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Buy or Goodbye Warum Lazio Rom ein beinharter Investment-Tipp ist und Boeing aus dem Depot fliegt

19.09.2019, 17:15  |  6477   |   |   

David Waschnig und Marcus Wessel legen sich fest. Die Smart Investor-Fachjournalisten begründen, warum die Himmelblauen aus der ewigen Stadt aus Investorensicht ein Siegtreffer sind. Und die US-amerikanische Flugzeug- und Rüstungsschmiede den Renditeturbo Ihres Depots nicht mehr antreiben wird.

Buy: Lazio Rom

Der börsennotierte Fußballklub Lazio Rom ist unter allen europäischen Hauptstadtclubs der mit Abstand günstigste: Aktuell beträgt seine Marktkapitalisierung geradezu lächerliche 80 Mio. EUR. Dagegen wird der Stadtrivale AS Rom mit über 300 Mio. EUR bewertet, der AC Mailand wechselte für zuletzt 700 Mio. EUR den Besitzer, und die „alte Dame“ Juventus Turin wird aktuell mit der astronomischen Summe von 1.700 Mio. EUR bepreist.

Der aktuelle Börsenwert entspricht unserer Ansicht nach nicht einmal ansatzweise dem wahren Wert Lazios. Der Club ist nämlich einer der wenigen in Europa, welcher seit Jahren schwarze Zahlen schreibt und seine Bilanz ständig verbessern konnte. Dies ist vor allem auf Claudio Lotito zurückzuführen, welcher den Club mit eiserner Faust regiert. 2004 kaufte der gebürtige Römer das erste Aktienpaket an den im Volksmund „Biancocelesti“ („Die Weis-Himmelblauen“) genannten Verein. Mit dieser Akquisition rettete er den Club vor dem Bankrott. Heute ist der Verein laut einem Gutachten von mehreren Wirtschaftsprüfern etwa 300 Mio. EUR wert. Wurde man den Superstar Sergej Milinkovic-Savic verkaufen, der auf einen Wert von 65 Mio. EUR taxiert wird, und das ungenutzte Immobilienportfolio liquidieren, hatte man mehr als 80 Mio. EUR in der Tasche und bekäme den restlichen Verein quasi gratis.

Lazio ist damit das günstigste Fußballpapier in ganz Europa – mit einer hohen Chance auf Sondergewinne. So wurde eine erfolgreiche Champions-League-Qualifikation dessen Kassen überquellen lassen. Der Stadtrivale AS Roma hat durch seinen Champions-League-Ausflug 2017/2018 rund 84 Mio. EUR zusätzlich erwirtschaftet. Im Falle Lazios konnte das Champions-League-Geld als reiner Gewinn verbucht werden, da der Verein schon bisher profitabel gewesen ist – und eine Qualifizierung für die Champions League in den kommenden Jahren erscheint aus sportlicher Sicht gar nicht unwahrscheinlich. Ein langfristiger Investor kann mit S.S. Lazio S.p.A., so der offizielle Name der Gesellschaft, vermutlich noch viel Spaß haben – als Investor wie auch als Fan.

Autor: David Waschnig, Smart Investor

Goodbye: Boeing

Die besten Zeiten scheinen beim US-Konzern Boeing tatsachlich der Vergangenheit anzugehören. Nachdem man in Seattle viele Jahre mit einer Mischung aus Arroganz und Überheblichkeit auf den Konkurrenten Airbus heruntergeblickt und Innovationen verschlafen hatte, schlitterte der Flugzeugbauer in ein bislang nur in Ansätzen überhaupt abschätzbares Debakel. Die Abstürze von zwei baugleichen 737-MAXMaschinen im Oktober 2018 und Marz 2019 zogen ein weltweites Flugverbot nach sich, das Boeing und seinen Airlinekunden täglich Millionen kostet. Seitdem müssen sich die Manager um CEO Dennis Muilenburg unbequemen Fragen nach Verantwortung, Schlampereien und Versagen stellen. In den USA drohen Schadenersatzklagen in Milliardenhohe und ein Reputationsverlust, der irreparabel sein könnte.

