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Hilft ein starker Winter? K+S: Heiße Chance auf Turnaround?

Gastautor: Volker Glaser
21.11.2019, 00:57  |  5740   |   |   

Eine Perle am Aktienmarkt ist K+S sicherlich nicht. Der Anbieter von mineralischen Produkten für die Bereiche Landwirtschaft, Industrie, Verbraucher und Gemeinden stand noch nie auf der Favoritenliste der Vorstandswoche. Zuletzt hatten wir über die Kasseler im Rahmen der Avancen der kanadischen Potash im Jahr 2015 berichtet. Potash hatte damals laut K+S 41 Euro je Aktie geboten. Dies zeige "nicht den fundamentalen Wert von K+S und ist nicht im Interesse des Unternehmens", sagte einst der ehemalige K+S-Chef Norbert Steiner. Heute handelt die Aktie bei Kursen um 10.50 Euro. Das ist das Kursniveau aus 2005. Peinlich, peinlich! Noch heute wird Steiner von Investoren für seine Ablehnung der Avancen von Potash regelrecht verflucht. Alles Jammern hilft aber nichts. Steiner ist längst Geschichte. Nachdem die Aktie derart zusammengefaltet wurde, ist sie zumindest einen tieferen Blick wert.

An der Spitze des Unternehmens, welches derzeit nur noch mit knapp 2 Mrd. Euro kapitalisiert wird, steht heute Burkhard Lohr. Er ist im Vorstand seit dem Jahr 2012, seit Mai 2017 agiert er als CEO von K+S. Zu beneiden ist Lohr aber nicht. K+S hat sein Schicksal nämlich nicht in der eigenen Hand. Das Unternehmen klebt stark an der Entwicklung des Kalipreises. Für das weiterhin sehr schwache Marktumfeld für Kaliumchlorid kann Lohr nun wirklich nichts. Noch vor 10 Jahren lag der Preis pro Tonne bei über 900 Dollar. Heute sind es weniger als 300 Dollar. Die Marktschwäche wurde zudem noch durch den Importstopp des Standardprodukts Kaliumchlorid durch China weiter verstärkt, weshalb Lohr die Produktion von Kaliumchlorid bis zum Jahresende um bis zu 300 000 Tonnen reduzieren wird. Das hat dramatische Folgen für das EBITDA, welches mit bis zu 80 Mio. Euro zu Buche schlägt. Parallel zu dieser Drosselung der Produktion aufgrund des anhaltend schwachen Marktumfelds, wird der Firmenchef weitere Instandhaltungsmaßnahmen an deutschen Standorten im 4. Quartal durchführen. Dadurch reduziert sich die Kaliproduktion im laufenden Jahr zusätzlich um bis zu 200 000 Tonnen. Dies hat einen weiteren Effekt auf das EBITDA von 50 Mio. Euro, der in 2019 den Gewinn belasten wird. Etwas ärgerlich ist lediglich, dass Lohr am 23. September die negativen Effekte für das EBITDA auf bis zu 80 Mio. Euro taxiert hat und jüngst mit dem Q3 Bericht weitere negative Effekte von 50 Mio. Euro „hinterhergeschoben“ hat. Das sieht von außen betrachtet alles doch sehr unprofessionell aus.

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