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Spekulationsblasen US-Ökonom Robert Shiller: Ein Buch, ein Crash - auch dieses Mal?

01.06.2015, 09:44  |  13459   |   |   

Es ist wieder soweit, der US-Ökonom Robert Shiller veröffentlicht eine Neuauflage seines Buches. Ein böses Omen für die Finanzmärkte, denn auf jede erschienene Auflage folgte ein Crash! Auch dieses Mal?

Robert Shiller ist auf Deutschland-Tournee. Im Gepäck hat er die neuste Ausgabe seines Bestsellers „Irrationaler Überschwang“ und jede Menge böser Vorahnungen. Der Wirtschaftsnobelpreisträger von 2013 warnt aktuell vor Übertreibungen an den Märkten. Die Gefahr von Spekulationsblasen sei größer denn je. Anders als früher spielten nämlich nicht nur die Aktienmärkte verrückt, auch der Markt für Anleihen und Immobilien treibe derzeit bedrohliche Blüten. Einen kleinen Vorgeschmack gab es bereits in den vergangen Wochen, als der „Schnitzel-Schock“ der Bundesanleihen den Anleihemarkt ins Chaos stürzte (wallstreet:online berichtete).

Gegenüber der „Welt“ sagte Shiller: „Obwohl die Preise schon stark gestiegen sind, steigen weiter Leute auf diesen Niveaus ein. Es finden sich immer neue Käufer.“ Besonders deutlich zeige sich diese Entwicklung in China, wo Aktien bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 375 gehandelt werden würden. Auch wallstreet:online machte schon auf die lauernde Gefahr auf den chinesischen Märkten aufmerksam (siehe hier). Dummerweise habe er damals nicht selbst gekauft, kommentiert Shiller die Tatsache, dass er selbst noch vor einem Jahr auf die bis dato billigen chinesischen Aktien hingewiesen habe. Inzwischen befindet sich die Bewertung vieler Wertpapiere in schwindelerregenden Höhen.

Der Anleihen-König Bill Gross kann derzeit ebenfalls ein Lied von verpassten Chancen singen (siehe: Bill Gross verpasst seine eigene Wette – „Ich habe kläglich versagt“).

Robert Shiller und die Crash-Magie seiner Bücher

Ein Ökonom, der vor Spekulationsblasen und neuen Börsencrashs warnt … das ist an für sich nichts Besonderes. Im Gegenteil, Crashproheten gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Aber Robert Shiller sei anders, betont die „Welt“. Er sei kein Crash-Prophet, der wahllos Warnungen in die Welt hinausschleudere und nach Publizität giere. Sein Argument? Sein Buch. Denn damit traf er bisher immer ins Schwarze.

Im Jahr 2000 veröffentlichte Shiller die erste Auflage seines Buches, in dem er vor Übertreibungen und Spekulationsblasen warnte. Und siehe da, kurze Zeit später platzte die Dotcom-Blase. Fünf Jahre später landete Shiller erneut einen Volltreffer. Das Buch kam, sah und es crashte. Auf die zweite Ausgabe 2005 folgte 2007 die amerikanische Immobilienblase, die sich zur größten Finanzkrise überhaupt ausweitete. Kleine Randnotiz: Shiller hatte die Neuauflage einer drohenden Immobilienblase gewidmet.

Sorgt eine „trügerische Strategie“ für den nächsten Crash?

Jetzt also das dritte Buch. Darin schreibt Shiller: „Man könnte meinen, die Menschen hätten ihre Lektion gelernt und würden sich nicht mehr auf expandierende Märkte stürzen, wie es so viele vor der Krise taten und dadurch die einsetzenden Blasen verschlimmerten. Doch die Indizien für Blasen häufen sich seit der Krise.“

Einen Grund dafür sieht der Ökonom in der veränderten Psychologie der Anleger. Während frühere Übertreibungen häufig vom Fortschrittsglauben befeuert wurden, handelten Anleger heutzutage aus Angst. „Die heutigen Anleger sind oft von der Angst getrieben, in der hochtechnisierten Gesellschaft nicht mehr mithalten zu können“, so Shiller in der „Welt“. Aus dieser Angst heraus versuchten sie am Aktienmarkt Gewinne zu erzielen um so ihren Wohlstand zu sichern – eine „trügerische Strategie“. Und möglicherweise eine, die den Nährboden für den nächsten großen Crash bereitet.

Shiller schreibt dazu: „Da Blasen im Prinzip subtile sozialpsychologische Phänomene sind, lassen sie sich gerade aufgrund ihres Charakter nur schwer kontrollieren. Die seit der Finanzkrise getroffenen regulatorischen Maßnahmen könnten zwar zukünftige Blasen abschwächen, doch ob diese Maßnahmen ausreichen, muss sich noch zeigen.“

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