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Meinung: Gordon Brown warnt vor nächster Finanzkrise

13.09.2018, 09:23  |  11047   |   |   

Die Welt ist nicht bereit, sich mit einer weiteren Finanzkrise auseinanderzusetzen, sagte der ehemalige Premierminister des Vereinigten Königreichs Gordon Brown gegenüber der "BBC".

In den Augen von Gordon Brown bedeutet ein Zusammenbruch der internationalen Zusammenarbeit, dass die Nationen nicht in der Lage wären, gemeinsam gegen zukünftige Bedrohungen - die zahlreich sind - vorzugehen. "Ich habe das Gefühl, dass wir schlafwandelnd in die nächste Krise schlittern", sagte Brown.

Brown sagte: "Dies ist eine Welt ohne Führer und ich denke, wenn die nächste Krise kommt, werden wir feststellen, dass wir weder den steuerlichen noch den monetären Handlungsspielraum noch die Bereitschaft haben, die notwenigen Maßnahmen zu ergreifen". Und weiter: "Aber vielleicht am beunruhigendsten ist, dass wir nicht die internationale Zusammenarbeit haben werden, die notwendig ist, um uns aus einer weltweiten Krise zu befreien".

Unmittelbar nach dem Zusammenbruch des Wall Street-Bankenriesen Lehman Brothers war die britische Regierung eine der ersten, die sich für die Verwendung öffentlicher Gelder zur Rekapitalisierung scheiternder Banken einsetzte und genau das tat - indem sie Steuergelder in Lloyds, HBOS und RBS pumpte. 

In der Finanzkrise wurden auch Fehler gemacht, räumt der ehemalige Premierminister ein. "Ich will ehrlich sein. Einige dieser Banker hätten ins Gefängnis gehen sollen. Bis wir die richtigen Gesetze haben, um die Schuldigen finden und zeigen, dass es klare Strafen gibt, werden die Leute denken, dass die Banker damit durchgekommen sind". Ferner kritisierte der ehemalige Gouverneur der Bank of England, Mervyn King, wie Browns Regierung seinerzeit das Regulierungssystem gestaltet hat. Brown ist jedoch der Meinung, dass kein nationales Warnsystem so ausgestattet sei, dass es das Gesamtbild erfassen könne.

Ein globales Problem erfordert eine globale Zusammenarbeit, so Brown. Ohne ein globales Vorgehen zeichnet Brown ein düsteres Bild von unserer Fähigkeit, die nächste Krise zu bewältigen. Er vertritt die Auffassung, dass es möglich sei, dem abnehmenden Vertrauen in die Märkte durch koordinierte Maßnahmen zwischen Regierungen und Regulierungsbehörden, die sich gegenseitig vertrauen, entgegenzuwirken. Jedoch sieht Brown eine große Gefahr. "Es gibt Spaltung und Protektionismus und ich fürchte, dass eine neue Krise dazu führen könnte, dass Nationen versuchen, die Schuld auf einander abzuwälzen", so Brown.

Quelle:

BBC

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Kommentare

Krisen sind ein wichtiger Teil des Systems. Wer Krisen nicht zulässt bekämpft die Selbstheilungskräfte der Wirtschaft und des Finanzsystems. Das Resultat von Interventionen ist bestenfalls Zeitgewinn (der aber in aller Regel nicht zu Strukturanpassungen genutzt wird) und wie wir am aktuellen Beispiel nach 2007 sehen können eine Verschärfung der Krisen-Ursachen. Das Fieber wird unterdrückt, die eigentliche Krankheit entwickelt sich zu weiter … vielleicht bis zur Katastrophe.
Es gäbe keine Finanzkrisen, wenn die Schuldner ihre Schulden zurückzahlen würden.
Leute, die massenhaft ihre Schulden/Gläubiger prellen, sind verantwortlich für Finanzkrisen.
Nicht die "Reichen", die "Kapitalisten", sondern die sich selbst überschätzenden Kreditnehmer.
Also bitte, ihr Loser, hört auf, mit Kredit zu zocken!
:eek:
Das ist doch alles ganz einfach.Bei der nächsten Finanz oder Banken Kriese wird die Einlagensicherung nicht 100 K sein sonder nur noch 20 K ,oder noch weniger sein .Der Rest ist weg.Der Staat vor Privat.Noch so eine teure Rettungsaktion kann sich die Welt nicht mehr leisten.
Hätte man die Banken in den 80 igern nicht de reguliert wäre das ganze nicht passiert.

Man hat den Bock zum Gärtner gemacht, das ist der Fehler und nicht die fehlende Zusammenarbeit.!!

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