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Aktiencheck Wirecard: Es wird geil! Experten geben den Bullen Stoff

02.10.2019, 12:41  |  26318   |   |   

Deutsche Bank, Goldman Sachs und Warburg Research sind bei Wirecard äußerst optimistisch. Die Kursziele liegen zwischen 200 und 230 Euro pro Anteilsschein. Warburg-Analyst Marius Fuhrberg erhöhte seine Umsatz- und Ergebnisprognosen (Ebit) für die Jahre 2019 bis 2021. Deutsche Bank-Analystin Nooshin Nejati geht davon aus, dass Wirecard seine langfristigen Ziele anheben wird, was die Aktie antreiben und das Vertrauen der Investoren wieder stabilisieren dürfte. Die wallstreet:online-Redaktion bat Aktienexperten um ihre Prognose.

Volker Glaser, Chefredakteur bei Die Vorstandswoche, sagte exklusiv gegenüber wallstreet:online: „Ich bin für die Aktie von Wirecard auch weiterhin zuversichtlich. Die Aktie konsolidiert nun seit einigen Wochen um die Marke von 150 Euro und könnte bald wieder durchstarten.“ Hierfür rekonstruiert Glaser die jüngsten Schritte von Wirecard. Er hält fest: „Wirecard-Chef Markus Braun hat im September ordentlich getankt. An der Kapitalmarkttankstelle. Das Unternehmen hat sich über eine Anleihe 500 Millionen Euro frische Mittel besorgt, die zu 0,5 Prozent verzinst werden. Zudem wurde die Wandelschuldverschreibung mit Softbank vollzogen. Somit sind Wirecard im September neue Mittel von 1,4 Milliarden Euro zugeflossen.“

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Dieser ordentliche Batzen Geld muss nun sinnvoll platziert werden. Auf die Frage, was Markus Braun mit dem Geld machen könnte, antwortete Glaser: „Einerseits wird er die Bankschulden reduzieren. Andererseits gehen wir davon aus, dass der CEO zeitnah ein Aktienrückkaufprogramm ankündigen wird. Das sollte noch in Q4 umgesetzt werden. Zudem wird Wirecard starke Zahlen für Q3 melden und vermutlich die obere Bandbreite der Prognose erreichen, oder die eigene Prognose sogar nochmal anheben.“

Was spricht laut Glaser noch für einen Kursauftrieb? „Wir rechnen mit einem weiteren positiven Newsflow zur Gewinnung von Neukunden, insbesondere aus dem Umfeld von Softbank. Dies alles sind zahlreiche Trigger, welche der Aktie einen neuen Schub verleihen könnten. Jetzt hängt es nur noch am Marktumfeld; aber ansonsten sind durchaus neue Höchstkurse darstellbar“, so Glaser abschließend.

Andreas Mark, Fondsmanager bei Union Investment, sagte exklusiv gegenüber wallstreet:online: „Wirecard hat in den vergangenen Quartalen ein überdurchschnittliches Wachstum gezeigt. Wir gehen davon aus, dass dieser Trend anhalten wird. Durch kluge Akquisitionen und eine hohe technische Kompetenz hat es Wirecard geschafft, eine globale Plattform aufzubauen. Wirecard akquiriert damit viele Großkunden, wie zuletzt Aldi.“

Für Mark bleibt Wirecard auf Wachstumskurs. Er sagte: „Das margenstärkere Geschäft mit kleineren und mittelgroßen Kunden läuft gut. Und die Neukundenpipeline ist voll. Dabei ist Wirecard sehr innovativ und besitzt eine starke Marktstellung im Wettbewerb. Durch den Besitz einer Vollbanklizenz kann Wirecard ein breites Produktportfolio anbieten und sich gegenüber den Wettbewerbern differenzieren. Auch baut das Unternehmen das Geschäft mit Zusatzdiensten wie Datenanalyse, Mobilitätslösungen und Kundenbindungsprogrammen stetig aus und kann seinen Kunden damit ein Komplett-Paket anbieten.“


