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Marktkommentar: Tilmann Galler (J.P. Morgan): Economic Update – 10. Dezember 2018
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Marktkommentar Tilmann Galler (J.P. Morgan): Economic Update – 10. Dezember 2018

Nachrichtenquelle: Asset Standard
10.12.2018, 12:25  |  443   |   |   

Die Übersicht "Economic Update" vom 10.12.2018 analysiert Veränderungen der konjunkturellen Daten und Kapitalmärkte.

Wachstum

Die Konjunktur in Europa lief zuletzt schwach, und die Stimmungsindikatoren zeigen nun einen getrübten Ausblick. Der Ifo-Geschäftsklimaindex gab im November nach und liegt mit 102 Punkten nun auf dem Niveau des Frühsommers. Die Schwäche kommt aus dem Industriesektor, die Dienstleister hielten sich etwas besser. Der Einkaufsmanagerindex für die Euro-Zone ging im November ebenfalls zurück. Der Index für das Verarbeitende Gewerbe fiel auf den tiefsten Stand seit Mai 2016, der Index der Dienstleister erreichte ein Jahrestief. Ein Hoffnungsschimmer: Die Auftragseingänge der deutschen Industrie legten im Oktober 0,3% gegenüber Vormonat zu.

Jobs

In Deutschland gehen Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung weiter zurück: Von Oktober auf November sank die Zahl der Arbeitslosen saisonbereinigt um 16.000, gegenüber Vorjahr waren 182.000 Menschen weniger arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote fiel im November von 4,9% auf 4,8%. Gleichzeitig legte die Erwerbstätigkeit weiter zu: Im Oktober waren 45,24 Millionen Menschen erwerbstätig. In der Euro-Zone stagnierte im Oktober die Arbeitslosenrate bei 8,1%, allerdings lag sie damit unter dem Wert des Vorjahresmonats (8,8%). Nach Eurostat-Berechnungen lag die Arbeitslosigkeit nur in Tschechien (2,2%) unter der in Deutschland (3,3%).

Gewinne

In den USA ist die Berichtssaison zum 3. Quartal fast abgeschlossen. 465 Unternehmen aus dem S&P 500 haben Zahlen vorgelegt. Die operativen Gewinne legten im Vergleich zum Vorjahresquartal um fast 33% zu. Ein Teil davon resultiert aus den Steuersenkungen, ein Teil aber auch aus der guten Konjunktur. Bislang haben 78% der Unternehmen die Gewinnerwartungen übertroffen. Die positiven Überraschungen bei der Umsatzentwicklung haben jedoch im Vergleich zum vorherigen Quartal deutlich nachgelassen. In Europa haben 322 Firmen aus dem Stoxx600 Zahlen zum 3. Quartal vorgelegt. Derzeit wird mit einem Gewinnplus gegenüber Vorjahresquartal von rund 15% und einem Umsatzplus von fast 6% gerechnet.

Inflation

In Deutschland ist die Inflationsrate im November nach einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes wieder gefallen. Sie ging von 2,5% auf 2,3% zurück. Energie verteuerte sich stark (9,3%), gleichzeitig aber fiel die Kerninflationsrate (ohne Energie, Lebens- und Genussmittel, Tabak). Ähnlich in der Euro-Zone: Dort ging die Teuerung im November von 2,2%  auf 2,0% zurück. Die Kerninflationsrate fiel von 1,1% auf 1,0%. In den USA war die Inflation im Oktober von 2,3% auf 2,5% gestiegen und die Kernteuerung von 2,2% auf 2,1% gefallen.

Zinsen

Die US-Notenbank hat auf ihrem jüngsten Treffen erwartungsgemäß den Leitzinskorridor um 0,25 Prozentpunkte auf 2,00%-2,25% erhöht. Die Zentralbanker betonten die gute Verfassung der amerikanischen Konjunktur. Laut ihren Projektionen wird es dieses Jahr noch eine weitere Leitzinserhöhung geben. Für das kommende Jahr gehen die Zentralbanker von insgesamt drei Zinsschritten aus. 2020 soll dann eine weitere Erhöhung folgen. Für 2021 ist bislang kein Zinsschritt vorgesehen, das Zinsniveau würde dann bei 3,4% liegen. Die Europäische Zentralbank erwartet unveränderte Leitzinsen „mindestens bis zum Sommer 2019“.

Risiken

• Turbulenzen an den Kapitalmärkten aufgrund schlechterer Liquiditätsversorgung durch die Notenbanken.

• Konjunkturelle Abschwächung in China und Europa.
• Schwächere Gewinndynamik der Unternehmen in den kommenden Quartalen.

• Gefahr eines Handelskrieges zwischen den USA, Europa sowie China.

• Destabilisierung der Eurozone aufgrund der Ausgabenpolitik der neuen Regierung in Italien.

Investmentthemen

Aktien und Hochzinsanleihen bleiben aufgrund steigender Gewinne vorerst attraktiv.

• Gestiegene US-Renditen und höhere Marktrisiken rechtfertigen aktuell eine neutrale Duration.

• Wir präferieren zur Zeit neben der Zyklik von Europa den defensiven Charakter von US-Aktien.

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