertung anzeigt. Selbst der US-Nebenwerte-Index Russell 2000 ist Teil der großen Party, und dass, obwohl rund 60% (!) der Schulden dieser Unternehmen nur als „junk“, also als Kreditmüll bewertet werden können.

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