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Börsentrend Wasserstoff Airbus: Wasserstoff-Flugzeuge bis 2035 marktfähig — Expertenstimmen

Der europäische Luftfahrtkonzern Airbus will eine Vorreiterrolle bei der Dekarbonisierung der Luftfahrtindustrie einnehmen. Am Montag hat das Unternehmen drei Konzepte für emissionsfreie Wasserstoff-Verkehrsflugzeug vorgestellt. Innerhalb von 15 Jahren sollen erste Wasserstoff-Maschinen in Dienst gestellt werden. Ist Wasserstoff der zukünftige Treibstoff der Luftfahrtindustrie? wallstreet:online hat mit Experten gesprochen.

Bis 2035 will Airbus wasserstoffbetriebene Passagiermaschinen mit Nullemissionen auf den Markt bringen. Am Montag stellte der europäische Luftfahrtkonzern dazu drei Wasserstoff-Konzeptflugzeuge vor: Eine langstreckenfähige Maschine mit Gastturbinen, einen Mittelstreckenjet mit Turboprop-Motoren und einen Nurflügler mit Gastturbinen für die Langstrecke.

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Airbus Chef Guillaume Faury erklärte: „Ich bin der festen Überzeugung, dass die Verwendung von Wasserstoff — sowohl in synthetischen Kraftstoffen als auch als primäre Energiequelle für Verkehrsflugzeuge — das Potenzial hat, die Klimaauswirkungen der Luftfahrt erheblich zu reduzieren.“

Der renommierte deutsche Wasserstoff-Experte und Chemie-Professor Robert Schlögl ist überzeugt, dass „Wasserstoff den künftigen Flugverkehr antreiben kann und wird“. Allerdings sei Wasserstoff „nur klimawirksam, wenn er vollständig aus erneuerbarer Energie hergestellt wird (grüner Wasserstoff)“, so Schlögel gegenüber wallstreet:online.

Für Schlögel sind „synthetische flüssige Kraftstoffe (e-Kerosin) die geeignete Lösung. Damit verbleibt eine Restemission von CO2 aus dem Flugverkehr, die allerdings gut toleriert werden kann, wenn man erkennt, dass sich solche Kraftstoffe kurzfristig und eventuell auch als Alternative zu Kerosin (. . .) einsetzen lassen. Wasserstoff kann zudem als Energiequelle bei der Herstellung des e-Kersosin eingesetzt werden und somit die Restemission weiter reduzieren.“

Synthetische Kraftstoffe können beispielsweise durch die Kombination von Kohlendioxid (CO2) und Wasserstoff (H2) hergestellt werden. Kommt dabei aus regenerativen Energien erzeugter grüner Wasserstoff zum Einsatz, können synthetische Kraftstoffe einen bedeutenden Beitrag zum Kilmaschutz leisten.

Grüner Wasserstoff kann aber auch direkt als primäre Energiequelle für Verkehrsflugzeuge eingesetzt werden. Der Wasserstoff kann dabei entweder in einem Verbrennungsantrieb eingesetzt werden oder mittels einer Brennstoffzelle zu Strom umgewandelt werden, der dann die Elektromotoren des Flugzeuges antreibt. Letztere Variante ist zwar sehr umweltfreundlich, da keine Abgase, sondern nur Wasser entstehen, ist aber bisher nur für kleinere Flugzeuge denkbar. Airbus plant, dass seine Flugzeuge „durch Wasserstoffverbrennung über modifizierte Gasturbinenmotoren angetrieben werden“. Zusätzlich sollen Brennstoffzellen zum Einsatz kommen.

Maximilian Fichtner, Professor für Festkörperchemie an der Universität Ulm und stellvertretender Direktor des Helmholtz-Instituts Ulm für Elektrochemische Energiespeicherung, ist ebenfalls überzeugt, dass Wasserstoff der zukünftige Treibstoff der Luftfahrtindustrie werden kann. Gegenüber wallstreet:online erklärte er: „Wasserstoff ist ein Treibstoff mit hoher Energiedichte– aber nur, wenn es gelingt, das Volumen durch Verflüssigung oder hohen Druck gering zu halten. Insofern wird es von zentraler Bedeutung sein, welche Art der Speicherung hier angewendet werden soll und ob man, wie bisher, auch die Tragflächen dazu nutzen kann. Falls nicht, ginge wertvoller Stauraum verloren.“

Um durch die großen Wasserstofftanks nicht unnötig viel Stauraum zu verlieren, setzt Airbus auch auf ein völlig neues Flugzeugkonzept. Der geplante Nurflügler mit wasserstoffbetrieben Gastturbinen bietet durch seinen besonders breiten Rumpf „zahlreiche Optionen für die Wasserstoffspeicherung und -verteilung sowie für die Kabinenanordnung“, so Airbus.


Quelle: Airbus

Auf die Airbus-Aktie hatte die angekündigten Wasserstoffpläne des Konzerns bisher keinen positiven Einfluss. Im Gegenteil: Innerhalb einer Woche verlor die Aktie wegen des geplanten Stellenabbaus des Konzerns rund zehn Prozent. Am Donnerstagnachmittag steht die Aktie fast zwei Prozent im Minus. Ein Anteilsschein kostet im Xetra-Handel aktuell rund 60,59 Euro (Stand:24.09.2020, 13:27 Uhr):

Airbus

Autor: Ferdinand Hammer




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