ROUNDUP/Wegen Corona-Schäden Rückversicherer drehen an der Preisschraube

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
19.10.2020, 17:01  |  260   |   |   

HANNOVER/MÜNCHEN/HAMBURG (dpa-AFX) - Die Corona-Krise kostet Erst- und Rückversicherer weltweit Milliardensummen. Die tatsächliche Höhe der Belastungen ist zwar noch unklar, doch Branchengrößen wie Munich Re und Hannover Rück bereiten ihre Kunden auf deutlich höhere Preise für Rückversicherungsschutz vor. Auch viele Kunden von Erstversicherern müssen sich auf Erhöhungen einstellen.

Nach Schätzung von Hannover Rück hat die Pandemie in Deutschland versicherte Schäden von 1,25 bis 1,75 Milliarden Euro angerichtet. In der Summe seien praktisch alle Versicherungsbereiche außer der Lebens- und Krankenversicherung enthalten, sagte der Zentralbereichsleiter der Deutschlandsparte E+S Rück, Jonas Krotzek, am Montag in einer Videokonferenz. Der Großteil der Schäden dürfte mit 750 Millionen bis 1,25 Milliarden Euro auf die Betriebsschließungsversicherung entfallen. Dort hatte die pandemiebedingte Schließung von Restaurants, Hotels und anderen Betrieben teuer zu Buche geschlagen hatte.

Normalerweise trifft sich die Rückversicherungsbranche mit ihren Kunden im Oktober in Baden-Baden, um die Konditionen für das folgende Jahr auszuloten. Wegen der Pandemie finden die Beratungen diesmal vorwiegend in Videokonferenzen statt.

"Neben den direkten Folgen der Pandemie lasten auch die abermals gesunkenen Zinsen auf den Ergebnissen der Versicherungsbranche", sagte der Deutschlandchef der Hannover Rück, Michael Pickel. Preiserhöhungen seien unabdingbar - nicht zuletzt in der Industrie- und Gewerbeversicherung. Zumindest in der Feuer-Industrie-Versicherung hatte die Branche über Jahre hinweg rote Zahlen geschrieben.

Aus Sicht von Hannover Rück wird es für Versicherer jetzt noch dringender, ihr Gewerbe- und Industriegeschäft zu sanieren. Für 2021 rechnet Pickel in Deutschland in diesem Bereich in Summe mit besseren Konditionen. Zudem erwartet er, dass die Branche nach Streitigkeiten über den Versicherungsschutz bei pandemiebedingten Betriebsschließungen die Absicherung solcher Fälle klarer regelt.

Derweil treibt den Rückversicherer Munich Re der plötzliche Schub bei der Digitalisierung um. Nachdem sich die Arbeit bei vielen Firmen infolge der Pandemie ins Homeoffice verlagert habe, sei die Zahl von Cyber-Angriffen sprunghaft gestiegen, sagte Munich-Re-Vorstandsmitglied Doris Höpke. Zusammen mit einem höheren Risikobewusstsein der Unternehmer könnte dadurch der Markt für Versicherungen gegen Cyberrisiken noch schneller wachsen als erwartet - von geschätzten 7 Milliarden Dollar im laufenden Jahr auf mehr als 20 Milliarden Dollar (17,1 Mrd Euro).

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