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    CEO Hach im Interview  1028  0 Kommentare wallstreet:online-Aktie: Was der Squeeze-out bringt und für die Zukunft bedeutet

    Das Magazin Nebenwerte hat bei Matthias Hach, Doppel-CEO der wallstreet:online AG und der wallstreet:online capital AG, nachgefragt.

    Heute Morgen veröffentlichte die wallstreet:online AG (ISIN: DE000A2GS609) folgende Informationen: "Die wallstreet:online AG (…) ist seit dem 26. April 2022 100%tige Aktionärin der Smartbroker-Betreibergesellschaft wallstreet:online capital AG (WOC). Der am 26. Januar 2022 auf einer außerordentlichen Hauptversammlung der WOC beschlossene Squeeze-Out nach § 327a AktG wurde mit der nun vorgenommenen Eintragung im Handelsregister formell abgeschlossen." Was das für die Aktionäre bedeutet, warum das wichtig ist, wieso dieser Schritt gegangen wurde – diese und andere Fragen drängten sich auf.

    nwm: Schön dass Sie sich spontan bereiterklärt haben spontan einige Fragen zur heutigen Pressemitteilung der wallstreet:online AG zu beantworten. Vielleicht zuerst zur Technik: Was ist eigentlich ein “Squeeze-out” und welche Voraussetzungen müssen für ihn vorliegen?

    Hach: Vielen Dank für die kurzfristige Einladung zum Interview. Wir freuen uns sehr, dass der Squeeze-Out mit der Eintragung ins Handelsregister auch formal erfolgreich abgeschlossen werden konnte – und zwar ohne Anfechtungsklagen. Ein Squeeze-Out bezeichnet den Ausschluss von Minderheitsaktionären aus einer Gesellschaft durch den Mehrheitsanteilseigner, in diesem Fall also durch die wallstreet:online AG. Bereits vor Beginn des Verfahrens hielt die wallstreet:online AG mehr als 95 Prozent an der Smartbroker-Betreibergesellschaft wallstreet:online capital AG.

    Das ist im deutschen Recht ein sehr wichtiger Schwellenwert. Erst wenn ein Aktionär mindestens 95 % des Grundkapitals einer Aktiengesellschaft hält, kann er die verbleibenden Aktionäre gegen Zahlung einer angemessenen Abfindung aus dem Unternehmen drängen. Das hört sich vermutlich härter an, als es eigentlich ist. Zumal die Höhe der Abfindung durch einen vom Gericht bestellten Sachverständigen geprüft und bestätigt wird, die Minderheitsaktionäre erhalten also einen fairen Wert für ihre Anteile.

    nwm: Und jetzt konkret: Was bedeutet der erfolgreiche Squeeze-Out bei der wallstreet:online Capital AG für Ihre Geschäftspolitik? Warum ist er Ihrer Meinung nach sinnvoll oder vielleicht sogar notwendig gewesen? Was geht “jetzt schneller” oder einfacher?

    Hach: Die Übernahme der wallstreet:online capital AG wird viele, vor allen Dingen gesellschaftsrechtliche Prozesse, vereinfachen, effizienter und effektiver machen. Gleichzeitig können wir Kosten optimieren, wobei ich betonen möchte, dass wir aktuell sogar neue Stellen schaffen, anstatt welche abzubauen. Über alle Abteilungen verteilt wurden im vergangenen Jahr knapp 100 neue Mitarbeiter eingestellt. Von daher reden wir in erster Linie über zeitlichen Einsparungen, kurze Wege und schlanke Prozesse. Last but noch least, gibt uns der Schritt eine enorme Sicherheit, um kontinuierlich in das weitere Wachstum des Smartbrokers zu investieren. Der Squeeze-Out ist auch mit Blick auf unsere Aktionäre der richtige Weg.

    nwm: Wie sieht es den aktuell mit den laufenden Genehmigunsgerweiterungsanträgen bei der Bafin aus? Und was würde sich bei der Erteilung der Erlaubniserweiterung ändern?

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    Hach: Zum aktuellen Stand des Verfahrens kann ich leider keine neuen Angaben machen. Wir haben alle Unterlagen eingereicht und rechnen nach wie vor mit Erteilung der Genehmigung im Laufe des ersten Halbjahres. Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich so eine Lizenzerweiterung über mehrere Monate hinzieht.

    Und jetzt zur spannenden Frage, was wir denn künftig machen dürfen: Die beiden wichtigsten Punkte heißen Finanzkommissiongeschäft (§ 2 Abs. 2 Nr. 1 WpIG) und Depotgeschäft (§ 2 Abs. 3 Nr. 1 WpIG). Das bedeutet, dass es uns künftig möglich sein wird, alle Geschäfte im Zusammenhang mit der Depotführung und dem Handel von Wertpapieren im eigenen Namen zu erbringen. Die neuen Möglichkeiten werden sich aber eher „hinter der Bühne“ abspielen.

    Die Kunden werden vor allem einen neuen Auftritt sehen, aber sie werden stark davon profitieren, dass wir die Dinge selbst in die Hand nehmen und viel weniger als bisher auf externe Partner angewiesen sind. Wir können künftig den Service selbst steuern und es wird unsere eigene IT sein, über die alle Daten laufen.

