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ROUNDUP 2 Kommunen verbieten zunehmend Glyphosat auf Pachtflächen

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
15.07.2019, 14:08  |  340   |   |   

MAINZ (dpa-AFX) - Viele deutsche Städte verzichten teils schon seit Jahren bei der Unkrautvernichtung auf ihren Grünflächen auf das umstrittene Pflanzenschutzmittel Glyphosat. Anders sah es lange bei den von Kommunen verpachteten und landwirtschaftlich genutzten Flächen aus. Aber das ändert sich: Immer mehr Städte und Gemeinden nehmen das Verbot auch in ihre Pachtverträge mit Landwirten auf, die stadteigene Äcker bewirtschaften.

Glyphosat steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Eine Unterbehörde der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufte es als "wahrscheinlich krebserregend" ein, andere Behörden und Studien betrachten es bei sachgemäßer Handhabung als sicher. Naturschützer beklagen allerdings vor allem die negativen Folgen des sogenannten Totalherbizids für die Artenvielfalt. Bundesumwelt- und Landwirtschaftsministerium streiten seit weit mehr als einem Jahr über Einschränkungen für die Anwendung.

2017 hatten die EU-Staaten die Glyphosat-Zulassung für fünf Jahre bis Ende 2022 verlängert - Deutschland hatte zugestimmt, obwohl die Bundesregierung uneinig war. Die Große Koalition in Berlin strebt einen schrittweisen Ausstieg spätestens bis 2023 an. Österreich hat als erstes EU-Land den Einsatz verboten. Unklar ist, ob das mit EU-Recht vereinbar ist.

Beim Umgang der Kommunen mit Glyphosat ist zwischen städtischen Grünflächen, sogenanntem Nichtkulturland und verpachteten Flächen zu unterscheiden. Auf Grünflächen wenden es die meisten Kommunen längst nicht mehr an. Beim Nichtkulturland - Straßen, Wegen, Gleisanlagen, Betriebsflächen oder Hafengeländen - braucht es für einen Glyphosat-Einsatz laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft eine ausdrückliche Genehmigung. Diese würden von den Pflanzenschutzdiensten auf Landesebene aber durchaus noch regelmäßig erteilt, sagt Corinna Hölzel. Sie ist beim Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Deutschland für Pestizidpolitik zuständig.

Der Deutsche Städtetag teilt mit: "Seit Jahren geht eindeutig der Trend dahin, dass immer weniger Städte Glyphosat einsetzen." Das ergab auch eine bundesweite Umfrage der Deutschen Presse-Agentur in Städten. In Stuttgart etwa wird es in Parks, Grünanlagen und auf Friedhöfen seit 2016 nicht mehr verwendet. "Unsere Erfahrungen zeigen: Der Verzicht auf Glyphosat scheint möglich. Voraussetzung ist die Bereitschaft, mehr Zeit und Geld zu investieren", heißt es dort.

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