 
„Insgesamt spielen dem Zahlungsdienstleister strukturelle Trends in die Karten: Das starke E-Commerce-Wachstum sowie der Trend hin zu elektronischem und kontaktlosem Bezahlen. Wirecard hat sich mittlerweile vom reinen Zahlungsdienstleister zum Finanztechnologie-Unternehmen gemausert. Das zeigt auch der Einstieg von Softbank, obwohl Zweifel am Geschäftsmodell aufgekommen sind. Das Engagement des japanischen Kommunikationskonzerns und Tech-Investors bei Wirecard und die geplante Zusammenarbeit sind sehr positiv zu sehen. Dies unterstreicht die hohe Qualität des Geschäftsmodells. Das sollte auch die Börse honorieren“, so Andreas Mark.

Peter Thilo Hasler, Gründer und Research-Analyst der Sphene Capital GmbH, ordnete die Situation von Wirecard für unsere Leser folgendermaßen ein: „Die Stabilität der Wirecard-Aktie ist beeindruckend. Was nicht zuletzt an den Finanzanalysten liegt, die sich von dem ganzen Bohei der letzten Monate um die FT-Attacken nicht anstecken ließen. Nennenswerte Herabstufungen waren nicht zu beobachten.“

Hasler führte weiter aus: „Im Durchschnitt rechnen die Analysten damit, dass sich die Nettogewinne bis 2022 gegenüber 2018 nahezu vervierfachen werden. Angesichts prognostizierter Consensus-Gewinne von 10,38 Euro je Aktie wird die Wirecard-Aktie derzeit mit der 14,4-fachen Gewinnschätzung gehandelt. Im historischen Vergleich ist die Wirecard-Aktie damit nicht hoch bewertet. Sollten diese Schätzungen tatsächlich erreicht werden, sind Kursziele jenseits des bisherigen Alltime-Highs durchaus vorstellbar.“

Nichtsdestotrotz erschließen sich für Hasler nicht alle Vorgänge bei Wirecard. Hasler meinte, dass Fragen insbesondere beim Abschluss der Tochtergesellschaft cardSystems Middle East offen bleiben. Sie sei „zwar für mehr als die Hälfte des Betriebsergebnisses verantwortlich, bleibt jedoch für Außenstehende eine Black Box“, so Hasler.
 
Wirecard-Diskussion in der wallstreet:online-Community

In der Finanzcommunity von wallstreet:online geht es um die Frage, wohin die Wirecard-Aktie steuert. User Snelll schrieb am 2. Oktober 2019: „Mal schauen, was die Amerikaner heute Nachmittag und morgen machen. Gestern früh war ich mir sicher, dass es die Woche nicht mehr unter 140 geht, jetzt bin ich mir da sehr unsicher, vielleicht ist ein schneller Rutsch unter 140 auch gesund für den weiteren Kurs.“

Auch CrazyBroker macht sich Sorgen über den Wirecard-Kurs: „Dass der Kurs die 160€ nicht überwinden will, ist schon schlecht nachvollziehbar, dass der Kurs aber im Schlussquartal den Rückwärtsgang einlegt, noch weniger.“

Beruhigende Worte kommen von 4tom5: „Wenn ich eine Aktie kaufe, dann bin ich überzeugt von dem Unternehmen, sollte der Kurs auch mal 10 – 15% runter gehen ohne schlechte News, dann ist das auch kein Beinbruch. Bei WDI stimmt die Story und das wird langfristig automatisch zu höheren Kursen führen.“ Und Einstein-10 meint: „alles wird gut…200+++sehen wir sehr bald.“

Mit Volker Glaser, Andreas Mark und Peter Thilo Hasler sprach Dr. Carsten Schmidt, Redakteur bei wallstreet:online.

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