Krise am Cannabismarkt Börsen-Oma Beate Sander zu Cannabis-Aktien: „risikofreudige Anleger. . . sollten vielleicht gerade jetzt mit kleinem Einsatz einsteigen“

05.02.2020, 13:46  |  31750   |   |   

Der große Rausch am legalen Cannabismarkt ist vorerst vorbei: Die Marktkapitalisierung der TOP-100 Cannabis-Aktien hat sich laut der Webseite CannabisMarketCap innerhalb eines Jahres fast halbiert. Was sind die Gründe dafür und wie schätzen Aktienexperten die derzeitige Lage ein?

Beate Sander (82), Millionärin durch Aktien, besser bekannt als „Börsen-Oma“, kommentierte die Lage am legalen Cannabismarkt exklusiv gegenüber wallstreet:online: „Vor fünf Jahren, als die Cannabis-Legalisierung in Kanada begann, herrschte große Euphorie und Begeisterung verbunden mit der Erwartung, hier zeichne sich - verglichen mit dem Neuen Markt - ein neuer Trend für schnellen Reichtum ab. Es ging vor allem um Medizin-Cannabis zur Bekämpfung von Schmerzen, Krämpfen, Magersucht u. a. m. Nachdem sich nicht alle Erwartungen erfüllten und Cannabis immer noch mit dem Feindbild Rauschgift und all seinen negativen Auswirkungen verbunden wird, stürzten die Kurse ab. Statt 500 bis 1.000 Prozent Plus binnen weniger Jahre rutschten die Kurse in den Keller. Sehr schnell war ein Minus von 40 Prozent, ja 70 Prozent in einem Jahr erreicht.

Wie sieht es mit den beiden bekanntesten Aktien aus? Canopoy Growth (WKN: A140QA) kommt bislang eher glimpflich davon. Ich nahm mir kürzlich die Aktie ins Depot mit einem Plus von 20 Prozent in vier Wochen, 14 Prozent in drei Monaten, 190 Prozent in drei Jahren, 1.370 Prozent in fünf Jahren. Dem steht ein Minus von gut 50 Prozent in einem Jahr gegenüber. Jetzt notiert die Aktie bei etwas über 20 Euro; das Hoch lag bei 50 Euro. Ziemlich schlecht sieht es weiterhin bei dem bekannten Titel Aurora (WKN: A12GS7) aus. Aktuell notiert die Aktie bei 1,70 Euro - weit entfernt vom Hoch bei 10 Euro.

Was also tun? Cannabis-Aktien sind nichts für Angsthasen bzw. vorsichtige Anleger und keineswegs geeignet für Anleger mit bescheidenem Geldbeutel, die sich hohe Verluste zumindest in bestimmten Phasen nicht leisten können. Risikofreudige Anleger, die langfristig anlegen, Nervenkitzel mögen und auch mal ein höheres Minus verkraften können, sollten vielleicht gerade jetzt mit kleinem Einsatz einsteigen.“

Zurzeit schwächelt der Markt: Die Marktkapitalisierung der 100 wichtigsten Cannabis-Aktien ist laut der Webseite CannabisMarketCap innerhalb eines Jahres von mehr als 86 Milliarden US-Dollar auf rund 47 Milliarden US-Dollar eingebrochen.


Quelle: cannabismarketcap.io

Dass Cannabis in den USA auf Bundesebene weiterhin illegal ist, sei eine wesentliche Ursache des Absturzes am Cannabismarkt, berichtet The Denver Post am Montag. Zwar hätten 33 US-Bundesstaaten zu medizinischen Zwecken Cannabis legalisiert, trotzdem werde es auf Bundesebene weiterhin als illegale Droge klassifiziert. Dadurch können Cannabis-Unternehmen beispielsweise keine Kreditkartenzahlungen annehmen oder andere wichtige Bankdienstleistungen wie z. B. Kreditlinien oder Bankkonten in Anspruch nehmen. Colorado plant jedoch eine Gesetzesänderung, um Cannabis-Unternehmen den Zugang zu Bankdienstleistungen zu erleichtern.



Ein weiterer wichtiger Grund für die Kurseinbrüche bei Cannabis-Aktien ist die sogenannte „Vaping-Krise“ in den USA. Die Food and Drug Administration (FDA) warnte erstmals im Oktober 2019 davor, E-Zigaretten mit dem Cannabiswirkstoff THC zu nutzen. Einige der Produkte stehen in Verdacht eine bisher unbekannte Lungenerkrankung namens Evali (E-cigarette or vaping associated lung injury) zu verursachen. An der neuen Krankheit sollen in den USA bisher über 2.600 Menschen erkrankt und 59 gestorben sein, so der „Vaping Illness Tracker“ der New York Times (NYT).

Der legale nordamerikanische Cannabismarkt kämpft zudem mit der Konkurrenz des illegalen Markts, der weiterhin floriert. Marc Davis, kanadischer Finanzjournalist und Cannabis-Experte, erklärte Anfang Dezember 2019 exklusiv gegenüber wallstreet:online: „Hohe Steuern und hohe Kosten, die bei der Einhaltung staatlicher Regularien entstehen, bringen die legale Cannabisindustrie in Nordamerika in Bedrängnis. Solange die Vorschriften nicht gelockert und die Steuern gesenkt werden, wird der Schwarzmarkt weiterhin florieren und die legalen Cannabisproduzenten werden Milliarden an US-Dollar pro Jahr verlieren. Zum Beispiel war der legale Cannabismarkt in Kalifornien im vergangenen Jahr nur drei Milliarden Dollar wert, verglichen mit dem illegalen Markt, der auf zehn Milliarden US-Dollar wuchs. Kriminelle bieten Cannabis rund 50 Prozent günstiger an als legale Anbieter“.

Autor: Ferdinand Hammer



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