Keine Allianz fürs Leben!

Nachrichtenquelle: Markus Miller
17.10.2020, 00:24  |  1431   |   |   

Ich bin ein Kind der 80er Jahre. Damals gab es im Versicherungsbereich den legendären „Herrn Kaiser“ und eine Allianz-Werbekampagne in den Printmedien und im Fernsehen mit dem vertrauenserweckenden Werbeslogan: „Eine Allianz fürs Leben“ (Video). Diese Zeiten sind vorbei! Vor wenigen Wochen habe ich für meine Leser von Kapitalschutz vertraulich eine umfassende Analyse des deutschen Lebensversicherungssystems geschrieben – mit konkreten Handlungsempfehlungen – unter dem Titel: „Klassische Lebens- und Rentenversicherungen sind unsicher!“

Aktuell lesen wir in den breiten Medien Schlagzeilen wie: FAZ: „Allianz gibt keine volle Garantie mehr“, Manager Magazin: „Tabu gebrochen, Allianz Leben schafft Policen mit Beitragsgarantie ab“, Manager-Magazin: „Police wird zum Risiko- Investment: Die Allianz Lebensversicherung gibt auf“, oder FOCUS: „Allianz streicht Beitragsgarantie – auch Riester-Rente in Gefahr“. Die Börsenzeitung schreibt von einer „Garantieschmelze“. Der Hintergrund dieser Schlagzeilen liegt in der aktuellen Veröffentlichung des Allianz-Konzerns (Bild: Allianz-Logo), dass das Garantieversprechen für seine wichtigsten Privatkundenprodukte zukünftig nicht mehr gehalten werden kann, sondern nur noch bis maximal 90% gilt.

Wirklich überraschend kommt dieser Schritt des deutschen Branchenprimus im Versicherungsbereich für mich nicht. Garantien kosten sehr viel Geld. Wie sollen in Zeiten von Null- und Negativzinsen milliardenschwere Zahlungsversprechen auch seriös garantiert werden? Die Allianz ist nicht der erste Versicherungskonzern, der von der Beitragsgarantie Abstand nimmt, aber selbstverständlich der mit Abstand bedeutendste. Dieser Schritt der Allianz wird auch das so wichtige Vertrauen in private Lebens- und Rentenversicherungsprodukte weiter schwächen. Auch bei den staatlich geförderten Riester-Produkten werden die grundlegend negativen Entwicklungen bei den Versicherungsgesellschaften zu Einschnitten führen müssen.

Fragiles Versicherungs-System: Deutsche Fondspolicen haften mit

Geschürt von der starken Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit der Versicherungsbranche wiegen sich nach wie vor viele Menschen in der Scheinsicherheit, dass deutsche Renten- und Lebensversicherungen, auch wenn sie nach Kosten kaum noch Renditen bringen, sicher seien. Das ist ein Trugschluss. Das Versicherungsdepot, der sogenannte Deckungsstock einer klassischen Lebens- und Rentenversicherung besteht aus defensiven Mischanlagen, die überwiegend in Anleihen investiert sind, also auch ausländische Staatsanleihen sowie Unternehmensanleihen.

Dieses System ist nur deswegen noch nicht stärker in Bedrängnis geraten, weil die Europäische Zentralbank EZB derartige Anleihen in gigantischen Dimensionen kauft. Kommt es dann noch zu nicht unwahrscheinlichen Ausfällen bei Anleihen aus dem Deckungsstock, können fatale Dominoeffekte entstehen. Klassische Lebensversicherungen basieren weitestgehend auf Zahlungsversprechen. Selbst deutsche Fondspolicen, die in Aktienfonds investieren – sind darüber hinaus Bestandteil dieses Gemeinschaftstopfes und haften im Krisenfall mit!

Achtung § 314 VAG: Von Auszahlungsverboten bis Leistungsabsenkungen im Krisenfall

Die gesetzlichen Grundlagen für Leistungsabsenkungen oder sogar Auszahlungsverbote im Krisenfall sind längst geschaffen, nämlich in § 314 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG), der auch für deutsche Fondspolicen gilt. Hier werden auch Kündigungsverbote und Einzahlungsverpflichtungen geregelt. Wollen Sie das bzw. sind Sie sich dessen bereits bewusst? Ich zeige Ihnen eine Checkliste und juristische Handlungsalternativen für Ihre bestehenden, klassischen Lebens- und Rentenversicherungen, die Sie jetzt dringend prüfen sollten. Parallel dazu gilt es den Blick auf effiziente Altersvorsorge- bzw. Investments-Alternativen zu richten.

Fazit: Klassische Lebens- und Rentenversicherungen sind unsicher!

Wie würden Sie 100.000 Euro anlegen?

