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Deutschland im antikapitalistischen Rausch
Generalangriff auf Industrie und Kapital

Gastautor: Rainer Zitelmann
20.12.2018, 09:10  |  4423   |   |   

Der Kampf der Politik gegen "die Industrie" nimmt immer absurdere und hysterischere Formen an - und gefährdet die Grundlagen unseres Wohlstandes. Deutschland auf dem Weg in den antikapitalistischen "Zukunftsstaat". Beispiele von dieser Woche.

"Die Industrie" ist zu einem Schimpfwort geworden, obwohl sie die Basis unseres Wohlstandes ist. Allein schon die Vermutung, irgendetwas könne "der Industrie" nutzen, genügt in der erregten öffentlichen Debatte als Totschlagargument - so als ob es einen antagonistischen Widerspruch zwischen den Interessen "der Menschen" und "der Industrie" gebe.

Plastikmüll - was 99% nicht wissen
Täglich überbieten sich EU-Bürokraten, deutsche Politiker und natürlich die Vertreter der Weltuntergangssekte "Die Grünen" mit neuen Ideen im Kampf gegen "das Kapital". Bilder von Plastik im Meer flimmern täglich über die Bildschirme und Journalisten spekulieren über mögliche gesundheitliche Folgen von "Mikroplastik", über die es in Wahrheit keinerlei wissenschaftliche Erkenntnisse gibt. Allein die vage Vermutung, irgendetwas könne vielleicht die Gesundheit gefährden, reicht aus für Alarmstufe 1 in der öffentlichen Debatte. Die EU will jetzt Strohhalme und Wattestäbchen verbieten. Das EU-Verbot trifft die Kunststoffbranche, die 2015 einen Umsatz von 340 Milliarden Euro machte und 1,5 Millionen Menschen beschäftigte. Die Wirkung der Beschlüsse auf die Umwelt dürfte fast bei Null liegen. Grund: 80 Prozent des Meeresmülls stammt aus asiatischen Ländern, nur 1 Prozent aus Europa - aber ich vermute, dass 99 Prozent der Menschen das nicht wissen.

Feindbild Lebensmittelindustrie
Eine andere Meldung aus dieser Woche: Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) hat sich mit Teilen der Lebensmittelindustrie auf eine sogenannte "Reduktions- und Innovationsstrategie" geeinigt. Die besagt, dass Fertigprodukte schrittweise mit weniger Zucker, Salz und Fett auskommen. Erreicht werden soll das bis 2025 über freiwillige Zielvereinbarungen. Natürlich langt das den Grünen nicht, die erst dann zufrieden sind, wenn der Staat alles gesetzlich reguliert, verbietet und den Menschen vorschreibt, wie sie sich ernähren sollen. Organisationen wie "Foodwatch" machen den ganzen Tag nichts anderes, als die Lebensmittelindustrie an den Pranger zu stellen und Forderungen nach Ge- und Verboten zu erheben.

Der Hauptfeind: Die Automobilindustrie
Im Mittelpunkt des Kampfes gegen "die Industrie" steht derzeit Deutschlands Herzstück, die Automobilindustrie. Das ganze Jahr über fand ein irrationaler Kampf gegen Dieselautos statt - und zwar im Namen von "Grenzwerten", über die Experten und Ärzte nur den Kopf schütteln können, weil sie ohne jede wissenschaftliche Grundlage sind. Behauptungen über Tausende Tote (weltweit angeblich 107.000) pro Jahr als Folge von Feinstaub und Stickoxiden werden täglich wiederholt, aber die zugrundeliegenden Berechnungen entbehren jeder wissenschaftlichen Basis. Die Grenzwerte sind absurd und die Messmethoden sind falsch, aber die Erregungsdebatte lässt sich davon nicht beeindrucken. Der FDP-Politiker Oliver Luksic geißelte die Verfahren zu Recht als "Messwahn", der einmalig in Europa sei. Angela Merkel verteidigte diese Messungen und fand es sogar richtig, diese an Autobahnen durchzuführen, was sonst niemand in Europa macht. Welche Fußgänger sollen dort geschützt werden?

