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Interviews: Dan Sauer (Nordea): „Der neu aufgelegte Multi-Asset-Fonds schließt eine Lücke“
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Interviews Dan Sauer (Nordea): „Der neu aufgelegte Multi-Asset-Fonds schließt eine Lücke“

Nachrichtenquelle: Asset Standard
09.01.2017, 00:00  |  728   |   |   

Nordea hat im Dezember den Flexible Fixed Income Plus aufgelegt. Mit DAS INVESTMENT.com sprach Deutschland-Chef Dan Sauer über die Strategie.

Nordea Asset Management hat im Dezember einen neuen Fonds aufgelegt: Der Flexible Fixed Income Plus liegt in seiner Renditeerwartung genau zwischen dem rentenbetonten Flexible Fixed Income und dem mittlerweile geschlossenen Flaggschifffonds Nordea Stable Return. Im Interview mit mit DAS INVESTMENT.com erläutert Deutschland-Chef Dan Sauer die Strategie.

DAS INVESTMENT.com: Bei Nordea steht ein neuer Mischfonds am Start. Soll er die Lücke füllen, die durch das Softclosing des Nordea Stable Return im letzten Herbst möglicherweise entstanden ist?

Dan Sauer: Der Fonds wäre in jedem Fall aufgelegt worden. Er schließt von seinem Ertrags-Risiko-Profil her aber tatsächlich eine Lücke. Man kann ihn in einer Reihe sehen mit unseren zwei Multi-Asset-Fonds Flexible Fixed Income und dem Nordea Stable Return. Der Flexible Fixed Income hat eine Renditeerwartung von Geldmarkt plus 2 Prozent, der Stable Return von Geldmarkt plus 4 Prozent – jeweils jährlich über einen Zeitraum von drei Jahren betrachtet. Der jetzt aufgelegte Flexible Fixed Income Plus mit der ISIN LU0634509953 liegt mit Geldmarkt plus 3 Prozent genau in der Mitte.

Haben Sie keine Möglichkeit gesehen, die Bedürfnisse der Anleger auch durch die beiden anderen Fonds zu befriedigen?

Sauer: In der heutigen Zeit ist 1 Prozent Unterschied in der Renditeerwartung schon gigantisch. Wir haben gesehen: Für bestimmte Bedürfnisse hat der Nordea Stable Return zu viele Aktien und der Flexible Fixed Income ist in seiner Renditeerwartung zu niedrig. Richtig ist aber auch, dass der Bedarf bei Anlegern nach einem neuen Fondsprodukt durch das Soft Closing des Nordea Stable Return noch einmal stark angestiegen ist.

Wie unterscheidet sich die Aktienquote in den drei Fonds, die Sie hier vergleichen?

Sauer: Beim Flexible Fixed Income sind es 0 Prozent. Beim neu aufgelegten Flexible Fixed Income Plus sind es bis zu 15 Prozent. Der Nordea Stable Return darf eigentlich 75 Prozent Aktienanteil haben. In der Vergangenheit waren es jedoch immer zwischen 30 und 50 Prozent.

Rein organisatorisch: Das Management übernimmt einmal mehr das Multi-Asset-Team um Asbjørn Trolle-Hansen. Verantwortlicher Fondsmanager ist in diesem Fall Karsten Bierre. Neueinstellungen planen Sie nicht. Wird das Team mit der neuen zusätzlichen Aufgabe fertig?

Sauer: Das ist keine Mehrarbeit. Das Multi-Asset-Team hat die ganze Zeit über noch viel mehr Strategien gemanagt. In den zehn Jahren, in denen jetzt der Nordea Stable Return besteht, sind aus ihm heraus einige Bestandteile ausgekoppelt worden. Es kommt vor, dass Kunden ein bestimmter Aspekt gefällt und sie ihn isoliert kaufen möchten: Vielleicht hat ihnen die Aktienstrategie gut gefallen, aber sie würden die Asset Allokation oder das Risiko-Overlay gern selbst vornehmen. Deswegen bietet unser Multi-Asset-Team bestimmte Bausteine auch unabhängig an. Strategiebausteine wie etwa „Stabile Aktien“ oder „Long/Short-Aktien“ oder „Emerging-Markets-Aktien“. Die darunterliegenden Ertragstreiber sind also schon da. Sie werden in den drei Fonds nur unterschiedlich zusammengestellt.

