Marktkommentar: Jens Wilhelm (Union Investment): Corona wird zum Katalysator
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Marktkommentar Jens Wilhelm (Union Investment): Corona wird zum Katalysator

Nachrichtenquelle: Asset Standard
25.06.2020, 09:35  |  191   |   |   

Das Coronavirus wird den Beginn der 2020er Jahre an den Kapitalmärkten entscheidend prägen.

23.06.2020 -Das Coronavirus wird den Beginn der 2020er Jahre an den Kapitalmärkten entscheidend prägen. Jens Wilhelm, im Vorstand von Union Investment zuständig für das Portfoliomanagement, rechnet mit deutlicher Unterstützung für die Kapitalmärkte durch die angekündigten geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen. „Die Coronakrise wirkt als Katalysator, der bereits bestehende Anlagetrends beschleunigt. Mehr kontrolliertes Risiko, eine höhere Aktivität und stärkere Selektion sind die richtigen Reaktionen darauf.“

Volkswirtschaftlich sieht Wilhelm die Coronakrise als größte Herausforderung seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. „Der konjunkturelle Einbruch ist doppelt so tief wie in der Finanzkrise und erfolgt in deutlich kürzerer Zeit“, ordnet er die Ereignisse ein. Nach den Prognosen von Union Investment wird das Bruttoinlandsprodukt in der Eurozone im Jahr 2020 um 8,5 Prozent schrumpfen. Deutschland dürfte die Krise dabei mit Einbußen von 6,7 Prozent noch vergleichsweise glimpflich überstehen. Besonders gravierend dürften die Folgen in Italien (-11,7 Prozent) und Spanien (-11,5 Prozent) ausfallen. Selbst die USA, in den vergangenen Jahren der Hort wirtschaftlicher Stabilität, werden mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung von 7,0 Prozent hart getroffen. „Unsere Schätzungen lassen einen Anstieg der US-Arbeitslosigkeit auf annähernd 20 Prozent erwarten – ein beispielloser Vorgang in der jüngeren Wirtschaftsgeschichte“, sagt Wilhelm.

Volumen der geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen höher als in der Finanzkrise

Die konjunkturelle Talsohle dürfte bereits im zweiten Quartal 2020 erreicht werden. „Das Volumen der geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen ist höher als in der Finanzkrise und verfehlt seine Wirkung nicht. Das Schlimmste an den Märkten liegt hinter uns“, ist Wilhelm zuversichtlich. Zwar ist nach Einschätzung des Kapitalmarktstrategen mit einem erneuten Anstieg der Infektionszahlen im Herbst 2020 zu rechnen. Aber: „Staat, Wirtschaft und Gesellschaft sind viel besser vorbereitet und sollten nicht mehr überrascht sein. Die Folgen einer zweiten Welle werden daher für die Kapitalmärkte deutlich geringer ausfallen.“ Einen schnellen, V-förmigen Aufholprozess erwartet er jedoch nicht. „Die Erholung wird im zweiten Halbjahr 2020 einsetzen, aber sie wird flach verlaufen.“

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