Marktkommentar: Stéphane Rüegg (Pictet): Die Ökologisierung von Unternehmensanleihen
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Marktkommentar Stéphane Rüegg (Pictet): Die Ökologisierung von Unternehmensanleihen

Nachrichtenquelle: Asset Standard
18.06.2020, 08:35  |  255   |   |   

Der Markt für Green Bonds hat Fahrt aufgenommen und wird immer grösser. Investoren sollten jedoch vorsichtig sein.

Juni 2020 - Der Markt für Green Bonds boomt. Die Nachfrage nach umweltfreundlichen Anlagen geht Hand in Hand mit einem zunehmenden Bewusstsein für die Notwendigkeit, dem Klimawandel und der Umweltverschmutzung entgegenzuwirken, einen Verlust von Biodiversität zu verhindern und eine nachhaltige Zukunft zu gestalten.

Aber wie bei jeder neuen Anlageklasse müssen Investoren auf mögliche Stolperfallen achten.

Noch vor zehn Jahren gab es kaum einen Markt für Green Bonds. Ende April 2020 hatte er ein Volumen von USD 347 Mrd.  

Green Bonds sind Schulden, die zur Finanzierung spezifischer umweltbezogener Projekte aufgenommen wurden. Einen Teil ihrer Attraktivität haben sie der Gesetzgebung zu verdanken: Regierungen, die bestrebt sind, ökologische Projekte zu unterstützen, bieten häufig Steuervergünstigungen für den Besitz dieser Instrumente an. Sie sind aber auch deshalb attraktiv, weil sie den Weitblick des Managements signalisieren, einhergehend mit langfristigem Geschäftserfolg.

Für die Unternehmen hat dies den Vorteil, dass die Nachfrage nach diesen Anleihen ihre Investorenbasis tendenziell diversifiziert. Erhebungen lassen darauf schliessen, dass Investoren, die in Green Bonds anlegen, sich in der Regel aktiver beteiligen und die Instrumente länger halten als herkömmliche Anleihen.

Einer der Vorzüge für Emittenten sind die längeren Laufzeiten dieser Anleihen, was bedeutet, dass nicht so häufig refinanziert werden muss. Beispielsweise haben Green Bonds (von Unternehmen oder Staaten begeben) eine durchschnittliche Laufzeit von etwas unter 8 Jahren, gegenüber 7,2 Jahren bei globalen Investment-Grade-Unternehmensanleihen. Darin spiegelt sich möglicherweise die Tatsache wider, dass Umweltprojekte einen langen Zeithorizont haben.

In jüngster Zeit haben sich die Emissionen entlang des Kreditspektrums ausgeweitet. Obwohl Green Bonds meist mit Investment-Grade bewertet werden, haben es auch hochverzinsliche Emittenten wie das Recycling- und Abfallmanagementunternehmen Paprec, der Hersteller von Windkraftanlagen Nordex und der Glashersteller O-I Packaging Group in den Markt geschafft. Und es könnten noch mehr werden. Infolge der COVID-19-Pandemie könnten einige der 44% mit BBB bewerteten Green Bonds – ein geringerer Anteil als die breiteren Märkte für Unternehmensanleihen – zu gefallenen Engeln werden, die in Hochzinsterritorium fallen.

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