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Marktkommentar: Tilmann Galler (J.P. Morgan): Economic Update – 15. Oktober 2018
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Marktkommentar Tilmann Galler (J.P. Morgan): Economic Update – 15. Oktober 2018

Nachrichtenquelle: Asset Standard
17.10.2018, 11:35  |  392   |   |   

Die zweiwöchentlich aktualisierte Übersicht "Economic Update" analysiert Veränderungen der konjunkturellen Daten und Kapitalmärkte.

Wachstum

Von der deutschen Konjunktur kommen weiter gemischte Signale: Im August legten die Auftragseingänge der Industrie überraschend stark um 2,0% gegenüber Vormonat zu. Aufgrund der Rückgänge der Vormonate deutet der langfristige Trend aber weiter abwärts. Die Industrieproduktion schrumpfte dagegen um 0,3%, es war das dritte Monats-Minus in Folge. Die Industrieproduktion im engeren Sinne – ohne Bau und Energie – sank um 0,1%. Die deutschen Exporte nahmen im August um 0,1% ab, ebenso der Einzelhandelsumsatz. Die Stimmung bei den Unternehmen blieb jedoch zuletzt stabil, der Ifo-Geschäftsklimaindex sank im September nur leicht um 0,2 Punkte.


Jobs

Am deutschen Arbeitsmarkt läuft es weiter rund: Im September gingen dank der Herbstbelebung Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung deutlich zurück. Bereinigt um saisonale Einflüsse schrumpfte die Zahl der Erwerbslosen gegenüber August um 23.000, gegenüber dem Vorjahr betrug das Minus 192.000. Laut Bundesagentur für Arbeit sank die Arbeitslosenquote damit um 0,2 Prozentpunkte auf 5,0%. Auch in der Eurozone blieb die Arbeitslosigkeit auf dem Rückzug: Gegenüber Juli sank sie im August um 0,1 Prozentpunkte auf 8,1%, den niedrigsten Stand seit November 2008. In den USA fiel die Arbeitslosenrate im September von 3,9% auf das 48-Jahres-Tief von 3,7%.


Gewinne

n den USA ist eine sehr erfreuliche Berichtssaison zu Ende gegangen. Die Unternehmen des S&P 500 konnten die Gewinne im Vergleich zum Vorjahr um knapp 27% steigern. Neben dem Umsatzwachstum von 10% war es vor allem die Steuersenkung, die mit 7% den größten Wachstumsbeitrag lieferte. Besonders stark schnitten Unternehmen aus den Sektoren Energie, Technologie, Finanzen und Telekommunikation ab. In Europa haben 50% der Unternehmen die Gewinnerwartungen und 63% die Umsatzerwartungen übertroffen. Die Gewinne pro Aktie dürften um knapp 10% im Vergleich zum Vorjahresquartal steigen, die Umsätze um 3%.


Inflation

In Deutschland ist die Inflationsrate im September überraschend deutlich gestiegen. Die Jahresrate erreichte nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes 2,3% nach 2,0% im August. Hauptgrund war abermals die Energie, die sich im Zuge des höheren Ölpreises um 7,7% verteuerte. Aber auch die Kerninflationsrate (ohne Energie- und Nahrungsmittelpreise) hat voraussichtlich zugelegt. In der Eurozone erhöhte sich die Teuerungsrate im September von 2,0% auf 2,1%, die Kernrate jedoch sank von 1,0% auf 0,9%. In den USA war die Inflationsrate im August von 2,9% auf 2,7% zurückgegangen, für die Kernrate ergab sich ein Wert von 2,2% (Juli: 2,4%).


Zinsen

Die US-Notenbank hat auf ihrem jüngsten Treffen erwartungsgemäß den Leitzinskorridor um 0,25 Prozentpunkte auf 2,00%-2,25% erhöht. Die Zentralbanker betonten die gute Verfassung der amerikanischen Konjunktur. Laut ihren Projektionen wird es dieses Jahr noch eine weitere Leitzinserhöhung geben. Für das kommende Jahr gehen die Zentralbanker von insgesamt drei Zinsschritten aus. 2020 soll dann eine weitere Erhöhung folgen. Für 2021 ist bislang kein Zinsschritt vorgesehen, das Zinsniveau würde dann bei 3,4% liegen. Die Europäische Zentralbank erwartet unveränderte Leitzinsen „mindestens bis zum Sommer 2019“.


Risiken

• Turbulenzen an den Anleihenmärkten aufgrund schlechterer Liquiditätsversorgung durch die Notenbanken.

• Konjunkturelle Abschwächung in China und Zahlungsbilanzrisiken in Schwellenländern mit hoher Inflation.

• Schwächere Gewinndynamik der Unternehmen in den kommenden Quartalen

• Gefahr eines Handelskrieges zwischen den USA, Europa sowie China.

• Destabilisierung der Eurozone aufgrund der Ausgabenpolitik der neuen Regierung in Italien.


Investmentthemen

• Aktien und Hochzinsanleihen bleiben aufgrund steigender Gewinne vorerst attraktiv.

• Gestiegene US-Renditen und höhere Marktrisiken rechtfertigen aktuell eine neutrale Duration.

• Wir präferieren zur Zeit neben der Zyklik von Europa den defensiven Charakter von US-Aktien




Rechtliche Hinweise

Das “Market Insights“ Programm bietet umfassende Informationen und Kommentare zu den globalen Märkten auf produktneutraler Basis. Das Programm analysiert die Auswirkungen der aktuellen Wirtschaftsdaten und veränderten Marktbedingungen, um Kunden einen besseren Einblick in die Märkte zu vermitteln und fundierte Anlageentscheidungen zu fördern. Für die Zwecke von MiFID II sind das J.P. Morgan Asset Management „Market Insights“ und „Portfolio Insights“ Programm eine Marketingkommunikation und fallen nicht unter MiFID II / MiFIR Anforderungen, die in Zusammenhang mit Research stehen. Darüber hinaus wurden das J.P. Morgan Asset Management „Market Insights“ und „Portfolio Insights“ Programm als nicht unabhängiges Research nicht in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Anforderungen erstellt, die zur Förderung der Unabhängigkeit von Research dienen. Sie unterliegen auch keinem Handelsverbot vor der Verbreitung von Research.

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