Würdest du gern 30 % Durchschnittsrendite erzielen? Hier ist Peter Lynchs Strategie!

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
16.02.2020, 09:20  |  424   |   |   

Peter Lynch gilt als einer der erfolgreichsten Investoren überhaupt. Er hat sein Können über viele Jahre in der Praxis und mit großen Summen unter Beweis gestellt. So konnte er als Manager des Fidelity Magellan Fonds von 1977 bis 1990 eine Durchschnittrendite von etwa 29,2 % erzielen.

Dieser Erfolg innerhalb von 13 Jahren bedeutet eine knappe Verachtundzwanzigfachung des eingesetzten Kapitals. Aus 1.000 wurden 28.000 Euro und aus 10.000 wurden so 280.000 Euro. Das Fondsvolumen stieg gleichzeitig von 18 Mio. auf 14 Mrd. US-Dollar.

Nun könnte man annehmen, Peter Lynch hätte dabei besonders risikoreich investiert oder Derivate eingesetzt. Nein, dies tat er nicht. Stattdessen war er einerseits ein sehr intelligenter und anderseits ein hart arbeitender Investor, der Warren Buffett in vielen Punkten ähnelt. Hier ist seine Strategie.

Peter Lynch ist ein Value-Investor

Häufig wird vermutet, Peter Lynch habe nur auf Wachstumsaktien gesetzt. Dies trifft jedoch nicht zu, auch wenn er mit ihnen einige große Gewinne erzielt hat. Er investierte ganz im Gegenteil in alle Aktienarten, vom niedergeschlagenen Turnaround über Zykliker bis hin zu Wachstumswerten. Kurzum: Peter Lynch ist ein wahrer antizyklischer Value-Investor, der weiß, wann eine Aktie unterbewertet ist und somit Potenzial besitzt.

Seine Methode lässt sich nicht in eine Formel pressen oder auf einfachem Weg nachahmen. Hierzu sind umfangreiche Recherchen notwendig. So war Lynch ständig unterwegs, besuchte fast jeden Tag ein anderes Unternehmen, telefonierte mit den Managern und las natürlich viele Geschäftsberichte.

Nun aber konkret zu einigen seiner Methoden.

Aktien kategorisieren

Peter Lynch teilte seine Unternehmen grob in fünf Kategorien. So sind sie besser unterscheid- und einschätzbar.

  • Stark wachsende Firmen: Hier steigen Umsatz und Gewinn mit jährlichen Raten von über 25 %, wie beispielsweise heute bei der Wirecard (WKN: 747206)-Aktie.
  • Langsam bis durchschnittlich wachsende Firmen: Sie verbessern sich noch mit jährlichen Raten im Bereich von 3 bis 15 % und zeichnen sich durch Stetigkeit oder  regelmäßig steigende Dividenden aus, wie beispielsweise die Microsoft (WKN: 870747)-Aktie.
  • Zykliker: Dazu zählen Unternehmen, die stärker von der Konjunktur abhängig sind und deren Kurse deshalb sehr volatil sind, wie beispielsweise die Tesla (WKN: A1CX3T)-Aktie.
  • Die vierte Kategorie bildeten die sogenannten Asset Plays. Diese Unternehmen sehen auf den ersten Blick schlecht aus und sind ganz und gar keine Wachstumswerte. Sie notieren jedoch zu extrem günstigen Bewertungen, z. B. unter dem Substanz-, Buchwert oder sogar noch günstiger und besitzen versteckte Werte, die der Markt übersieht. Ein Beispiel könnte vielleicht derzeit die Deutsche Bank (WKN: 514000)-Aktie sein.
  • Und, zu guter Letzt, die Turnarounds. Hier finden sich in eine starke Krise geratene Unternehmen, bei denen jedoch erkennbar ist, dass eine Wende gelingen könnte. So ist beispielsweise Steinhoff (WKN: A1CX3T) derzeit in einer solchen Situation.

Gut, aber wann sollte man Unternehmen jeder einzelnen Kategorie kaufen?

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