    Durch die neue Struktur werden auch Anpassungen an den Produkten deutlich einfacher, wir rechnen außerdem mit einer Beschleunigung bei Depoteröffnung und Depotüberträgen sowie der Beantwortung von Fragen. Der Vollständigkeit möchte ich auch noch die anderen drei Punkte auflisten, nämlich die Finanzportfolioverwaltung, der Eigenhandel und das Eigengeschäft. Für die Endkunden spielen diese Erweiterungen aber nur eine untergeordnete Rolle.

    nwm: Sind Sie mit der aktuellen Entwicklung beim Smartbroker zufrieden? Können Sie schon generell etwas über das erste Quartal sagen? Wann können die Anleger mit konkreten Informationen über die aktuelle Kundenentwicklung und wirtschaftliche Entwicklung rechnen?

    Hach: Ja, wir sind sehr zufrieden, insbesondere mit Blick auf das organische Wachstum. Wegen des geplanten Roll-outs von Smartbroker 2.0 im Herbst rechnen wir mit einer einmaligen und zeitlich begrenzten Verlangsamung der Neukundengewinnung im laufenden Jahr. In dem Zusammenhang haben wir auch bereits unsere Marketingaktivitäten vorrübergehend reduziert, um dann nach dem Roll-out umso schlagkräftiger auf uns aufmerksam zu machen.

    Für 2022 rechnen wir mit etwas mehr als 55.000 Neukunden im Brokerage-Bereich, allein im Januar und Februar wurden bereits 13.000 Wertpapierdepots eröffnet, was ca. 24 Prozent der gesamten Jahresplanung entspricht. Die Entwicklung im März verlief ähnlich wie in den ersten beiden Monaten.

    nwm: Was ist für Sie der nächste wichtige Milestone beim Aufbau des Smartbrokers, den Sie erreichen möchten? Gibt es auch einen “Milestone” für das – immer noch – wesentlich grössere Portalgeschäft?

    Hach: Der nächste wichtige Milestone ist gleichzeitig auch der wichtigste von allen: Wir wollen im 2. Halbjahr mit Smartbroker 2.0 durchstarten, das bedeutet ein grundlegend erneuertes Nutzererlebnis, ein erweitertes Produktspektrum und ein optimiertes Geschäftsmodell. Die außerordentlich günstigen Konditionen und das breite Spektrum an Handelsplätzen werden selbstverständlich bleiben, aber vergessen Sie ansonsten alles, was Sie bisher über den Smartbroker wussten.

    Aktuell arbeiten praktisch alle Abteilungen im Haus an verschiedenen Projekten, die dann zeitgleich auf den Markt gebracht werden sollen. Wir haben genau hingehört und überlegt, wie wir den Smartbroker noch besser machen können.

    Der Relaunch umfasst deshalb unter anderem den Start einer modernen Smartphone-App, den Einstieg in den Handel mit Kryptowährungen und eine komplett neu gestaltete Handelsoberfläche der Webanwendung. User Interface und User Experience werden eine zentrale Rolle spielen und nicht zuletzt die Verknüpfung mit unseren Börsenportalen. Unsere Vision ist nach wie vor der Handel mit Wertpapieren direkt aus einem Artikel heraus. Um diese enge Schnittstelle künftig gewährleisten zu können, bauen wir eine völlig neue IT-Infrastruktur auf.

    nwm:Wie sehen Sie die Entwicklung an den Börsen in den nächsten Monaten?

    Hach: Das ist eine gute Frage! Ich denke, es kommt jetzt darauf an, wie sich die Situation in der Ukraine entwickelt und ob die Inflation wieder auf ein normales Niveau gedrückt werden kann. Ein nicht zu unterschätzendes Risiko ist der vollständige Lockdown in Shanghai, insbesondere mit Blick auf den Hafen und der riesige Schiffsstau vor der chinesischen Küste.

    Derzeit erleben wir einen Rückgang von ca. 40 Prozent bei den Ausfuhren aus Fernost, Peking droht ein ähnlicher Lockdown. Das alles sorgt dafür, dass auch weiterhin wichtige Bauteile und Rohstoffe fehlen werden. Die Mieten in Deutschland werden in diesem Jahr vermutlich im Schnitt um 7 Prozent steigen, Eigentum wird auch teurer. Dazu kommt die Sorge vor einem Mangel an Gas.

    Erst vor wenigen Tagen hat Putin sowohl Polen als auch Bulgarien den Gashahn zugedreht. Sollte der Kreml eine ähnliche Entscheidung für Deutschland treffen, stünden hier viele Fließbänder still. Viele Aktien haben seit Jahresbeginn korrigiert und sind vergleichsweise günstig, insofern sehen wir eigentlich momentan viele Chancen, vor allem bei den Tech-Werten, aber der Ausblick ist noch ungewiss und wie wir alle wissen, scheuen Anleger so ein Szenario genau so sehr wie der Teufel das Weihwasser.

    nwm: Vielen Dank das Sie so spontan bereit waren unsere Fragen zu beantworten!




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