Fintech flowpilot – Professioneller Online-Liquiditätsplaner für KMUs

Gastautor: Rainer Brosy
27.05.2020, 13:04  |  311   |   |   

Bernd Thöne hat mehrere Jahre lang als Unternehmensberater und Projektmanager gearbeitet. Während dieser Zeit erlebte er oft, wie KMUs trotz solider Geschäftsmodelle Insolvenz anmelden mussten, da Sie schlichtweg das Thema Zahlungsfähigkeit aus dem Blickfeld verloren hatten. Aus dieser Erfahrung heraus entwickelte er eine Software für die Liquiditätsplanung. Ein Interview.

 

Bild: Interview Bernd Thöne. Bildquelle: Bernd Thöne / www.flowpilot.io

 

Viele Mittelständler beschäftigt derzeit vor allem das Thema Liquidität. Wie wichtig ist Liquiditätsplanung für Unternehmen?

 

Bernd Thöne: Liquiditätsplanung ist extrem wichtig. Denn ohne den Erhalt der Zahlungsfähigkeit ist die Existenz eines Unternehmens immer unmittelbar gefährdet. Die aktuelle Corona-Krise führt uns das gerade auf dramatische Weise vor Augen. Von einem Tag auf den anderen bekommen Firmen große Schwierigkeiten, weil sie fällige Zahlungen nicht mehr leisten können. Auch Studien belegen, dass 80% aller Insolvenzen direkt oder indirekt an mangelnder Liquiditätsplanung liegen. Das Problem: Viele Entscheider - gerade im Mittelstand - konzentrieren sich zu sehr auf die Betrachtung der Rentabilität und verlieren das Thema Cashflow gerne aus den Augen. Dabei lassen sich durch eine gute Liquiditätsplanung viele Risiken für den Cashflow gut vorhersehen. Wer sich dann frühzeitig um Lösungen bemüht, kann dann mit geeigneten Maßnahmen die Liquidität deutlich verbessern und absichern. Aus Liquiditätssicht ist es beispielsweise sehr nützlich, dass eigene Zahlungsverhalten zu optimieren, offene Forderungen schneller eintreiben und den Weg zu frischem Geld möglichst kurz zu halten.

 

Vor welchen Herausforderungen stehen KMUs in Sachen Liquiditätsplanung?

 

Bernd Thöne (CEO von flowpilot.io): Die größte Herausforderung sind sicher das Forderungsmanagement, die Optimierung des eigenen Zahlungsverhaltens und das Durchspielen von Szenarien, um Vorhersagen für die Entwicklung des Geldbestands treffen zu können. Ist der Cashflow dauerhaft zu hoch, setzt das Unternehmen sein Kapital nicht effizient genug ein, um zum Beispiel in Innovationen zu investieren. Ist die Zahlungsfähigkeit zu gering, besteht immer die Gefahr, laufende Ausgaben nicht mehr bedienen zu können.”

 

Das Problem ganz generell ist, dass der Mittelstand in Punkto Finanzplanung und Controlling noch recht traditionell aufgestellt. Vielleicht ist es auch dem Erfolg vieler mittelständischer Unternehmen geschuldet, dass sich viele Workflows in den letzten Jahrzehnten kaum verändert haben. Viele Chefs glauben, sie behielten die Finanzen im Griff, wenn Sie ein Mal im Monat aufs Konto und auf die Betriebswirtschaftliche Auswertung des Steuerberaters schauen und ansonsten nach dem Motto verfahren: „Never change a running system“. Aber das ist sicher kein guter Ratgeber. Im Gegensatz zu Konzernen fehlt es bei KMUs also in allererster Linie an der Awareness, dass Liquiditätsplanung eine zentrale Aufgabe des Managements ist.

 

Auch das Knowhow, wie professionelle Liquiditätsplanung betrieben werden kann, ist bei KMUs nicht immer ausreichend vorhanden. Global Player beschäftigen ganze Abteilungen mit Controllern und Finanzexperten, die fortlaufend Liquiditätsgrade berechnen, den Cash Conversion Cycle optimieren, ein aktives Forderungsmanagement betreiben und einen direkten Draht zu Geldgebern und Banken halten.

