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     2745  0 Kommentare Große Wirtschaftskrise?

    Eine Verharmlosung?

    Immer noch geistern die Vergleiche mit der großen Weltwirtschaftskrise 1929 bis 1933 durch den Blätterwald. Ich habe mich in den echten Wald begeben, um eine Antwort zu suchen. Vorher muss ich allerdings durch Frankfurt hindurch. Ich schließe extra das Schiebeverdeck, doch ich habe Glück. Kein Banker springt auf mich herunter. Vielleicht liegt es daran, dass es Frankfurt an der Oder war.

    Später dann, tief im Wald in Bayern, ist nichts zu sehen von einer epochalen Krise. Nur zwei Dinge irritieren mich: Der gebackene Karpfen zum Mittagessen hat ganz sicher ein Lächeln auf den verkrusteten Lippen. Und später dann zwinkert mir ein Reh zu im Wald. Jetzt verstehe ich sofort, worum es in Wirklichkeit geht. Wer schon immer im Wald und mit der Natur gelebt hat, hat anscheinend nichts zu befürchten.

    Probleme ergeben sich nur bei den Nadelstreifenanzügen. Hier verlaufen die Parallelen plötzlich nicht mehr parallel und schneiden sich trotzdem nicht. Deswegen kauft man so lange weniger davon bis es wieder mehr werden. Und das ist dann auch schon die ganze Geschichte.

    Bernd Niquet
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    DER NEUNTE BAND VON "JENSEITS DES GELDES" IST ERSCHIENEN: Bernd Niquet, Jenseits des Geldes, 9. Teil, Leipzig 2023, 648 Seiten, 23,50 Euro

    Leseprobe: "Jenseits des Geldes".

    Eigentlich war ich vollkommen sicher, dass jetzt die Zeit dieser ganzen Auseinandersetzungen hinter mir lag. Deswegen hatte ich auch extra meine Mietrechtschutzversicherung gekündigt. Dann habe ich aber doch einmal in die Betriebskostenabrechnung hineingeschaut und musste unwillkürlich rechnen. 29.220 Euro im Jahr 2018 für die Reinigung der Treppen und Flure, das sind 93 Euro pro Haus pro Woche. Ich würde das jeweils in zehn Minuten schaffen, doch selbst wenn die ungelernte Hilfskraft zwanzig Minuten braucht, sind das 279 Euro Stundenlohn, den die Leiharbeitsfirma dafür einfährt. Wer dabei nicht an Sizilien denkt, kann eigentlich nicht mehr voll bei Verstand sein.

    Bernd Niquet ist Jahrgang 1956 und wohnt immer noch am letzten grünen Zipfel der Failed Stadt Berlin. Die ersten acht Teile von „Jenseits des Geldes“ sind ebenfalls im Engelsdorfer Verlag erschienen, und zwar in den Jahren 2011, 2012, 2013 sowie 2018, 2019, 2020, 2021 und 2022.

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    Verfasst von Bernd Niquet
    Große Wirtschaftskrise? Eine Verharmlosung? Immer noch geistern die Vergleiche mit der großen Weltwirtschaftskrise 1929 bis 1933 durch den Blätterwald. Ich habe mich in den echten Wald begeben, um eine Antwort zu suchen. Vorher muss ich allerdings durch Frankfurt …