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    Niedrigster Stand seit 2013  3913  0 Kommentare Standort Deutschland wird für ausländische Investoren immer unattraktiver!

    Internationale Investoren haben 2023 ihr Engagement in Europa reduziert. Lesen Sie hier, welche Staaten in der Gunst der Investoren gestiegen, welche gefallen sind, und warum deutsche Investoren wichtig für Europa sind!

    Für Sie zusammengefasst
    • Ausländische Investitionen in Deutschland sinken kontinuierlich
    • Frankreich und Großbritannien profitieren, Deutschland verliert
    • Deutsche Unternehmen sind wichtige Investoren in Europa

    Ausländische Investoren haben ihr Engagement in Deutschland im vergangenen Jahr deutlich zurückgefahren: Internationale Unternehmen kündigten 733 Investitionsprojekte hierzulande an – und damit 12 Prozent weniger als im Vorjahr. Das ist der niedrigste Stand seit 2013 und der sechste Rückgang in Folge, wie aus einer Analyse des Prüfungs- und Beratungsunternehmens EY zu Investitionsprojekten ausländischer Unternehmen in Europa hervorgeht.

    Frankreich und Großbritannien hängen Deutschland ab

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    Henrik Ahlers, Vorsitzender der Geschäftsführung bei EY, hält die kontinuierlich sinkende Zahl ausländischer Investitionsprojekte in Deutschland für sehr beunruhigend: "Das ist ein Alarmsignal. Deutschland wird abgehängt, andere europäische Standorte entwickeln sich viel dynamischer." Seit 2017 ist die Zahl der Investitionsprojekte in Deutschland um 35 Prozent gesunken. In Großbritannien betrug das Minus 18 Prozent. In Frankreich dagegen legte die Investitionstätigkeit im gleichen Zeitraum um 20 Prozent zu. "Frankreich ist der große Brexit-Gewinner. Deutschland hingegen hat sogar noch mehr Investitionen verloren als Großbritannien", stellt Ahlers fest.

    Aus Sicht des Experten gibt es eine Reihe von Gründen für das schwache Abschneiden Deutschlands, darunter die hohe Steuerbelastung, hohe Arbeitskosten, teure Energie und eine lähmende Bürokratie. "Das Ergebnis: Die Investitionen sinken, die Stimmung bei Verbrauchern wie Unternehmen ist im Keller, die Konjunktur entwickelt sich so schwach wie in keinem anderen Industrieland", gibt Ahlers zu bedenken.

    Zwar schwächelte die Entwicklung der ausländischen Investitionen in ganz Europa, aber nicht so stark wie in Deutschland: Europaweit wurden im vergangenen Jahr insgesamt 5.694 Investitionsprojekte ausländischer Investoren angekündigt, das entspricht einem Rückgang um 4 Prozent. Das Vor-Pandemie-Niveau wurde europaweit verfehlt: In Europa lag die Investitionstätigkeit 2023 um 11 Prozent niedriger als im Vor-Pandemie-Jahr 2019 und sogar um 14 Prozent niedriger als im Rekordjahr 2017.

    Obwohl die Zahl der Investitionsprojekte im vergangenen Jahr um 5 Prozent auf 1.194 zurückging, bleibt Frankreich Spitzenreiter im Europa-Ranking. Großbritannien belegt den zweiten Platz, dort stieg die Zahl der Projekte um 6 Prozent auf 985.

    Die größte Dynamik der Investitionsentwicklung unter den größeren europäischen Standorten wiesen die Schweiz mit einem Anstieg von 53 Prozent und die Türkei mit einem Plus von 17 Prozent aus. Die Türkei belegt nun hinter Deutschland den vierten Platz in der Rangliste, die Schweiz klettert auf Rang 12.

    US-Unternehmen fahren Engagement in Europa deutlich zurück

    US-Unternehmen waren im vergangenen Jahr immer noch die wichtigsten Investoren in Europa – die Zahl der Investitionsprojekte schrumpfte allerdings um 15 Prozent. Hierzulande wurden sogar 22 Prozent weniger US-Investitionen gezählt als im Vorjahr. Mit dem "Inflation Reduction Act" hätten die USA zudem den Standortwettbewerb weiter verschärft, und Europa habe bislang keine Antwort gefunden warnt Ahlers: "Die USA gewähren massive Steuergutschriften bei Investitionen in grüne Technologien, was die Produktionskosten stark reduziert und den Standort USA deutlich nach vorn gebracht hat – auf Kosten Europas."