 

Darüber hinaus sind große Unternehmen mit modernen Software-Tools ausgestattet, um alle Geldströme zu analysieren und zu optimieren. Auch bei den Werkzeugen zur Finanz- und Liquiditätsplanung besteht im Mittelstand also immenser Nachholbedarf. Das hat neben Awareness und Know-how natürlich auch mit den Defiziten bei der Digitalisierung zu tun. Wenn Unternehmer heute das Thema Liquiditätsplanung angehen, dann nutzen Sie oftmals Werkzeuge aus dem 20.Jahrhundert. Natürlich können Tools wie Excel am Anfang ganz hilfreich sein, um einen rudimentären Finanzplan aufzustellen. Aber spätestens wenn Szenarien für die Zahlungsfähigkeit geplant und die Planung rollierend in die Zukunft fortgeschrieben werden soll, gerät ein Tabellenprogramm an seine Grenzen. Die Liquiditätsplanung wird dann mühsam, fehlerhaft und zeitaufwändig.

 

Welche Lösungen bietet flowpilot?

 

flowpilot ist ein professioneller Online-Liquiditätsplaner, der auf die Bedürfnisse von KMUs zugeschnitten ist. Um zu starten, müssen nur die bestehenden Buchhaltungsdaten (Datev) hochgeladen werden. flowpilot setzt sich komplett selbständig auf und stellt den Cashflow in einem übersichtlichen Diagramm dar. Natürlich können auch Bankdaten oder Daten z. B. aus CRM-Systemen integriert werden. Anhand der echten Daten kann dann die Liquidität in die Zukunft geplant werden, wobei sich die Auswirkungen auf den Cashflow sofort niederschlagen. Dadurch lassen sich Finanzierungslücken sehr schnell erkennen und rechtzeitig managen.

flowpilot wird in Zukunft ein ganzheitliches Cashflow Management abbilden. Aus unterschiedlichen Systemen (z.B. Buchhaltung, Banken, ERP und CRM) werden unterschiedlichste Informationen konsolidiert und mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (AI) erstellt flowpilot daraus automatische Forecasts für die Zahlungsfähigkeit. flowpilot dient dem CFO und der Geschäftsführung als zentrales Steuerungswerkzeug und liefert maßgeschneiderte Liquiditätsszenarien und Entscheidungsgrundlagen. KMUs können mit flowpilot in Punkto Know-how und Tools endlich die Lücke zu den Global Playern schließen und Cashflow Management auf höchstem Niveau etablieren.

 

Wie sieht der perfekte Kunde von flowpilot aus?

 

flowpilot ist perfekt für alle Unternehmen, die ihre Liquiditätsplanung verbessern wollen und dabei von modernen digitalen Lösungen profitieren möchten. Da flowpilot die bestehenden Buchhaltungsdaten zur Liquiditätsberechnung nutzt, sind Unternehmen die ihre Buchhaltung im DATEV-Format exportieren können im ersten Schritt unsere Kernzielgruppe. Dieses Format wird praktisch von allen in Deutschland üblichen Buchhaltungs- und ERP-Systemen unterstützt. Natürlich kann man flowpilot auch in Echtzeit über unsere API anbinden. Eine weitere Zielgruppe sind Steuerberater und Unternehmensberater, die unsere Software nutzen, um die Zahlungsfähigkeit ihrer Mandanten zu überwachen und vorherzusagen. Wir haben mit flowpilot noch viel vor und entwickeln flowpilot laufend anhand der Rückmeldungen unserer Kunden weiter. Eine Internationalisierung ist ebenfalls geplant.

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Geschäftsführer
http://www.seoplus.expert/

Rainer Brosy (B.Eng.) betreibt eigene Finanz- und Energieportale und gehört zum Team verschiedener ICO`s.

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