NEL-Aktie und Nordex feiern die neue grüne Zukunft. Sollten Anleger mitfeiern?

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
27.11.2020, 08:59  |  3437   |   |   

Mit dem Machtwechsel in den USA kommt neuer Schwung in die Klimadebatte und die grüne Industrie frohlockt. Erneuerbare Energien und die Wasserstoffwirtschaft sind die beiden Schlüsselelemente einer schadstoffarmen und nachhaltigeren Welt. Sollen die Emissionsziele erreicht werden, dann sind dreistellige Milliardeninvestitionen über die nächsten Jahrzehnte erforderlich.

Die Spezialisten NEL (WKN: A0B733) und Nordex (WKN: A0D655) könnten davon erheblich profitieren. Doch bei welchem Unternehmen bekommen Aktionäre mehr Gegenwert? Einige Überlegungen sollten bei der Entscheidungsfindung helfen.

Erneuerbare Energien und die Wasserstoffwirtschaft gehen Hand in Hand

Überschussstrom produzierende Windturbinen und Wasserelektrolysesysteme gehören zukünftig zusammen, wobei die Wachstumskurve bei der Elektrolyse zwar 20 Jahre hinterherhinkt, aber dafür nun stark an Fahrt aufnimmt.

Die Internationale Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) erwartet, dass die installierte Kapazität der Windkraft sich bis 2030 verdreifachen wird gegenüber 2018 und sich von dort aus bis 2050 erneut verdreifachen wird. Das wären mehr als 1.000 Gigawatt (GW), die bis zum Ende des Jahrzehnts zu den aktuell gut 700 GW hinzukommen.

Bei der Elektrolyse strebt die Industrie für die EU bis 2030 eine Kapazität von 40 GW an, wobei beabsichtigt wird, weitere 40 GW in benachbarten Regionen wie Ukraine und Nordafrika zu installieren. Soweit Amerika, Asien und der Rest der Welt jeweils in ähnlichem Umfang investieren, könnten es im Laufe des Jahrzehnts 200 GW werden.

Das wäre rein von der nominalen Leistung her knapp ein Drittel der neuen Windturbinen, was sich für mich vernünftig anhört.

Wie NEL und Nordex in diesem Szenario positioniert sind

Nordex behauptet einen Weltmarktanteil im Bereich von 5 % und war zuletzt recht erfolgreich bei der Projektakquise. CEO José Luis Blanco kündigte den weiteren Ausbau der Kapazitäten an, die aktuell bei 6 GW pro Jahr liegen. Das passt in etwa zur obigen Prognose, denn 5 % von 1.000 GW ergeben 50 GW bzw. 5 GW pro Jahr. 6 GW pro Jahr im Schnitt halte ich für realistisch bis 2030.

NEL wiederum gilt für viele als Weltmarktführer, doch es gibt etwa zehn Wettbewerber mit ähnlich ambitionierten Expansionsplänen, wie etwa Hydrogenics oder ITM Power (WKN: A0B57L), die ebenfalls bereits an Großprojekten beteiligt sind.

Zudem ist damit zu rechnen, dass weitere Akteure sich aus dem Labor heraus auf den Markt wagen oder sogar alternative Technologien – etwa solare Wasserspaltung oder auf Algenbasis – zur Marktreife führen. Unter diesen Bedingungen sehe ich den Weltmarktanteil in einigen Jahren bei rund 10 %. Von 200 GW würden dann 20 GW auf NEL entfallen bis 2030.

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