    Die US-Standortpolitik zeige Wirkung, meint Ahlers: "US-Konzerne investieren offenbar verstärkt im eigenen Land und seltener in Europa." Dass in den vergangenen Jahren einige sehr große und prominente US-Technologiekonzerne gerade in Deutschland investierten, mache aber Hoffnung. Ahlers verweist auf die 2,3-Milliarden-Euro Investition des US-Pharmakonzern Eli Lilly in eine moderne Produktionsanlage im rheinland-pfälzischen Alzey, Intels geplante neue Chipfabrik in Magdeburg oder Apples Milliarden-Investition in ein Münchner Chip-Zentrum.

    US-Investoren hätten den Standort Deutschland keineswegs abgeschrieben, das Vertrauen sei aber erschüttert. "Es sollte eine der Top-Prioritäten für die deutsche Politik und Wirtschaft sein, dieses Vertrauen wieder herzustellen", mahnt Ahlers. Um einen Subventionswettlauf könne es dabei aber nicht gehen, sagt Ahlers: "Vielmehr gilt es, die Rahmenbedingungen so zu verbessern, dass Deutschland in Bezug auf den Arbeitsmarkt, die Infrastruktur und auch die Kostensituation für Investoren wieder erste Wahl ist".

    Nicht nur US-Konzerne, auch britische und türkische Unternehmen – die dritt- und viertwichtigsten Investoren in Deutschland – fuhren ihr Engagement hierzulande deutlich zurück: Britische Unternehmen reduzierten die Zahl der Investitionsprojekte in Deutschland um 24 Prozent und türkische Unternehmen sogar um 44 Prozent. Positiv entwickelten sich hingegen die Investitionen chinesischer (plus 16 Prozent) und Schweizer Unternehmen (plus 27 Prozent). Damit sind Unternehmen aus China nach den US-Konzernen die zweitwichtigste Investorengruppe in Deutschland.

    Deutsche Unternehmen als "wichtiger Jobmotor in Europa"

    Die Zahl der Investitionsprojekte deutscher Unternehmen im europäischen Ausland ging im vergangenen Jahr um 10 Prozent auf 620 zurück. Dennoch bleiben deutsche Unternehmen – nach den USA – die zweitwichtigsten Investoren in Europa. In den Ländern Mittel- und Osteuropas rangieren deutsche Unternehmen als wichtigste Investorengruppe sogar vor den USA.

    Das Top-Investitionsziel deutscher Unternehmen ist aber das Nachbarland Frankreich: Mit 183 Investitionsprojekten ist Deutschland hinter den USA der zweitgrößte Investor in Frankreich. Umgekehrt investieren französische Unternehmen allerdings eher selten in Deutschland: Gerade einmal 30 Investitionsprojekte französischer Unternehmen wurden 2023 in Deutschland gezählt.

    Während deutsche Unternehmen im vergangenen Jahr 620 Projekte im europäischen Ausland durchgeführt bzw. begonnen haben, bei denen knapp 47.690 neue Jobs entstehen, wurden umgekehrt nur 400 Projekte europäischer Unternehmen in Deutschland registriert, bei denen etwa 9.000 Arbeitsplätze geschaffen werden.

    "Deutsche Unternehmen sind ein wichtiger Jobmotor in Europa", betont Ahlers. "Diese wichtige Rolle Deutschlands innerhalb Europas wird oft nicht gesehen. Nicht nur Deutschland, sondern ganz Europa profitieren vom wirtschaftlichen Erfolg und der starken Exportorientierung der deutschen Wirtschaft. Deutsche Unternehmen haben in der Vergangenen Dekade hunderttausende Arbeitsplätze in Europa geschaffen."

    Ahlers ist skeptisch, ob es in diesem Jahr gelingen wird, die Investitionstätigkeit in Europa und vor allem in Deutschland deutlich anzukurbeln: "Die Probleme in Deutschland liegen tief und sind auch struktureller Art." Eine Trendwende werde daher nicht von heute auf morgen gelingen, sondern müsse vielschichtig sein. "Zunächst brauchen wir eine echte Steuerreform und einen Abbau von Regulierungsschranken. Wirtschaftsfreundliche Reformen müssen nicht nur diskutiert, sondern auch umgesetzt werden", sagt Ahlers.

    Tipp aus der Redaktion

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