Factoring als Liquiditätsmotor Im Experteninterview mit Stephan Ninow, Geschäftsführer der abcfinance GmbH

Gastautor: Rainer Brosy
17.09.2020, 15:05  |  4959   |   |   

Der Diplom-Kaufmann Stephan Ninow ist Geschäftsführer der 1976 gegründeten abcfinance GmbH, langjähriger Partner für die Finanzierung des Mittelstands rund die Themen: Leasing, Factoring und Absatzfinanzierung. Wir haben ihn zum Thema „Factoring als Liquiditätsmotor in Zeiten von Corona“ selbst befragt.

 

Bild: Stephan Ninow. Bildquelle: www.abcfinance.de

 

  1. Was ist das Kerngeschäft der abcfinance GmbH?

 

Bei abcfinance dreht sich alles um das Thema Liquidität. Kunden erhalten Antworten auf Fragen wie: Wie kann ich meine Liquidität verbessern? Wie investiere ich in mein Unternehmen, ohne mehr Fremdkapital bei der Hausbank aufnehmen zu müssen? Wie kann mein Unternehmen wachsen und gleichzeitig die laufenden Kosten bestreiten?
Dafür bieten wir hochwirksame Finanzierungslösungen rund um Leasing, Factoring und Absatzfinanzierung für unsere meist mittelständische Kundschaft.

 

  1. Was ist der Unterschied zwischen Factoring und Inkasso?

 

Unter diesen Begriffen versteht man etwas völlig Unterschiedliches. Die wichtigste Unterscheidung ist: Beim Factoring ist die Kundenforderung nicht gestört – wir befinden uns im normalen Tagesgeschäft. Das Unternehmen erbringt die Leistung, schreibt eine Rechnung und verkauft sie an einen Factor. Der überweist das Geld sofort an das Unternehmen. Der Zahlungspflichtige überweist dann später an den Factor. Das Factoringunternehmen wird Eigentümer der Forderung. Daher übernimmt es auch das Ausfallrisiko. Beim Inkasso wird das Inkassounternehmen in der Regel eingeschaltet, wenn die Zahlung bereits gestört ist. Dieses versucht, die Forderung einzutreiben. Dafür erhält es im Erfolgsfall eine Provision. Bei Misserfolg trägt es aber nicht das Risiko, dass der Kunde nicht bezahlt. Unternehmen setzen Factoring und Inkasso also in völlig verschiedenen Situationen ein.

 

  1. Für welche Unternehmen ist Factoring geeignet?

 

abcfinance hat Factoringlösungen für alle Unternehmensgrößen und -branchen. Von Cashfox, das digitale Factoring für kleine Unternehmen, Freelancer und Selbstständige bis hin zu Factoring für größere mittelständische Unternehmen mit und ohne Debitorenmanagement. Über die Marke Dresdner Factoring bietet abcfinance darüber hinaus Factoring für Unternehmen in Restrukturierungsphasen an. Die einzelnen Factoringangebote sind perfekt auf die Bedürfnisse der jeweiligen Nutzergruppe angepasst.

 

  1. Wie können Unternehmen vom Factoring profitieren?

 

Unternehmen profitieren vom Factoring hauptsächlich durch schnelle, sofort verfügbare und darüber hinaus planbare Liquidität. Sie sind nicht mehr von der Zahlungsmoral und -schnelligkeit von Kunden abhängig. Der Unternehmer kann den Auftrag abarbeiten, die Rechnung schreiben und den Vorgang gedanklich abhaken. Die sofort verfügbare Liquidität steckt er dann in neue Aufträge und in das Wachstum des Unternehmens. Das Ganze funktioniert ohne zusätzliche Kreditverhandlungen mit der Bank. Das Unternehmen ruft lediglich die liquiden Mittel schnell und zuverlässig ab, für welche die Leistungen schon erbracht wurden.

 

  1. Hat die Covid-19-bedingte konjunkturelle Schwäche Auswirkungen auf die Zahlungsbereitschaft in Deutschland?

 

Ja. Eine Studie belegt, dass die durchschnittliche Verzugsdauer bei offenen Rechnungen im ersten Halbjahr 2020 auf 10,82 Tage gestiegen sei. Das ist der höchste Wert seit der ersten Erhebung in 2015. Dabei darf man nicht vergessen, dass den zehn Tagen Verzug nicht selten 30 Tage Zahlungsziel vorausgehen. Bei großen Auftraggebern, wie Dax-Konzernen, beträgt das Zahlungsziel auch gerne 120 Tage und mehr. Da wartet der Mittelständler auch ohne Corona-Pandemie bereits sechs Monate auf sein Geld. Und davon kann er sich mit Factoring befreien.

 

Bild: Factoring Bespiel. Bildquelle: www.abcfinance.de

 

  1. Factoring kann in Zeiten von Corona als Liquiditätsstütze dienen. Warum sollten Unternehmen gerade jetzt darauf zurückgreifen?

 

Factoring bietet vor allem die Gewissheit, dass der Auftrag schnell in Liquidität umgewandelt werden kann. Diese Gewissheit ist bereits zu Nicht-Pandemie-Zeiten Gold wert. Dieser Vorteil potenziert sich bei immer mehr finanziell wackeligen Kunden. Denn selbst wenn langjährige Kunden ihre Rechnungen bisher immer zeitnah beglichen haben, dann führt die derzeitige Situation dazu, dass man sich besser auch hierauf nicht zu sehr verlassen sollte.

Auch in Krisenzeiten sollte die Handlungsfähigkeit von Unternehmen nicht vom veränderten Zahlungsverhalten der Kunden beeinträchtigt werden. Hier zeigt sich die Stärke des Factorings: Als atmende Umsatzfinanzierung ist die Inanspruchnahme unmittelbar mit dem eigenen Markterfolg verbunden. Das Unternehmen erhält sofortige Liquidität bei Lieferung an seinen Kunden ohne Wartezeit und jeglichem Ausfallrisiko.

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2 Kommentare

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Kommentare

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14.10.20 07:33:43
Für die Liquidität, gerade in der aktuellen Lage einer gute Optionssicherheit.
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25.09.20 09:59:20
gute Alternative!

Disclaimer

Factoring als Liquiditätsmotor Im Experteninterview mit Stephan Ninow, Geschäftsführer der abcfinance GmbH Der Diplom-Kaufmann Stephan Ninow ist Geschäftsführer der 1976 gegründeten abcfinance GmbH, langjähriger Partner für die Finanzierung des Mittelstands rund die Themen: Leasing, Factoring und Absatzfinanzierung. Wir haben ihn zum Thema „Factoring als Liquiditätsmotor in Zeiten von Corona“ selbst befragt.

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Rainer Brosy
Geschäftsführer

Rainer Brosy (B.Eng.) ist seit 10 Jahren Geschäftsführer einer Digital-Agentur und führt gerne Interviews mit Köpfen aus der Businesswelt.

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