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Bald Fahrverbot für Euro 6: Jetzt Diesel von VW, Audi, BMW, Opel loswerden

Gastautor: Roland Klaus
11.01.2019, 22:18  |  1585   |   |   

Vor kurzem noch undenkbar, jetzt durchaus real: Der Europäische Gerichtshof schafft mit einem Urteil die Voraussetzung für Fahrverbot für Euro 6 Diesel. Selbst Benziner können betroffen sein. So können sich Verbraucher dagegen schützen.

Langsam führt kein Weg mehr daran vorbei, dass sich Verbraucher gegen den Diesel-Wahnsinn wehren. Das bedeutet: Selbst aktiv zu werden, um das Fahrzeug zu vernünftigen Konditionen loszuwerden. 

Denn selbst neuesten Diesel-Autos der Euro 6d Norm droht demnächst ein Fahrverbot in europäischen Städten. Das ist die Folge eines Urteils des EU-Gerichts. Die Richter kippten eine Regelung der EU-Kommission, die den Euro 6 Dieseln höhere Grenzwerte bei der Emission von Stickstoffdioxid zugebilligt hatte. Nun gilt: Nur Fahrzeuge, die weniger als 80 Milligramm Stickstoffdioxid ausstoßen, sind vor einem Fahrverbot sicher.

Derzeit erfüllen nur die wenigsten Diesel diese Norm. Selbst die meisten Euro 6d Fahrzeuge liegen mit ihren Werten höher. Paris, Brüssel und Madrid hatten bei dem Europäischen Gericht geklagt und Recht bekommen. Auch Berlin prüft Fahrverbote für Euro 6 Diesel.

Damit scheint klar: Selbst neueste Diesel sind nicht vor Fahrverboten sicher. Das wird sich auch auf die Wertentwicklung dieser Fahrzeuge auswirken. Wer also heute noch einen Diesel kauft, sollte mit massiven Wertverlusten rechnen, wenn er den Wagen eines Tages verkaufen will.

Und was ist mit all jenen, die in den vergangenen 12-18 Monaten einen Euro 6 Diesel gekauft haben – in dem Glauben, damit auf der sicheren Seite zu sein? Oder noch schlimmer: Ein Euro 5 oder gar Euro 4 Fahrzeug? Diese Autofahrer sitzen in der Klemme. 

Dennoch gibt es eine Möglichkeit, für all jene, die den Kauf des Autos auf Kredit oder Leasing finanziert haben: den sogenannten Widerrufsjoker. Aufgrund von Formfehlern in Kredit- und Leasing-Verträgen können viele Finanzierungen noch Jahre nach Abschluss wiederrufen werden. Das bedeutet: Das Auto geht zurück an die Bank, der Kunde erhält sein Geld zurück. Nach Analysen der Interessengemeinschaft Widerruf kommt die Mehrzahl der Kfz-Kredite für ein solches Vorgehen in Frage, unabhängig von der Marke des Autos. Erster Schritt sollte stets die Prüfung des Vertrags durch einen Spezialisten sein. Die IG Widerruf bietet eine kostenlos und unverbindliche Prüfung der Unterlagen und begleitet Verbraucher auch bei der Umsetzung des Widerrufs.

Mehrere Hundert Verbraucher haben in den vergangenen Monaten bereits ihr Fahrzeug erfolgreich an die finanzierende Bank zurückgegeben. Gerade in Zeiten, in denen Verbraucher durch willkürliche juristische und politische Entscheidungen massive Wertverluste tragen müssen, scheint diese Vorgehensweise ein wirksamer Weg zur wirtschaftlichen Selbstverteidigung.

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