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PROSIEBENSAT.1 IM FOKUS TV-Sender in stürmischem Fahrwasser

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
16.11.2018, 11:45  |  215   |   |   

UNTERFÖHRING (dpa-AFX) - Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 hat seinen Anlegern im November so einiges zugemutet. Am Vorabend der Zahlen zum dritten Quartal senkte das Unternehmen den Jahresausblick und kürzte die Dividende. In Zukunft will das Medienhaus wieder ruhigere Gewässer ansteuern. Die wichtigsten Punkte für das Unternehmen, was die Experten sagen und wie es für die Aktie läuft:

DAS IST LOS BEI PROSIEBENSAT.1:

Beruhigung durch Veränderung könnte das Motto von ProSiebenSat.1 für 2019 lauten. Der neue Konzernchef Max Conze, der erst im Juni das Ruder von seinem Vorgänger Thomas Ebeling übernommen hatte, gab auf dem Kapitalmarkttag am 14. November die Richtung vor: "Es wird keine bösen Überraschungen mehr geben", versprach er mit Blick auf die gesenkte Umsatzprognose und gekürzte Dividende. Verändern soll sich insbesondere das klassische Fernsehgeschäft, in dem man zu stark von Werbeerlösen abhängig ist. Deswegen will der Medienkonzern vor allem den digitalen Bereich voranbringen, mit eigenen lokalen Produktionen, die dann auf allen Plattformen ausgespielt werden können. Rund 120 Millionen Euro will Conze dafür locker machen.

Die neue eigene Streaming-Plattform, die die Dienste Maxdome, 7TV und Eurosport Player vereint, soll Mitte nächsten Jahres verfügbar sein - und Netflix und Co. Konkurrenz machen. Dafür hat sich der TV-Sender den US-Medienkonzern Discovery mit ins Boot geholt. Auch das ZDF habe signalisiert, seine Inhalte auf der neuen Plattform zu Verfügung zu stellen, wie Conze auf dem Kapitalmarkttag ankündigte.

Außerdem setzt ProSiebenSat.1 auf das Geschäft mit Online-Plattformen über seine Tochter Nucom Group, zu der etwa die Partnerbörse Parship Elite und das Vergleichsportal Verivox gehören. Von der Suche nach Liebe will der Medienkonzern profitieren und zum Marktführer der Singlebörsen werden. Helfen soll dabei der Investor General Atlantic, der rund ein Viertel der Nucom-Anteile hält. Die gemeinsame Übernahme der US-Partnervermittlung Eharmony Ende Oktober gilt als erster wichtiger Schritt in der Zusammenarbeit. Weitere Zukäufe dieser Art sollen folgen.

DAS SAGEN ANALYSTEN:

Bei der ProSiebenSat.1-Aktie gehen die Schätzungen weit auseinander. Das höchste ausgegebene Kursziel liegt dabei fast zweieinhalb mal so hoch wie das niedrigste bei 16,60 Euro von Credit Suisse. Die Schweizer Bank hat ihre Einstufung nach den Zahlen zum dritten Quartal gesenkt.

Analyst Michael Shillaker hält Umsatz und operatives Ergebnis (bereinigtes Ebitda) zwar für solide, der Ausblick auf 2018 habe sich aber erheblich verdüstert. Die französische Großbank Societe Generale hat ihr Ziel hingegen bei 25 Euro belassen und empfiehlt weiterhin den Kauf. Auf dem Kapitalmarkttag habe sich das Management den Stärken des Medienkonzerns verschrieben. Nach den geplanten Investitionen rechne der Vorstand zudem mit einem Nachlassen der Kosteninflation bei Programminhalten.

Am optimistischsten ist die US-Bank JPMorgan, die ein Ziel von 40 Euro ausgibt. Analyst Daniel Kerven setzt auf die angekündigten Investitionen im Entertainment-Segment. Vor diesem Hintergrund sei er optimistischer hinsichtlich des Wachstumsziels von 5 bis 6 Prozent und der avisierten Rendite für die Aktionäre.

Von den 18 im dpa-AFX-Analyser erfassten Experten rät die Mehrheit von 10 zum Halten, fünf zum Kaufen und drei empfehlen den Verkauf der Aktie. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 23,37 Euro.

DAS MACHT DIE AKTIE:

Im laufenden Jahr legte die Aktie eine rasante Abwärtsfahrt hin und verlor rund 40 Prozent an Wert. In der Spitze lag der Kurs Ende Februar noch bei 33 Euro. Nach der Prognosesenkung und Dividendenkürzung zum dritten Quartal fielen die Papiere bis auf einen Tiefstand von 16,64 Euro am 9. November 2018.

Auf lange Sicht ist die Aktie nun wieder auf den Wert von Mitte 2012 gesunken, nach Höchstständen von über 50 Euro Ende 2015. Aktuell notiert die Aktie bei rund 18 Euro. Die Marktkapitalisierung beläuft sich derzeit auf rund 4,1 Milliarden Euro./elm/she/fba

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