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Chaos-Prozess Brexit: Wie Anleger jetzt durch den Angst-Markt kommen

10.09.2019, 13:48  |  2488   |   |   

Das britische Parlament tritt erst am 14. Oktober 2019 wieder zusammen. Aktuell sind dem Premierminister sämtliche Wege zum ungeordneten Brexit am 31. Oktober 2019 verstellt, wobei auch geprüft wird, wie das No-Deal-Gesetz umgangen werden könnte. Laut Folker Hellmeyer verwirre Boris Johnson die Realwirtschaft und die Finanzmärkt weiter. Auf was müssen Anleger sich jetzt einstellen?

„Der Markt ist aufgrund von Johnsons Haltung äußerst vorsichtig“, sagte Jane Foley, Senior Currency Strategist der Rabobank gegenüber Reuters. Und weiter: „Die Angst hängt über den Märkten. (…) Es wird noch einige Zeit dauern, bis sich die Unsicherheit auflöst.“ Für Anleger ergibt sich daraus alles andere als ein sicheres Umfeld. Otmar Lang, Chefvolkswirt der Targobank, meinte gegenüber wallstreet:online: „Ich [gehe] davon aus, dass es nicht zu einem No-Deal Brexit am 31. Oktober kommen wird. Sehr wahrscheinlich wird der Brexit weiter verschoben und möglicherweise am Ende sogar ganz abgesagt.“

Laut Chris-Oliver Schickentanz, Chef-Anlagestratege von der Commerzbank, sollten Anleger auf eine ausreichende Absicherung des Depots achten, so der Experte in seinem Beitrag für Focus. Short-Zertifikate auf das britische Pfund sind eine Option für Schickentanz. Er rechnet damit, dass im Falle eines harten Brexits das Pfund Sterling gegenüber dem Euro abwerten dürfte. Daneben empfiehlt der Experte eine Long-/Short-Strategie bei Aktien. Schickentanz rechnet vor, dass im Falle eines harten Brexits Anleger, die in den exportorientierten britischen Aktienindex FTSE100 investieren und den binnenorientierten FTSE250 verkaufen, profitieren könnten.

David McAllister, CDU-Europaabgeordnete, äußerte sich höchst besorgt: „Die politische Lage auf der Insel ist derzeit so angespannt wie nie zuvor, der Machtkampf zwischen dem britischen Unterhaus und dem Premierminister nimmt neue Dimensionen an“, so die dpa. Am Montag kamen warnende Stimmen aus den Analysehäusern hinzu.

Laut Medienberichten sollen Ökonomen der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG sagt haben, dass ein No-Deal Brexit dazu führen würde, dass die britische Wirtschaft im nächsten Jahr um 1,5 Prozent schrumpfe. Auch die Konsumausgaben könnten deutlich zurückgehen.

Ähnlich negativ sind die Ausblicke der Bank of England und des Office for Budget Responsibility (OBR). Sie rechnen mit deutlichen Einschnitten für die Wirtschaft, wenn über Nacht der Zugang zum EU-Binnenmarkt und zur Zollunion verloren geht. Beide erwarten nach einem No-Deal Brexit eine Rezession. Die britische Wirtschaft hatte sich in den letzten Monaten bereits abgeschwächt, so dass nach offiziellen Angaben nur der Dienstleistungssektor weiter wächst.

Die britische Denkfabrik Resolution Foundation sagte, dass die nächste Rezession ‚unnötig schmerzhaft‘ sein könnte, weil die Geld- und Finanzpolitik schlecht gerüstet sei, um sie zu bekämpfen, so Bloomberg.

Adrian Paul von der US-Investmentbank Goldman Sachs soll laut CNBC gesagt haben: „Es gibt keine Parlamentswahlen vor dem Brexit-Termin und ein Brexit-Deal ist abgeschlossen und bis Ende Oktober ratifiziert“, so das Basis-Szenario. Paul weiter: „Im Wesentlichen sind wir der Meinung, dass sich die Vereinbarung kaum von der Brexit-Vereinbarung unterscheiden wird, die bereits zwischen der EU und Großbritannien ausgehandelt wurde - eine Vereinbarung, die unter May wiederholt abgelehnt wurde.“ Goldman Sachs hat die Wahrscheinlichkeit für einen No-Deal Brexit von 25 Prozent auf 20 Prozent und die Wahrscheinlichkeit für No Brexit von 30 Prozent auf 25 Prozent herabgesetzt.

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