Heißt das, dass es bei den drei Fonds, also beim Flexible Fixed Income, beim Nordea Stable Return und beim jetzt aufgelegten Flexible Fixed Income Plus, viele Überschneidungen im Portfolio auf der Aktien- oder der Anleihenseite gibt?

Sauer: Gerade auf der Aktienseite werden die Überschneidungen zwischen dem Nordea Stable Return und dem Flexible Fixed Income Plus eher gering ausfallen. Wir haben das Soft Closing des Nordea Stable ja gerade deshalb durchgeführt, weil wir Kapazitätsgrenzen im Bereich seiner Stabile-Aktien-Strategie gesehen haben. Im Flexible Fixed Income Plus steht daher nicht die Einzeltitelselektion und die Auswahl stabiler Aktien im Vordergrund. Wir wollen hier in erster Linie sehen, ob Aktien aktuell attraktivere erwartete Erträge liefern als zum Beispiel die Credit-Komponente. Ist dies der Fall, wird ein gewisser Aktienanteil beigemischt.

Also nicht Nordea Stable Return minus ein paar Aktien gleich Flexible Fixed Income Plus?

Sauer: Es ist zwar das gleiche Team mit demselben Ansatz, das die drei Fonds managt. Aber wenn man auf der einen Seite die Aktienquote reduziert oder vollständig streicht, muss die Waage wieder neu aufgebaut werden. Das Team sieht danach: Welche Ertragstreiber sind vorhanden und welches Risiko ergibt sich daraus? Wir unterscheiden auch im neuen Fonds zwischen konservativen und dynamischen Ertragstreibern. Sie kommen jeweils in verschiedenen Marktphasen zum Einsatz.

Strebt der neue Fonds eine bestimmte maximale Volatilität an?

Sauer: Die Volatilität ist sogar federführend. Der Flexible Fixed Income hat eine Erwartung von Geldmarkt plus 2 Prozent per annum über einen Zeitraum von drei Jahren. Die angestrebte Volatilität liegt zwischen 2 und 5 Prozent per annum. Beim neuen Flexible Fixed Income Plus liegt der erwartet Ertrag bei 3 Prozent pro Jahr und das Risiko zwischen 3 und 6 Prozent pro Jahr, ebenfalls über drei Jahre gesehen. Auch bei unserem neuen Fonds ist der Ausgangspunkt: Wir wollen und können nicht den Markt vorhersehen – ob jetzt Trump, Brexit oder der Marktverfall vom letzten Januar kommen. Der Fokus liegt stets auf der Risikokontrolle und hierfür unterscheiden wir zwischen konservativen und dynamischen Ertragstreibern. Die stellen wir so zueinander, dass sie bei ausgewogenem Risiko immer ein optimales Profil ergeben.

Haben Sie schon Vorstellungen über die maximale Kapazität Ihres neuen Fonds?

Sauer: Der Flexible Fixed Income Plus wurde ja erst am 16. Dezember 2016 aufgelegt und verwaltet jetzt 44 Millionen Euro. Von einer Kapazitätsgrenze sind wir also noch weit entfernt. Der Nordea Stable Return wurde bei rund 20 Milliarden Euro einem Soft Closing zum Schutz der Anleger unterzogen – das war vorsichtig gehandelt: Von einem Volumen, das den Ansatz gefährden würde, waren wir da noch entfernt. Der Flaschenhals beim Stable Return waren die Aktien. Der Rentenbereich ist viel liquider. Viel mehr Dinge sind über Derivate darstellbar. Durch den höheren Rentenanteil kann der Flexible Fixed Income Plus mehr Volumen verkraften.

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