Gleichzeitig gerät Boeing gegenüber Airbus immer weiter in die Defensive. Erst kürzlich musste das Unternehmen Triebwerksprobleme beim neuen Langstreckenjet 777-8 einräumen. Damit steht nicht nur die für das kommende Jahr geplante Markteinführung auf der Kippe – lukrative Auftrage konnten nun auch von den Airlines auf die andere Seite des Atlantiks verschoben werden. Das mit einem Rekordverlust von 2,9 Mrd. USD abgeschlossene zweite Quartal durfte somit nur ein Vorgeschmack auf das sein, was dem Flugzeugbauer angesichts seiner vielen Baustellen womöglich noch droht. Zudem ist die Aktie im Vergleich zum europäischen Konkurrenten hinsichtlich fast jeder Kennzahl wesentlich höher bewertet. Als Anleger sollte man möglichst bald die Reißleine ziehen: Der Sinkflug der Aktie hat gerade erst begonnen. Das charttechnische Bild wirkt zwar noch nicht desolat. Allerdings ist der Aufwärtstrend der letzten beiden Jahre gebrochen wurden, was ein Indiz für weiter sinkende Kurse ist.

Autor: Marcus Wessel, Smart Investor

 

 

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8 Kommentare

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Kommentare

bei 3,60 denke ich über einen teilausstieg nach. aber die 161000 stücke für 1,216 müssen erst abgeräumt werden, oder ????
KPMG sieht den fairen Aktienkurs bereits bei 3,97 Euro, ohne dass dafür die CL notwendig gewesen wäre.
Alles andere steht weiter oben.
Mehr muss man eigentlich nicht wissen.
Wie erwähnt: Die letzten 3-4 Jahre standen fünf Mannschaften vor Lazio.
Die letzten 12 Jahre erreichte Lazio nur alle 6 Jahre mal die Champions-League,
zuletzt in der 2014-Saison.
"International spielen" ist nett. Finanziell attraktiv ist jedoch nur und ausschließlich
Champions League. Wer nur Europa-League spielt, benötigt mehr Spieler und schneidet
statistisch (!) in dieser Saison wegen der Mehrbelastung deutlich schlechter als in der
Vorsaison ab.

Zudem hat der andere römische Verein AS Rom Lazio in der Vermarktungsfähigkeit
bereits abgehängt und dies wird durch deren neues (reines Fußball-) Stadion mit
deutlich mehr und attraktiveren Logen weiter ausbauen.
Die Vermarktbarkeit von Lazio wird von ihren vielen faschistischen & gewalttätigen
Fans zudem extrem behindert. Last not least ist für das Olympiastadion auch
kein Namenssponsor möglich. Das will auch keiner, wegen deren Fascho-Fans.
Nur weil nach ein paar Spieltagen die genannten Mannschaften zum Teil mit nur mickrigen 2 Punkten vor Lazio stehen, muss dies nicht auch am Ende der Saison so sein bzw. sind sie nicht automatisch deutlich stärker.
AS Rom ist im Vergleich zu Lazio hochverschuldet. AC Milan hat die überlebensnotwendige Quali zur CL verpasst, wird allein deshalb große Probleme haben, seine Spieler zu bezahlen geschweige denn, investieren zu können.
Lazio benötigt eh keine CL, um weiter zu wachsen. Die Schulden wurden in den letzten Jahren stetig abgebaut (Ausnahme letztes Jahr), man spielt seit 3 Jahren international, ist Pokalsieger. Will heißen, es ist sowohl eine sportliche als auch wirtschaftliche Entwicklung zu beobachten, die positiv ist.
Fundamental ist man eh schon zu diesem Zeitpunkt grotesk unterbewertet.

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