Das nächste Etappenziel der Politik steht schon fest, es sind Benziner. Es müsse "langfristig auch das Aus für Benziner" kommen, so forderte diese Woche der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. Benziner setzten "mehr gefährlichen Feinstaub frei als ein Diesel" und verursachten "mehr Klimawandel". Deutschland brauche "Kohleausstieg und E-Autos". Bereits im März hatte Lauterbach Autokäufer davor gewarnt, sich Benzinfahrzeuge zuzuzlegen. Nur ganz wenige Modelle verfügten bislang über einen Feinstaubfilter. "Der wird in den nächsten Jahren, wenn es um weitere Fahrverbote in den Innenstädten geht, aber unter Garantie Vorschrift werden", so der SPD-Politiker.

Am gleichen Tag kommt die Meldung: Die wegen Klagen für Diesel-Fahrverbote zuletzt heftig kritisierte Deutsche Umwelthilfe (DUH) prüft die Chancen für ein durchgängiges Tempolimit von 120 Stundenkilometern auf allen deutschen Autobahnen.

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Kommentare

Fest steht der Kapitalismus überlebt nur wenn er sich reformiert.

Am Beispiel der private Rentenversicherung kurz erklärt:

Der Bürger zahlt, wenn er kann, einen monatlichen Betrag in die private Rentenversicherung die ja staatlich gefördert ist.

1. Fehler die private Wirtschaft scheut den Staat wo sie nur kann wegen der "Reglementierung"oder???

Aber hier nützt es ihr ungemein und damit ist Vati Staat auf einmal top, denn er bringt den VS-Konzernen ne Menge Geld.


Nun zu den Renditen, die ja vom freien Markt abhängen und der unternehmerischen Gier des VS-Konzerns.

Hier ist der Dumme nur der Versicherungsnehmer, denkt sich Lise Müller bei der Betrachtung ihres jährlichen Kontoauszuges.

Auf den 2. Blick gibt es noch einen Deppen und zwar den Staat, welcher wenn die zusätzliche Altersvorsorge von Lise schlechter ausfällt als bei Abschluß dargestellt wieder aufstocken muß über Steuermittel.


Was könnte man besser machen???

Der VS-Konzern bekommt eine variable Steuerquote die sich danach bemisst, was bei den Versicherten am Ende der Laufzeit real übrig bleibt.

Geht ein VS-Konzern also vernünftig mit den Geldern beider Parteien um, wird er in der Folge belohnt und alle haben etwas davon. (Überprüfung erfolgt jährlich durch eine unabhännige Stelle)

Tut er es nicht, zahlt er einen deutlich erhöhten Steuersatz. Damit er dieses Geschäft nicht quer subventioniert mit Gewinnen anderer Sparten, entziehen wir ihm spätestens nach 3 Jahren Missmanagement die Lizenz diese Produkte zu verkaufen. Eine andere Versicherung übernimmt die Bestandskunden und eine zusätzliche Strafe wird fällig die unter allen Versicherten dieser Sparte aufgeteilt wird.

Wenn man das tun würde hätte man entweder Wettbewerb, oder ein jammern und stöhnen oder???

Ganz einfach also

Vertrauen ist gut---Kontrolle is besser sagt doch das Finanzamt auch oder???? :-)
Das ist ja eine schöne Gesellschaft, wie schon 1989 vermutet ist hier auch nicht alles Gold was glänzt.

Hier wird nur die Scheiße besser verpackt als früher im Osten und damit war der Osten viel ehrlicher.
Da hat man gesehen ist Scheiße will ich nicht, hier siehts toll aus und wenn ichs dann öffne hab ich den Scheiß.

Aber kein Problem, denn dafür gibts ja Gerichte in der Demokratie da kann ich ja dann gegen den Scheißeverkäufer klagen zumindest theoretisch.

Praktisch muß ich dazu Millionär mit ner Affinität zur Selbstkasteiung sein um da überhaupt ne Chance zu haben.


