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Forex-Report Bestandsaufnahme zum Wochenende: Brexit, BIP, Handelskonflikte

Gastautor: Folker Hellmeyer
12.04.2019, 09:46  |  850   |   |   

Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1.1287 (07:25 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1.1247 im US-Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 111.76. In der Folge notiert EUR-JPY bei 126.16. EUR-CHF oszilliert bei 1.1318.              

Das Thema des unregulierten Brexits ist zunächst einmal auf der zeitlichen, aber nicht auf der sachlichen Ebene entschärft. Das Entgegenkommen der EU gegenüber dem UK ist extrem ausgeprägt und durchaus riskant, da es die Verunsicherung in der Wirtschaft fortschreibt, Risikoaversion aufrechterhält und damit für die EU zumindest kurzfristig konjunkturell schädlich ist.

Politisch spielt man mit heißen Kohlen, da man seitens Brüssels hinsichtlich der zuvor eingenommenen Position eingeknickt ist. Ob das bezüglich der anstehenden Europawahlen wirklich hilfreich für die EU ist, kann diskutiert werden. Dem Eindruck, dass das UK erneut eine für den Rest der EU kostspielige „Extrawurst“ erhalten hat, kann nicht widersprochen werden.

Die ideologisch verbrämten Foristen, die in den Kommentarzeilen der einschlägigen Medien der EU eine Drangsalierung des UK unterstellen und vorwerfen, verbreiten bewusst billige Narrative, die mit Fakten nichts gemein haben, sondern dem Vorgehen und Interessen der Farages, Johnsons, Rees-Moggs oder den Interessen Stephen Bannons entsprechen mögen. Bewusst nennen wir hier keine deutschen Protagonisten, es könnte welche geben …

Es liegt jetzt in der Hand der britischen Politiker, das Zeitfenster sinnvoll zu nutzen. Den Vertretern der EU ist nahezulegen, dass sie gut gemeinte Ratschläge für das UK besser für sich behalten, denn das mögen Briten vom Kontinent gleich gar nicht.

Uns in Kontinentaleuropa bleibt nur übrig, das Drama in der Extension weiter zu beobachten. Der Verlauf des Brexit-Prozesses in den letzten drei Jahren ist nicht geeignet, auch nur zarte Ansätze von ausgeprägter Zuversicht hegen zu dürfen.

Der Konjunkturblues wurde just in dem Moment lauter, als dass sich der aktuelle Datenkranz ex USA leicht aufhellt, unter anderem in China (PMI, Exporte), aber auch in Europa (IP). So nehmen wir die negativen Prognoseanpassungen, auch die des IWF, interessiert zur Kenntnis.

Am kommenden Mittwoch dürfen wir uns auf eine weitere Anpassung der BIP-Prognose der Bundesregierung „freuen“. Laut Medienberichten erwartet die Bundesregierung per 2019 nur noch ein Wachstum des BIP in Höhe von 0,5% (bisher 1,0%) wegen akuter Exportschwäche. 2020 soll es dann um 1,5% zunehmen.

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