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KBA Rückruf bei Mercedes Benz: So wehren sich Diesel-Besitzer gegen Daimler

Gastautor: Roland Klaus
15.07.2019, 10:20  |  1224   |   |   

Immer mehr Mercedes Benz Diesel sind von Abgas-Manipulationen betroffen. Nun werden 60.000 Fahrzeuge des Modells GLK 220 CDI wegen einer Schummel-Software zurückgerufen. Damit steigt die Zahl der Rückrufe auf über 700.000. Und es dürften noch mehr werden – die Rede ist von bis vier Millionen Autos. So können sich Besitzer dieser Fahrzeuge wehren.

Der vom Kraftfahrtbundesamt (KBA) angeordnete Rückruf von 60.000 Fahrzeugen des Modells GLK 220 CDI dürfte nur ein Zwischenschritt sein – auf dem Weg zu noch mehr Ärger für die Marke mit dem Stern. Denn nach Medienberichten könnten deutlich mehr Mercedes Diesel-Modelle eine unerlaubte Abgassteuerung haben als bisher bekannt. Dabei geht es um die sogenannte „Kühlmittel-Sollwert-Temperaturregelung“, auch Thermofenster genannt. Diese regelt bei bestimmten Außentemperaturen die Abgasreinigung herunter – angeblich, um den Motor zu schonen. Allerdings führt dies auch dazu, dass der Diesel deutlich mehr Schadstoffe ausstößt als erlaubt.

Betroffen sind die Diesel-Motoren OM 651 (vier Zylinder) und OM 642 (sechs Zylinder). Beide Motoren wurden über ein Jahrzehnt in den wichtigsten Baureihen von Mercedes verbaut. Dazu gehören Diesel der C-Klasse, E-Klasse und S-Klasse. Experten sprechen von bis zu vier Millionen Autos, die betroffen sein können. Die nun zurückgerufenen GLK-Modelle würden im Vergleich dazu nur anderthalb Prozent ausmachen.

Mercedes hält die Verwendung der Software in diesen Fahrzeugen für legal. Warum hier ein Unterschied zu den GLK-Modellen bestehen soll, bleibt unklar. Gut möglich also, dass das Kraftfahrtbundesamt (KBA) diese Meinung nicht teilt und demnächst eine weit größere Zahl von Diesel-Fahrzeugen zurückgerufen wird. Klar scheint jedenfalls, dass die Wertverluste für einen großen Teil der Mercedes-Modellpallette programmiert sind. Wer dabei nicht zuschauen will, muss sich auf dem Rechtsweg wehren.

Grundsätzlich gibt es mehrere Optionen. Je nach Ausgangsposition gibt es unterschiedliche Herangehensweisen:

Der Kauf des Fahrzeugs wurde mit Hilfe eines Kfz-Kredits oder eines Leasingvertrags finanziert

Dann kann in vielen Fällen der Widerruf der Finanzierung der sinnvollste Weg sein. Formfehler in den Verträgen von Mercedes Benz Bank, aber auch Volkswagen Bank, Audi Bank, Seat Bank, BMW Bank und zahlreichen anderen Autobanken sorgen nach unseren Analysen dafür, dass ein solcher Widerruf noch Jahre nach Abschluss ausgesprochen werden kann – auch dann noch, wenn der Kredit oder Leasing-Vertrag gar nicht mehr läuft.

Der Kauf des Autos wurde nicht finanziert

In diesen Fällen muss eine Schädigung des Verbrauchers durch Manipulation der Abgaswerte nachgewiesen werden. Hier verbessern die jüngsten Rückrufe die Chancen von Mercedes-Besitzern erneut. Sie zeigen, dass die Manipulationen weit verbreiteter gewesen sein können, als bisher bekannt. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat Anfang des Jahres klargestellt, dass ein solches Vorgehen des Autoherstellers einen Sachmangel darstellt.

Besonders gut dürften die Chancen auf Schadensersatz-Anspruch für alle Modelle sein, die durch das KBA für ein Software-Update zurückgerufen wurden. Denn nach der Entscheidung des BGH steht fest: Mit einem Software-Update ist es in der Regel nicht getan. Vielmehr hat der Besitzer einen Anspruch auf ein mängelfreies Fahrzeug. Er kann also ein Neufahrzeug oder die Rückgabe seines Geldes fordern. Hier gibt es inzwischen auch schon einige Gerichts-Urteile, die bestätigen, dass ein Verbraucher sein Geld zurückbekommt, ohne eine Nutzungsentschädigung für die gefahrenen Kilometer zu bezahlen ist. 

Was tun?

Jeder Fall ist individuell. Die ideale Vorgehensweise hängt stark von folgenden drei Faktoren ab:

Welchen Motor hat das Auto?

Wurde der Kauf durch Kredit oder Leasing finanziert?

Hat der Besitzer eine Rechtsschutzversicherung?

Daher sollte jeder Fall einzeln durch einen Fachmann geprüft werden, um zu ermitteln, welches Vorgehen die besten Chancen hat und gleichzeitig die geringsten Kosten verursacht. Die Interessengemeinschaft Widerruf bietet eine solche Prüfung kostenlos und unverbindlich an. Im Rahmen dieser Prüfung erfahren Diesel-Besitzer, welche Aussichten bestehen und wie sie weiter vorgehen können.

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