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Impfstau hemmt Corona-Schutz - Lehrkräfte oder Kranke zuerst?

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
24.02.2021, 19:25  |  260   |   |   

BERLIN (dpa-AFX) - Angesichts hunderttausender ungenutzter Corona-Impfdosen in den Ländern kocht die Debatte über die nächsten Impfgruppen hoch. Am Mittwoch trat eine Verordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Kraft, mit der Beschäftigte an Grundschulen, Kitas und in der Jugendhilfe vorgezogen werden können. Infrage kommen zunächst vor allem mehr als eine Million bei den Ländern lagernde Dosen des Herstellers Astrazeneca . Spahn und Deutschlands Kassenärzte dringen auf ein höheres Impftempo. Eine vorrangige Öffnung einzelner Lebensbereiche für Geimpfte lehnt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ab.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts wurden bis Dienstag nur rund 239 000 Dosen des Herstellers Astrazeneca gespritzt. Dem Gesundheitsministerium zufolge sind aber bereits mehr als 1,4 Millionen solcher Dosen an die 16 Bundesländer geliefert.

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Die Lage ist in den Ländern unterschiedlich. Nach Baden-Württemberg beispielsweise wurden bisher gut 194 000 Astrazeneca-Dosen geliefert und 12 000 verimpft. Dort können seit Wochenbeginn nun auch das pädagogische Personal in Schulen und Kitas, viele medizinisch Beschäftigte und Menschen mit einer geistigen Behinderung Termine in Impfzentren vereinbaren - nicht aber Patienten mit Krebs oder anderen Krankheiten.

Seit Mittwoch können laut Impfverordnung bundesweit auch Personen geimpft werden, "die in Kinderbetreuungseinrichtungen, in der Kindertagespflege und an Grundschulen tätig sind". Dazu kommen Beschäftigte in Kinder- und Jugendhilfe.

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, warnte, es dürfe nicht passieren, dass schwer kranke Risikopatienten leer ausgingen, weil ganze Berufsgruppen mit starker Lobby vorgezogen würden. "Hier sollte es unbedingt in allen Impfzentren Listen geben, die festlegen, wer an die Reihe kommt, wenn Dosen übrig bleiben", sagte Mertens der Funke-Mediengruppe.

Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Warum ignoriert die Politik weiterhin, dass es Millionen pflegende Angehörige und Angehörige von Schwangeren gibt, denen zunächst nach Verordnung ein Angebot zu machen ist?" Der Berliner Virologe Christian Drosten stellte auf Twitter fest: "Die Prioritätsgruppen brauchen Priorität. Wir brauchen aber auch eine schnelle Versorgung der sofort Impfbereiten." Der Vize-Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Stephan Hofmeister kritisierte, dass die Länder die Impfkampagne sehr unterschiedlich für einzelne Gruppen öffneten. "Die einen wollen Lehrer impfen, die anderen Polizisten."


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