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Leute, Amazon ist nicht Facebook

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
10.09.2018, 10:36  |  383   |   |   

Am Dienstag (04.09.2018) war Amazon.com (WKN: 906866) verständlicherweise das Hauptthema bei CNBC, nachdem die Marktkapitalisierung erstmalig 1 Billion USD überschritten hatte. Der führende Online-Händler ist erst das zweite US-Unternehmen, das diese 13-stellige Zahl erreicht hat und die Zeit wird zeigen, ob der unmittelbare Rückschlag nach Überschreiten dieser Schwelle anhalten wird.

Amazon hat sich im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt, eine ziemlich starke Leistung für ein Unternehmen von der Größe des dot-com-Lieblings. CNBC interviewte Mark Mahaney von RBC Capital Markets und einer der Gastgeber fragte, ob es richtig sei, dass Amazon im vergangenen Jahr im Wesentlichen die Marktkapitalisierung von  Facebook (WKN: A1JWVX) von rund 510 Milliarden USD hinzugewonnen hat.

Warum sollte jemand so etwas tun? Warum sollten wir eine Aktie mit der Marktkapitalisierung einer anderen Aktie vergleichen? Ich verstehe schon. Ein Aktienkurs und damit seine Marktkapitalisierung sowie sein Unternehmenswert sind Marktwährungen. Vielleicht kommen wir irgendwann zu dem Punkt, an dem wir das Bruttoinlandsprodukt mit Amazon´s-Umsatz, politische Popularitätsumfragen mit Facebook-Klicks und Beschäftigungszahlen mit Prime Day-Aufträgen vergleichen. Allerdings sind wir dort zum Glück noch nicht angekommen.

Manche Dinge passen einfach nicht zusammen

Du könntest zwei Facebook´s zusammenlegen, um ungefähr dorthin zu gelangen, wo Amazon heute steht und obwohl das ein praktisches Bild ist, ist es ziemlich irrelevant. Es ist auch nicht fair gegenüber beiden Unternehmen. Amazon ist im vergangenen Jahr um 107 % gestiegen und während der Zuwachs ausreicht, um die Marktkapitalisierung von Facebook abzudecken, ist es schwierig zu sagen, dass dies nicht gerechtfertigt sei.

Lasst uns die Übung humorvoll gestalten. Wir sollten schockiert sein, dass Amazon im letzten Jahr um eine ganze Facebook gewachsen ist, aber die Rechnung geht bei mir immer noch auf. Fangen wir ganz oben an. Facebook hat in den letzten vier Quartalen 48,5 Milliarden USD an Umsatz erwirtschaftet. Das ist viel Geld, aber der Umsatz von Amazon in den gleichen 12 Monaten ist um fast 58 Milliarden USD gestiegen (von 150,2 auf 208,1 Milliarden USD). Ja, Facebook’s Umsatzmultiplikator ist mehr als doppelt so hoch wie der von Amazon (für diejenigen, die zu Hause mitrechnen).

Man könnte argumentieren, dass Facebook´s Umsätze wertvoller sind als jene von Amazon, da es höhere Margen besitzt. Das ist fair, aber Amazon geht in die richtige Richtung. Das Unternehmen arbeitet an seinem vierten rentablen Jahr in Folge, wobei die Margen im Laufe der Zeit gestiegen sind. RBCs Mahaney ist langfristig optimistisch, wenn es um Amazon geht und er glaubt, dass das starke Wachstum in den Bereichen Online-Werbung und Cloud Computing die Margen weiter erhöhen wird. Er hält eine operative Marge im zweistelligen Prozentbereich für möglich, von der niemand annahm, dass sie bei Amazon jemals möglich wäre.

Es ist auch nicht fair, Amazon in Facebook-Maßeinheiten zu messen, da sich jedes Unternehmen an einem anderen Punkt in Bezug auf die Marktstimmung befindet. Beide Online-Giganten stehen unter politischem Beschuss, aber die Situation bei Amazon ist weniger schlimm. Es ist seltsam, Amazon im Fadenkreuz der politischen Linken und Rechten zu sehen, aber das sind Lohn- und Steuerfragen, die einfacher zu lösen sind als die regulatorischen Änderungen, die Facebook und andere Social Media-Seiten treffen könnten, wenn alles zusammenkommt. Amazon muss vielleicht etwas mehr für Waren ausgeben, aber Facebook und seine Wettbewerber müssen das Social-Media-Modell neu erfinden, wenn Data Mining, Benutzerdatenschutz, Ad-Targeting und die Weitergabe von Feeds zu politischen Diskussionspunkten werden.

Amazon erreichte diese Woche neue Höchststände. Facebook ist nach wie vor ein langfristiger Gewinner, aber es gibt Zweifel daran, was bei der zukünftigen Monetarisierung des Social-Networking-Giganten akzeptabel sein wird und was nicht.

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