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Marktkommentar: Neil Dwane (Allianz GI): Aktienmarktrücksetzer sind normal
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Marktkommentar Neil Dwane (Allianz GI): Aktienmarktrücksetzer sind normal

Nachrichtenquelle: Asset Standard
08.11.2018, 09:50  |  369   |   |   

Die jüngsten Kursrücksetzer bei US-­Aktien scheinen eine normale Konsolidierung zu sein.

Zwar verlangsamt sich das Wachstum der Weltwirtschaft, wir befinden uns jedoch nicht in einer Rezession, zumal die Geldpolitik der großen Währungsräume– selbst nach Zinserhöhungen in den USA – weiterhin durchweg expansiv ist. Das alles ist jedoch nur ein schwacher Trost für Investoren, die inzwischen selbst auf kleinste Rückgänge sensibel reagieren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Weder die USA noch die Weltwirtschaft stehen vor einer Rezession: Die Geldpolitik der Fed und anderer Notenbanken ist noch immer expansiv, die Finanzmarktbedingungen sind nach wie vor locker.
  • Die Renditen länger laufender Staatsanleihen befinden sich noch nicht auf Niveaus, die eine Umschichtung von Aktien in Anleihen nahelegen würden.
  • Handelskriege sind schmerzhaft, wir rechnen jedoch nicht mit erheblichen negativen volkswirtschaftlichen Kosten.
  • Die quantitative Straffung und die steigenden Zinsen in den USA stützen den Dollar, der im bisherigen Jahresverlauf jedoch erst um 7 % aufgewertet hat.
  • Aktien sind hoch bewertet, das kurzfristige Wachstum der Unternehmensgewinne ist jedoch weiterhin robust.
  • Die Stabilisierung der Renditen von US-Staatsanleihen auf aktuellem Niveau (bei rund 3,15 %) würde eine optimistische Markteinschätzung begünstigen.
  • Eine weitere Ausweitung der High Yield-Spreads würde uns zu einer pessimistischen Markteinschätzung veranlassen.


Die Kurse an den globalen Aktienmärkten, allen voran in den USA, klettern seit zehn Jahren – unterbrochen von nur wenigen größeren Rückgängen – unbeirrt nach oben. Mit Unterstützung durch die Niedrig- bzw. Nullzinspolitik und quantitativen Lockerungsmaßnahmen der Notenbanken haben Investoren massenhaft Geld aus Staats- und Investmentgrade-Anleihen in High Yield-Anleihen und Aktien umgeschichtet.

In jüngster Zeit kam es an den globalen Aktienmärkten jedoch zu einer Reihe von Rücksetzern, die das Nervenkostüm der Anleger etwas stärker strapazierten. Zwar sind derartige Rücksetzer Teil des normalen Marktprozesses, um Exzesse am Markt abzubauen, doch seit der Finanzkrise sträuben sich die Notenbanken, auch nur den geringsten Vertrauensverlust in ihre geldpolitischen Maßnahmen oder in die Märkte zu tolerieren. Ihre unterstützende Geldpolitik hat zu einem Umfeld niedriger Volatilität und hoher Verschuldung geführt und bei Anlegern eine „Buy-the-dip“-Mentalität im Vertrauen auf den Rückhalt der Notenbanken gefördert. Das Ergebnis ist eine weit verbreitete sensible Reaktion selbst auf eher moderate Kursrückgänge – wie jene, die wir in jüngster Zeit beobachten.

Rücksetzer wie diese sind Teil des normalen Marktprozesses, um Exzesse am Markt abzubauen.

Allerdings ist diese Nervosität vor allem eine Reaktion der US-Märkte. Vor einigen Jahren kam es in Europa im Zuge der Eurokrise zu einer ähnlichen Entwicklung, während die Schwellenländer mit politischen und lokalen Problemen zu kämpfen hatten. Es gilt jedoch das alte Sprichwort: Wenn die Wall Street niest, dann bekommt die ganze Welt einen Schnupfen.

Bedeutende historische Kursrückgänge an den US-Aktienmärkten 

Die unten stehende Tabelle zeigt die Ursache, Dauer und Intensität der größten Aktienmarktrückgänge der jüngeren Vergangenheit. In diesem Zusammenhang sei daran erinnert, dass am US-Anleihemarkt seit der US-Sparkassenkrise der 1980er- und 1990er-Jahre und der Finanz- und Schuldenkrise 2008–2009 keine ausgeprägte Korrektur mehr eingetreten ist.

Erwähnenswert ist zudem, dass fast alle Auslöser größerer Kursrückgänge der Vergangenheit auch aktuell zu beobachten sind: Sorgen um die Entwicklung in China, exzessive fiskalische Stimuli, hohe Ölpreise, politische Unsicherheit und überbewertete Märkte.

Die lange Hausse der US-Aktienmärkte wurde mehrfach durch Rücksetzer unterbrochen

Höhepunkt Merkmale Intensität des Rückgangs Dauer des Rückgangs Ursache
1972 Ölpreise und Geopolitik; Inflation; steigende Zinsen; Politik -46% 21 Monate Rohstoff- und notenbank-induzierter Abschwung
1980 Steigende Zinsen; „Reaganomics“ -24% 20 Monate Konjunkturabschwung; Ölkrise und Rezession
1990 Steigende Zinsen mit Auswirkungen auf Aktien- und Immobilienpreise -15% 4 Monate Konjunkturabschwung; Rezession
2000 Hohe Bewertungsniveaus während der Dotcom-Ära -45% 30 Monate Ungebremster Optimismus gegenüber der New Economy
2007–2008 Exzesse des Bankensektors; Verschuldung -53% 16 Monate Exzessive Finanzspekulation; unzureichende Regulierung
2011 Eurokrise -15% 6 Monate Sorgen vor einem Zerfall des Euro und der Eurozone
2015 Sorgen vor einer Abwertung des Renminbi -11% 4 Monate Sorgen vor Kapitalabflüssen aus China
2016 Sorgen vor einer Abwertung des Renminbi -12% 5 Monate Sorgen vor Kapitalabflüssen aus China
2018 Starker Anstieg der Renditen von US-Staatsanleihen im Februar 2018 -10% 2–3 Wochen Übertriebener Optimismus bzgl. fiskalischer Stimulierung

Quelle: Bloomberg; Stand der Daten: 31.10.2018

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