Genau das haben die Analysten vom Statista Global Consumer Survey (GCS) etwas mehr als 1.000 Menschen in Deutschland gefragt. Jeweils 50 Prozent würden in Aktien und Fonds beziehungsweise Sparbuch, Sparanlagen und Sparverträge investieren. Ähnlich viele würden ihr Geld in Grundeigentum stecken. Etwas aus der Mode gekommen zu sein, scheint die private Alters- oder Lebensversicherung. Noch nicht so richtig in Mode gekommen, jedenfalls nicht bei der breiten Masse, sind Kryptowährungen. Weitere Ergebnisse der GCS-Umfrage das Spar- und Finanzverhalten der Bundesbürger: 81 Prozent haben Ersparnisse, ein Fünftel würde gerne mehr sparen, Hauptgrund für fehlende Ersparnisse ist bei 75 Prozent der Befragten ein zu geringes Haushaltseinkommen.

Welt der Gegensätze: Steigende Schulden und Vermögen!

Der Blick auf zwei Statistiken verdeutlicht ganz grundlegend und ruidmentär sehr gut die weiter zunehmende Spaltung unserer Welt und die damit verbundenen Probleme und Herausforderungen. Zunächst einmal – stellvertretend für zahlreiche Länder – der Blick auf die Staatsschulden Deutschlands. Der Bund nimmt im laufenden Jahr aufgrund der Corona-Krise erstmals seit 2013 wieder neue Schulden in Rekordhöhe auf. Wie die nachfolgende Statista-Grafik auf Basis von Zahlen des Bundesfinanzministeriums zeigt, setzt sich die historisch hohe Schuldenaufnahme auch im folgenden Jahr fort.

Hier ist ein Nettokredit in Höhe von insgesamt rund 96 Milliarden Euro geplant. Medienberichten zufolge rechnen Koalitionspolitiker damit, dass der Haushalt sogar für den Rest des Jahrzehnts in den roten Zahlen bleiben wird. Die zentrale Frage laute daher nicht mehr, ob der Bundeshaushalt ausgeglichen sei, sondern wie die Bundesregierung die Schuldenbremse wieder einhalten könnte.

Unternehmen (Aktien) machen Millionäre!

Ihre – teilweise börsennotierten – Unternehmen machten sie zu Milliardären: Die Medienseite Visual Capitalist hat im September anhand von Bloomberg-Daten ein Ranking der reichsten Familien der Welt erstellt. Auch zwei deutsche Unternehmerfamilien befinden sich in den Top 10. Mit Abstand am reichsten ist die Familie um den US-amerikanischen Unternehmer Samuel Moore Walton, Gründer der größten, weltweit tätigen Supermarktkette Walmart.

Wie die nachfolgende Statista-Infografik zeigt, beläuft sich das Vermögen der Walton-Familie auf rund 215 Milliarden US-Dollar. Auf dem zweiten Platz steht die Mars-Familie mit einem geschätzten Vermögen von rund 120 Milliarden US-Dollar, zu deren Imperium Marken wie Milky Way, Snickers, M&M’s, Twix, und Wrigley-Kaugummis gehören. Mit Boehringer und Von Baumbach (Rang 9) sowie der Familie Albrecht (Rang 10) stehen auch zwei deutsche Familien unter den reichsten zehn der Welt. Erstere haben ein Vermögen von 45,7 Milliarden US-Dollar, das sie mit dem Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim, 1885 gegründet von Albert Boehringer in Ingelheim am Rhein, erwirtschaftet haben. Die Familie des im Jahr 2010 verstorbenen Aldi-Gründers Theodor Paul „Theo“ Albrecht kommt auf rund 41 Milliarden US-Dollar.

Corona-Effekt: Die Sparquote explodiert!

Die Coronapandemie hinterlässt ihre Spuren auch im Sparverhalten der Deutschen. Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) rechnet in diesem Jahr mit einem kräftigen Anstieg der Sparquote der privaten Haushalte. Im Durchschnitt des Jahres 2020 dürfte das Verhältnis des Sparens zum verfügbaren Einkommen bei rund 15% liegen nach 10,9% im Jahr 2019, so die Prognose des BVR, die im Rahmen des Weltspartages 2020 aktuell veröffentlicht wurde. Der massive Anstieg des Sparens ist dabei ein coronabedingter Sondereffekt.

Urlaubsreisen sind beispielsweise ausgefallen und größere Anschaffungen werden aufgrund von Unsicherheiten und Sorgen tendenziell verstärkt in die Zukunft verschoben. Man könnte somit den Corona-Effekt auch als „Angst-Sparen“ bezeichnen. Auch im kommenden Jahr 2021 dürfte die Sparquote noch erhöht bleiben und erst danach wieder auf rund 11% zurückgehen.

