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Börse Stuttgart-News Trend am Mittag

Gastautor: Börse Stuttgart
20.02.2019, 15:30  |  505   |   |   

STUTTGART (BOERSE STUTTGART GMBH) - Euwax Trends an der Börse Stuttgart

Japans Exporte sinken - DAX erreicht Jahreshoch

Fresenius überrascht - ElringKlinger enttäuscht

- von Holger Scholze, Börse Stuttgart TV Nachrichtenredaktion -

Japans Exportwirtschaft leidet zunehmend unter der abflauenden Konjunktur in China. Im Januar seien die Ausfuhren der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt im Jahresvergleich um 8,4 Prozent auf rund 5,6 Billionen Yen (etwa 44,5 Milliarden Euro) gesunken, teilte das japanische Finanzministerium heute in Tokio mit. Es ist der zweite Exportrückgang in Folge und der stärkste Rückschlag seit Oktober 2016.

Volkswirte wurden vom Ausmaß des Dämpfers überrascht. Sie waren zwar davon ausgegangen, dass sich der Rückgang noch einmal beschleunigt. Sie hatten aber im Mittel nur ein Minus von 5,7 Prozent auf dem Zettel. Besonders heftig fiel der Rückschlag bei den Exporten nach China aus, einem wichtigen Handelspartner der Japaner. Die Ausfuhren seien hier um etwas mehr als 17 Prozent gefallen, hieß es.

Einen Rückgang gab es auch bei den Exporten nach Europa. Die Ausfuhren nach Westeuropa seien im Jahresvergleich um 6,6 Prozent gesunken. Dabei gingen die japanischen Exporte nach Deutschland um 3,3 Prozent zurück. Die Ausfuhren nach Großbritannien verringerten sich um 11,0 Prozent.

Besser als erwartet fielen hingegen die Daten zu den japanischen Importen aus. Sie gingen im Januar zwar um 0,6 Prozent im Jahresvergleich auf 7 Billionen Yen zurück - nach einem Plus von 1,9 Prozent im Dezember. Experten hatten aber mit einem Minus von 3,5 Prozent gerechnet.

Damit weitete sich das Handelsbilanzdefizit überraschend deutlich aus. Es stieg von knapp 57 Milliarden Yen im Dezember auf 1,4 Billionen Yen (11 Milliarden Euro). Das ist das höchste Minus in der Handelsbilanz seit 2014. 2018 hatte Japan erstmals seit drei Jahren ein Handelsdefizit verzeichnet. Die Exporte des Landes sind weiterhin tragender Pfeiler für den wirtschaftlichen Aufschwung. Doch bekamen Japans Exporteure in den vergangenen Monaten angesichts der andauernden Handelsspannungen zwischen den USA und China einen Rückgang der Nachfrage zu spüren.

Auch Japan steht neben China und Deutschland wegen zu hoher Exporte in die Vereinigten Staaten immer wieder im Kreuzfeuer der Kritik von US-Präsident Donald Trump. Die Januar-Daten könnten dies wieder befeuern. So zogen die japanischen Exporte in die USA im Jahresvergleich um 6,8 Prozent auf 1,1 Billionen Yen an - allerdings fiel das Plus der Importe mit 7,7 Prozent auf 772 Milliarden Yen noch etwas höher aus. Dennoch erwirtschaftet Japan im Handel mit den USA noch einen Überschuss von 367 Milliarden Yen. Japan und die USA verhandeln derzeit über ein Handelsabkommen zwischen den beiden Ländern.

Nach Veröffentlichung der Handelsdaten geriet der Japanische Yen zu allen wichtigen Währungen unter Druck.

DAX zwischenzeitlich auf Jahreshoch

Der DAX erreichte am Morgen mit 11.413 Punkten ein neues Jahreshoch. Danach gaben die Notierungen wieder etwas nach. Aktuell liegt das deutsche Börsenbarometer bei 11.363 Zählern mit 0,5 Prozent im Plus.

Fresenius stellt Weichen für Wachstum

Der Gesundheitskonzern Fresenius hat trotz neuer Rekorde ein im deutschen Klinikgeschäft und bei seiner Dialysetochter FMC mit Problemen behaftetes Jahr 2018 hinter sich. Fresenius-Chef Stephan Sturm will den Konzern nun mit höheren Investitionen wieder in ruhigeres Fahrwasser steuern.

Fresenius-Aktien legten bisher um 3,8 Prozent auf 48,47 Euro zu. FMC-Papiere gewannen 4,5 Prozent auf 70,48 Euro und lagen damit an der DAX-Spitze. Ein Händler lobte die Aktienrückkäufe.

"2019 machen wir zu einem Jahr der Investitionen, etwa in Wachstumsfelder wie Heimdialyse, Biosimilars oder neue Service- und Therapieangebote rund um das Krankenhaus", sagte Sturm am Mittwoch bei der Bilanzvorlage. Fresenius schaffe so die Grundlage für künftiges Wachstum. Beitragen sollen zu diesem auch kleine und mittlere Zukäufe.

"2018 war kein einfaches, aber dennoch wieder ein erfolgreiches Jahr für Fresenius", erklärte Sturm weiter. Fresenius bereiteten die Schwäche im Geschäft mit seinen deutschen Kliniken und ein gedämpftes Wachstum bei der Dialysetochter Fresenius Medical Care (FMC) Sorgen. Im deutschen Krankenhausgeschäft hatte der Konzern mit einem verstärkten Abgang von Ärzten zu kämpfen, weil das Unternehmen zuvor Therapiefelder in einzelnen Kliniken gebündelt hatte. Zudem sanken die Behandlungszahlen aufgrund des Trends zu ambulanten Behandlungen.

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