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Überraschung El-Erian: Die EZB könnte die Zinsen früher erhöhen

09.10.2018, 14:34  |  2260   |   |   

Mohamed El-Erian ist Chief Economic Advisor der Allianz und sprach mit Nancy Hungerford von "CNBC" über die Zinspolitik der EZB. El-Erian meint, dass die EZB vor dem Hintergrund von Inflation und divergierender Geldpolitik früher als geplant die Zinsen erhöhen könnte.

"Es würde mich nicht überraschen, wenn die EZB bereits im Hochsommer 2019 mit dem Wandel beginnt - im Gegensatz zum Ende des Sommers. Aber man wird sich die Entscheidung bis zum letzten Moment offen halten", so El-Erian.

Die US-amerikanische Federal Reserve (Fed) hat bereits Zinserhöhungen inmitten des robusten US-Wirtschaftswachstums eingeleitet, während die Zentralbank der Eurozone sich vorsichtig an eine Zinserhöhung annähert. El-Erian, ein prominenter Ökonom und ehemaliger CEO des Anleiheriesen PIMCO, konstatierte, dass die Zinspolitik der Zentralbanken stark divergieren.

Bislang signalisierte die EZB, dass sie den Rekordtiefzins nicht vor September 2019, einen Monat bevor der derzeitige Präsident Mario Draghi sein Amt aufgeben wird, erhöhen wird. Bis dahin wird die Gesamtinflation in der Eurozone voraussichtlich bei 2,1 Prozent liegen.

Mit Blick auf die erwartete Entwicklung sagte El-Erian: "Vor allem die EZB wird in eine schwierige Lage gebracht werden, weil sie es mit einer hohen Inflation zu tun hat. Und sie werden sich sehr ernsthaft überlegen müssen, ob sie ihre Zinserhöhungen beschleunigen wollen". Zudem zeigen sich in der Eurozone regional große Schwächen - Italien und Griechenland aber auch der Brexit - und diese könnten zunehmend anfälliger für Spannungen im Welthandel sein. 

Auf die Frage, welchen Ansatz die EZB verfolgen könnte, um ihre Politik zu normalisieren und die Zinsen zu erhöhen, antwortete El-Erian, dass die Zentralbank sehr vorsichtig sein müsse und ihren nächsten Schritt möglicherweise nicht klar ankündigen wird. Die EZB möchte sich so viele Hintertürchen wie möglich offen halten, so El-Erian. Und weiter: "(...) wir werden für eine Weile nichts mehr hören".

Quelle:

CNBC

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