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2019 könnte ein schwieriges Jahr für die US-Ölbranche werden

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
13.09.2018, 14:30  |  439   |   |   

Die Ölfördermenge in den USA wächst mit atemberaubender Geschwindigkeit. Laut der US Energy Information Administration (EIA) wird der durchschnittliche Output 2018 bei 10,7 Millionen Barrel pro Tag (BPD) liegen. Dies wäre eine Steigerung von 1,3 Millionen BPD gegenüber letztem Jahr und würde sogar den Rekord von 1970 brechen. Zudem geht die EIA für 2019 von zusätzlichen 1 Million BPD aus. Das übertrifft die ursprüngliche Erwartung von Anfang des Jahres um 400.000 BPD.

Allerdings scheint die Wachstumsrate für 2019 übermäßig optimistisch, wenn man bedenkt, dass der Haupttreiber, das Permische Becken in Westtexas und Südost New Mexiko, an die Kapazitätsgrenze seiner Pipelines stoßen könnte. Dieses Problem könnte der dort tätigen Ölbranche ein herausforderndes Jahr bescheren. Investoren sollten dies nicht aus den Augen verlieren.

Die Kapazitätsgrenze ist bald erreicht

Ölunternehmen im Permischen Becken förderten letzten Monat durchschnittlich 3,4 Millionen BPD. Das sind 46 % der Ölmenge, die aus Ölschiefer gewonnen wird. Die Kapazität der Pipelines in dieser Region liegt jedoch bei 3,6 Millionen BPD. Daher wird es bald eng. Dies wird deutlich, wenn man sich die Mengenzuwächse anschaut. Momentan kommen jedes Jahr 800.000 BPD hinzu. Daher ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Pipelines voll sind.

Es gibt aber auch Hoffnung. Pipelineunternehmen bauen neue Trassen, so schnell sie können. Plains All American Pipeline (WKN:917437) strengt sich an, die Entwicklung seiner zwei Pipelineprojekte zu beschleunigen, um sie eher in Betrieb zu nehmen als geplant. Das erste Projekt, Sunrise, ist ursprünglich für Januar 2019 geplant. Das zweite Projekt, Cactus II, soll laut bisheriger Planung im vierten Quartal 2019 fertiggestellt werden. All American Pipelines investiert mehr Geld, um die Materiallieferungen und Unteraufträge zu beschleunigen. Zudem werden provisorische Generatoren aufgestellt, die später durch einen Stromnetzanschluss ersetzt werden. Aber trotz der Anstrengungen dürften die Kapazitätssorgen nicht so schnell verfliegen.

Warnsignale werden deutlicher

“Diese Herausforderungen dürften eine dämpfende Wirkung auf Fördermengenwachstum, Bohrturmpreise und Investitionsniveaus in den kommenden Jahren haben”, sagte der CEO des Öl-Dienstleisters Schlumberger (WKN:853390). Darum denkt der CEO von Schlumberger, dass die Erwartung einer Steigerung der täglichen Fördermenge um 1,5 Millionen Barrel (wenn man die Erdgasmenge mitzählt) in Frage gestellt werden muss.

Wir bemerken bereits die ersten Anzeichen einer Verlangsamung. Ein anderer Öl-Dienstleister, Halliburton (WKN:853986), warnte kürzlich, dass „obwohl wir dachten, dass es eine Verlangsamung in den Aktivitäten [im Permischen Becken] aufgrund von Budgetbeschränkungen und Transportproblemen gibt, ist sie stärker als erwartet.“ Diese unerwartet hohe Verlangsamung hat die Zahl der Aufträge einbrechen lassen. Daher geraten die Preise für Dienstleistungen unter Druck. Dies und andere Faktoren sind Gründe, warum Halliburtons Gewinn im dritten Quartal 0,08 US-Dollar bis 0,10 US-Dollar je Aktie unter den Erwartungen liegen wird.

Die Schwäche in den Bohraktivitäten im Permischen Becken könnte sich in den nächsten Jahren noch ausweiten. Die einzige Möglichkeit, das geförderte Öl abzutransportieren, ist per LKW oder Zug. Aber diese Transportmittel sind teurer als Pipelines. Viele Förderer werden ihre Aktivitäten daher in andere Regionen verlagern, die jedoch nicht so ergiebig sind wie das Permische Becken.

Kurzfristige Herausforderungen könnten lukrative langfristige Chancen bieten

Die US-Ölbranche wird eine Rekordmenge Öl fördern. Dies wird hauptsächlich durch die günstigen Ressourcen im Permischen Becken angetrieben. Allerdings steuert die Region auf Kapazitätsprobleme zu, die das Produktionswachstum kommendes Jahr verlangsamen oder zum Erliegen bringen können. Investoren sollten dieses Problem im Blick behalten, da es die Wachstumserwartungen der Förderer beeinträchtigen kann, die sich auf das Permische Becken konzentrieren. Mit den für 2019 versprochenen Pipelines könnte die Region 2020 wieder mehr Fahrt aufnehmen. Daher sollten Investoren auf Gelegenheiten achten, die sich aus der gegenwärtigen Verlangsamung ergeben.

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