Die Sparkultur ist in Deutschland fest verankert – Die Aktienkultur fehlt hingegen!

Die Sparquote in Deutschland ist im internationalen Vergleich in den vergangenen Jahren relativ hoch und stabil geblieben, trotz Nullzinsen oder gar Negativzinsen. Die Sparkultur ist fest verankert, leider fehlt aber eine – für den gezielten und nachhaltigen Vermögensaufbau zur privaten Altersvorsorge – so wichtige Investitions- bzw. Aktienkultur. Eine rationale Entwicklung wäre eigentlich, dass die historisch niedrigen Zinsen die Sparanreize massiv senken. Im Gegenzug sollten Aktien-Investments an Attraktivität gewinnen. Leider sind die Deutschen in der Geldanlage allerdings weiterhin risikoscheu, wobei es langfristig das weit größere Risiko ist, kein gezieltes Risiko einzugehen und weiterhin auf unrentable Geldanlagen zu setzen.

Kaufkraft und Zeit: Geldvermögen entwerten

Vielen Bürgern ist nach wie vor nicht bewusst, dass sich beim scheinbar so risikolosen klassischen Sparen ein großes Problem ergibt: Unser konventionelles (Fiat)Geld wie der US-Dollar oder der Euro ist inflationär und verliert stetig an Wert. 1 Euro heute ist nicht mehr das, was 1 Euro gestern wert war. Das muss jedem Sparer zwingend klar werden. Geld auf einem Bankkonto das unverzinst, gering verzinst oder gar mit Negativzinsen belegt ist verliert sukzessive an Kaufkraft.

Über längere Zeiträume ist der Kaufkraftverlust enorm. 100 Euro aus meinem Geburtsjahr 1973 sind heute beispielsweise nur noch 31,61 Euro wert. Wer also langfristig immer nur spart und nicht in lukrative Kapitalanlagen wie Aktien, Immobilien, Edelmetalle, Diamanten oder auch Kryptowährungen wie den Bitcoin investiert, dem fressen Inflation und Zeit sein Geld einfach weg.  

Fazit: Die Maxime der Stunde muss lauten: Bewusst investieren, statt aus Angst zu sparen!

Achten Sie auf Ihre Resilienz!

Der Begriff „Kapitalschutz“ ist in der Bevölkerung stark geläufig. Das Wort „Resilienz“ hingegen ist nach meiner Einschätzung vielen Bürgern nach wie vor weit weniger präsent. In unserer fragilen Welt, die in vielen Bereichen vollkommen aus den Fugen geraten ist, wird die Resilienz von Staaten, Unternehmen, Banken oder Versicherungen immer wichtiger. Ebenso muss dem Bewusstsein und der Stärkung Ihrer eigenen Resilienz eine hohe Bedeutung zugemessen werden.

Unter Resilienz versteht man ganz grundlegend eine psychische Widerstandsfähigkeit, die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen und diese durch einen Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen als Anlass für Entwicklungen zu nutzen. Diese Vorgehensweise lässt sich auch auf alle anderen Bereiche unseres täglichen Lebens übertragen. Allen voran auf wirtschaftliche und finanzielle Ereignisse, ebenso wie auf die in Meilenstiefeln immer weiter fortschreitende Digitalisierung, die auch gleichbedeutend ist mit einer Abschaffung gewohnter Dinge, wie beispielsweise unserem Bargeld oder dem Bankensystem, wie wir es derzeit noch kennen.

Die Politik vernachlässigt die Fürsorgepflicht zum Schutz ihrer Bürger

Eine eigenverantwortliche und selbstbestimmte finanzielle Selbstverteidigung in Bezug auf Ihre persönliche Freiheit und Ihren Kapitalschutz wird für Sie immer wichtiger, weil sich die Welt, wie wir sie kennen, massiv verändert und verlässliche staatliche Systeme aus der Vergangenheit schlicht erodieren in ihren Leistungen und Schutzfunktionen. Deswegen zeige ich Ihnen entsprechende Selbstverteidigungs-Strategien in den unterschiedlichsten Bereichen, die auch zur Stärkung Ihrer Resilienz führen!

Fazit: Setzen Sie spätestens jetzt auf Ihre Finanzielle Selbstverteidigung!

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PPS: Analysen und Beiträge im Hinblick auf den Megatrend der Digitalisierung finden Sie auf unserem Themen-Portal KRYPTO-X.BIZ

PPPS: Die Digitalisierung im Vermögensmanagement finden Sie auf unserem Portal ROBO-X.BIZ

(c) Markus Miller GEOPOLITICAL.BIZ

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