DAX+0,87 % EUR/USD-0,11 % Gold+0,14 % Öl (Brent)+0,97 %

Was Weizen und Aldi-Butter gemeinsam haben und wieso 120 Kilometer Stau den Rohstoffmarkt unterstützen

Gastautor: Tim Roedel
03.09.2010, 19:59  |  2305   |   |   
Gehören Sie auch zu denjenigen, die in den abgelaufenen Ferien mit Sack und Pack im Stau standen? Ja? Wie lang mag dieser Stau gewesen sein? Einen Kilometer? Oder drei? Fünf? Oder standen Sie vielleicht vor dem berühmt berüchtigten Tauern-Tunnel ganze zehn Kilometer im Stau? Wie viele Kilometer es auch immer gewesen sein mögen, seien Sie froh darüber! Ach Sie finden ich wäre etwas provokant? Keineswegs, auch ich hasse Staus, volkswirtschaftlich gesehen verschlingen Sie jedes Jahr Milliarden von Euros. Doch das, was Sie vielleicht in diesem Sommer erlebt haben mögen ist gar nichts im Vergleich zu den Staus, wie sie zuletzt mehrmals in China auftraten. 100 Kilometer Länge hatte der erste vor etwa zwei Wochen. Am Stück wohlgemerkt! Aktuell steht man auf derselben Autobahn sogar rund 120 Kilometer im Stau. Das ist kein Witz!

Was hat das Ganze nun aber mit dem eigentlichen Thema dieses Newsletters, den Rohstoffen, zu tun? Nun ja, einerseits liegt der Auslöser für diesen Superstau ganz klar im Rohstoffbereich. Dort wo der Stau nämlich seinen Anfang nimmt liegen die größten Kohlevorkommen des Landes. Und die werden bislang noch nicht mit der Bahn, sondern mit LKWs abtransportiert. Unvorstellbar, aber wahr! Die geförderte Kohle wird natürlich nicht in ein nahegelegenes Kohlekraftwerk verfrachtet, sondern über 100 Kilometer in Richtung Peking transportiert. Das ganze garniert mit ein paar Baustellen und dem zunehmenden Verkehr (40% Zuwachs pro Jahr) bringt dann eben einen Stau ein, bei dem sogar die gleichnamige Verfilmung blass aussieht. Die Lösung wäre ein Ausbau des Highways um mehrere Spuren. Denn das würde andererseits den Rohstoffsektor zusätzlich ein bisschen anheizen.

Für den Nickelpreis könnte es hingegen vor allem wegen China in Kürze eng werden. Hohen chinesischen Regierungsvertretern zu Folge haben die Schmelzanlagen in drei chinesischen Provinzen die Order aus Peking erhalten, die Produktion in Kürze für mindestens einen Monat einzustellen. Neben einer aktuellen Überproduktion stehen wohl auch klimatechnische Aspekte im Vordergrund. Dabei geht es vor allem um die Erreichung der von der Zentralregierung für 2010 ausgegebenen Klimaschutzziele, also um die Reduzierung von CO²-Emmissionen. Drei weitere Provinzen sollen eine ähnliche Anordnung in den kommenden Tagen erhalten. Dies könnte sich dann natürlich auch auf den Nickel-Preis auswirken, da China der größte Nickel-Exporteur und -Verarbeiter weltweit ist.
Seite 1 von 3
Diesen Artikel teilen

0 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer