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Marktkommentar: Krzysztof Musialik (Franklin Templeton): Ein Rezept für Innovation
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Marktkommentar Krzysztof Musialik (Franklin Templeton): Ein Rezept für Innovation

Nachrichtenquelle: Asset Standard
23.11.2018, 12:05  |  588   |   |   

Gesundheits- und Pharmasektoren in den Schwellenländern sind gerade erst in die Anfangsphase der Entwicklung eingetreten.

Das Wort „Innovation“ wird in der Regel mit Technologie in Verbindung gebracht. Aber Innovation kann viele Formen annehmen und ist in unterschiedlichsten Branchen anzutreffen. Krzysztof Musialik von Templeton Emerging Markets Equity beobachtet Innovationen in den Gesundheits- und Pharmasektoren der Schwellenländer, die sogar Veränderungen in den Industrieländern vorantreiben.

Wir halten die Aussichten für die Pharmabranche in den Schwellenländern für äußerst attraktiv – insbesondere im Hinblick auf kleinere Unternehmen. Der Sektor erscheint uns vor allem aufgrund von drei zentralen Faktoren vielversprechend.

Demografische Entwicklung

Nicht nur in den Industrieländern wird die Bevölkerung immer älter – auch in einigen Schwellenländern ist diese Entwicklung inzwischen zu beobachten. Angesichts der medizinischen Fortschritte, die in den letzten Jahrzehnten erzielt wurden, sehen wir nun, wie sich demografische Veränderungen, die zunächst in den Industrieländern begonnen hatten, allmählich auch auf die Schwellenländer ausbreiten, wo einige Länder nun eine immer höhere Zahl älterer Einwohner verzeichnen. Vor dem Hintergrund dieser demografischen Verschiebungen führt eine alternde Bevölkerung in den großen Pharmamärkten (insbesondere in China) zu einer strukturellen Steigerung der Nachfrage. Es ist offensichtlich, dass die Nachfrage nach Medikamenten und medizinischer Versorgung zunimmt, je älter die Menschen werden.

Umweltaspekte und Lifestyle-Veränderungen

Mit zunehmender Langlebigkeit hat auch die Verbreitung der Krebs- und Diabetesepidemien in den Schwellenländern zugenommen. Die schnelle wirtschaftliche Entwicklung hat eine immense Belastung der Umwelt nach sich gezogen, wobei Luftverschmutzung wohl die gravierendste Folge ist. Es besteht der Verdacht, dass Luftverschmutzung die Krebsraten in zahlreichen Schwellenländern wie etwa China, wo die Häufigkeit dieser Krankheit exponentiell zugenommen hat, in die Höhe treibt.

Seit 2010 ist Krebs in China die häufigste Todesursache, wobei Lungenkrebs in der Statistik ganz vorne steht. In dem Land werden jährlich schätzungsweise 4,3 Millionen neue Krebsfälle verzeichnet (dies entspricht fast 12.000 neuen Krebsdiagnosen pro Tag).[1]

Der wirtschaftliche Erfolg hat auch den Lebensstil in vielen Schwellenländern verändert – und nicht unbedingt immer zum Guten. Ungesunde Lebensweisen, die sich unter anderem durch einen Mangel an körperlicher Aktivität und einem vermehrten Konsum von verarbeiteten Lebensmitteln auszeichnen, haben zu einem Anstieg von Übergewichtigkeit, der Hauptursache für Diabetes, beigetragen. Diabetes und onkologische Erkrankungen, die einstmals als typische Krankheiten der wohlhabenden Industrieländer in Europa und Nordamerika galten, werden in Schwellenländern bis 2030 voraussichtlich um 20 % oder mehr zunehmen.[2] Dies sind natürlich keine positiven Ereignisse, sie stellen jedoch Entwicklungen dar, mit denen man sich heute befassen muss. Glücklicherweise stehen heute bessere Behandlungsoptionen mit höheren Erfolgsaussichten zur Verfügung als in der Vergangenheit.

Innovationskraft

Das rasante Innovationstempo im Pharmabereich in den Schwellenländern ist vielleicht der überraschendste Wachstumstreiber für diese Art von Unternehmen. Wir glauben, dass Innovationen auf mehrere Faktoren zurückzuführen sind:

  • Die Rückkehr von Auswanderern aus dem „Westen“ zurück nach China/Taiwan.
  • Etwas tolerantere ethische Anforderungen in Bezug auf klinische Studien, die jetzt, in der Ära der Genomik-Revolution, besonders wichtig sind. So erzielt beispielsweise China bei Genomik-Studien derzeit rapide Fortschritte.
  • Viele Schwellenländer verfolgen ein systematisches Ziel, sich in der Wertschöpfungskette nach oben zu bewegen, von einer kostengünstigen Fertigung von Billigwaren hin zu innovativen, marktführenden Branchen. Regierungen in Ländern wie China, Südkorea und Taiwan haben Innovationsinitiativen zuletzt vermehrt unterstützt.

Diese Trends sind nicht unbemerkt geblieben. Große Pharmakonzerne in den Industrieländern haben das Wachstum asiatischer Pharmaunternehmen genau beobachtet. In den letzten Jahren sind viele von ihnen Partnerschaften mit Pharmafirmen aus den Schwellenländern eingegangen.

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