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In­ter­view mit Oliver Gahr Blockchain für Unternehmen..."man muss sich nur trauen"

26.09.2018, 11:02  |  4479   |   |   

Das Thema Blockchain-Technologie ist derzeit in aller Munde. Doch nutzen Unternehmen die Technologie tatsächlich schon? Um das rauszufinden, führte wallstreet:online ein Interview mit Oliver Gahr von IBM Research & Development. 

1. Was ist das Konzept der IBM Blockchain Plattform?

Oliver Gahr: Noch immer begegnen mir Verwirrungen über Blockchain und Bitcoin, dies vorweg. Bitcoin ist ein Anwendungsfall auf Blockchain Technologie, aber Bitcoin ist nicht Blockchain. Wir beschäftigen uns ausschließlich mit Blockchainanwendungen im geschäftlichen Umfeld. Wir sind im B2B Bereich tätig und das bleibt auch mit Blockchain so. Technologisch setzen wir dabei auf Hyperledger Fabric als Blockchain Layer, da dies aus unserer Sicht die einzige Blockchain ist, die heute Enterprise-ready ist und in allen Industrien einsetzbar.

Die IBM Blockchain Platform (IBP) wurde von uns bereits vor mehr als zwei Jahren konzipiert und umgesetzt. Wir haben uns dabei konsequent an den Anforderungen unserer Kunden orientiert. Das Konzept der IBP ist eine sichere, performante und skalierbare Plattform, mit der alle Anwendungsfälle, auch industrieübergreifend, umsetzbar sind und mit der jede regulatorische Anforderung erfüllt wird.

2. Warum ist die IBM Blockchain Plattform anders und was ist das Alleinstellungsmerkmal?

Oliver Gahr: Die IBM Blockchain Plattform (IBP) weist eine ganze Reihe von Alleinstellungsmerkmalen auf. Die IBP läuft auf spezieller Hardware, nämlich der IBM Z, und nicht auf commodity Infrastruktur. Auf diesem Server sind wir in der Lage die Transaktionen schnell und vor allem so sicher abzubilden, wie auf keinem anderen. Wir haben von Anfang an Hyperledger Fabric nicht nur als ApplikationsLayer auf der Plattform betrachtet, sondern Fabric in die Plattform integriert. Ein weiteres wesentliches Merkmal ist das umfangreiche ToolSet, das wir mit IBP anbieten. Die Entwicklung und der Betrieb einer vollständig verteilten Lösung, in der auch Geschäftslogik verteilt und nicht durch eine Partei veränderbar ist, braucht sehr viel an Governance-Mechanismen. 

Generell befinden sich alle unsere Kunden in der digitalen Transformation und es geht nicht nur um die Technologie, sondern viel mehr um bestehende und neue geschäftliche Netzwerke und Ecosysteme. Auch hier unterstützen wir allumfassend mit unseren Blockchain Services. Von einer ersten Idee bis hin zum Produktionsbetrieb begleiten wir unsere Kunden und prüfen sehr frühzeitig, ob der Einsatz einer Blockchain sinnvoll ist ein Kundenproblem zu lösen. Wir betreiben weltweit spezielle Kundenzentren, sogenannte Blockchain Garagen, dort helfen wir unseren Kunden, Blockchain-Lösungen auf neue innovative Weise zu entwickeln. 

Das Ergebnis unserer Bemühungen ist eine schnell wachsende Unternehmenseinheit, die laut Juniper Research mit 32 Prozent Marktanteil die Nummer eins unter den Unternehmens-Blockchain-Anbietern ist. Unter den Unternehmen, die entweder aktiv darüber nachdenken oder gerade dabei sind, Blockchain einzusetzen, belegte IBM bei mehr als 40 Prozent den ersten Platz.

3. IBM hat bisher mehr als 400 Blockchain-Kunden-Verträge abgeschlossen. Aus welchen Branchen kommen die Kunden und können Sie ein paar renommierte Unternehmen nennen?

Oliver Gahr: Unsere Kunden kommen aus den unterschiedlichsten Branchen. Im wesentlichen handelt es sich um Unternehmen aus dem Finanzwesen, der Logistik, der Lebensmittelbranche, Luxusgüterindustrie und Werbewirtschaft. Zu den interessantesten Projekten aus dem Finazwesen gehört we.trade. Hier arbeiten einige der größten Banken Europas, darunter die Deutsche Bank, Banco Santander, Nordea, HSBC, KBC, Natixis, Rabobank, Societe Generale und UniCredit, zusammen, um eine neue digitale Handelsfinanzierungsplattform aufzubauern und zu betreiben. Die Plattform soll es kleinen und mittleren Unternehmen in Europa erleichtern, Handelsgeschäfts im In- und Ausland abzuschließen. Gleichzeitig soll sie helfen, mehr Transparenz in Handelstransaktionen zu bringen.

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