In dieser Gesellschaftsform wird einem die Demokratie nur vorgegaukelt, in der Praxis hat dieses System schon lange fertig und wird nur Mangels Angst vor Alternativen und dem Neuen im Sauerstoffzelt am Leben gehalten.

Angst Haben Sie Herr Zitelmann ganz besonders viel, deshalb schreiben Sie auch so viele Beiträge zum Thema.

Vom Volk wird die Bereitschaft für Veränderungen erwartet.

Wie soll das Volk jemandem folgen der selbst nicht mit gutem Beispiel voran geht sondern die Veränderungen nur von den anderen fordert???
@ethan
Du hast komplett recht nur mit einem definitiv nicht.
Wir sind nach Belgien das Land mit der höchsten Steuer und Abgabenquote weltweit für Arbeitnehmer
Dr. Dr. Zitelmann:
Der einsame Mahner hat mal wieder, auch wenn nicht frei von Sarkasmus und gewissen Vereinfachungen, ins Schwarze getroffen. Die Medienlandschaft, hiermit meine ich nicht die Printpresse, sondern Rundfunk und Fernsehen, sind in einem Ausmaß rot-grün zugewandt, dass man es kaum fassen kann. Diese Medien befeuern die "neue Industriefeindlichkeit" und profitieren dabei von der vor allem in Deutschland vorherrschenden ungenügenden ökonomischen Bildung der Bevölkerung. Eine Bevölkerung, die nur zu einem geringen Teil noch erahnt, dass der Wohlstand, in dem wir heute leben, etwas mit Kapitalismus, bei uns lieber "soziale Marktwirtschaft" genannt, zu tun hat. Wohlstand, der auf Wirtschaftswachstum basiert, welches wiederum auf niedrigen Steuern bei hoher Produktivität fußt.
Den ganzen Tag Frauenquote, Plastikmüll, "Armut" in Deutschland, Kapitalismuskritik, fehlende KITA-Plätze, Trump, Trump, Trump, US-Waffenrecht, Armut in Amerika, US-Krankenversicherungssystem. Wird zu einer Talkrunde ein Wirtschaftsprofessor eingeladen, so sei garantiert, dass es sich bei dieser Person um einen von zwei linken unter ca. 100 Wirtschaftsprofessoren handelt.
Intellektuelle im Fernsehen: Pustekuchen.
Peter Sloterdijk hat erklärt, in diesem einseitig berichtenden und verwahrlosten Medium nicht mehr aufzutreten, ähnlich äußert sich Rüdiger Safranski. Wo ist Botho Strauß ? Der in seinen Büchern und im Fernsehen, wenn er denn mal eingeladen war, extrem sachliche Sarrazin soll jetzt auch aus der SPD fliegen, fordert ein gewisser Kühnert von den JUSOS, ein extremer kleiner Hetzer, der Andersdenkende gerne der Hetze bezichtigt.
Nur in dieser unsachlichen und einseitigen Medienlandschaft, auf deren Wohlwollen Frau Merkel 13 Jahre lang den Großteil ihrer Politik aufgebaut hat, kann eine solche, wie von Herrn Dr. Dr. Zitelmann beschriebene Verschiebung der politischen Zielsetzung in Richtung grüner Wunderponyhofschlaraffen-UTOPIA-"Politik" gedeihen !
Übrigens: Eine einseitige Berichterstattung der Medien im Sinne der Ideen eines rechten Lagers wäre genauso verabscheuungswürdig !!!
Ja, Kapitalismus (=Gier + Egoismus) ist DIE Lösung.
Komisch, dass es trotzdem nicht so richtig rund läuft, obwohl die Politik komplett mit Industrie- und Agrar-Lobbyisten und deren Marionetten durchsetzt ist.
Ich habe auch keinen Bock nur noch 120 zu fahren oder mich von Insekten zu ernähren, aber darauf wird es wohl hinaus laufen, ....... wenn Vernunft die Lösung wäre.
Rumgeheule, dass die anderen doch alle viel mehr Dreck machen, ist übrigens auch keine Lösung.
Reduktion der menschlichen Biomasse um 50% wäre zB eine Lösung ;)

Disclaimer

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