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Marktkommentar: Morgan Harting (AB Europe): Weltordnung 2017 – diese fünf Trends bestimmen die Schwellenländer
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Marktkommentar Morgan Harting (AB Europe): Weltordnung 2017 – diese fünf Trends bestimmen die Schwellenländer

Nachrichtenquelle: Asset Standard
18.01.2017, 00:00  |  397   |   |   

Schwellenländerinvestoren haben genug Gründe um nervös zu sein. Doch das ist voreilig, so Morgan Harting: Einige Trends könnten das Spiel verändern.

Der zukünftige US-Präsident Donald Trump setzt auf Protektionismus, die Federal Reserve hebt die Zinsen – Schwellenländerinvestoren haben genug Gründe um nervös zu sein. Doch das ist voreilig. Denn: Nachhaltige Trends in den Emerging Markets mindern den Einfluss der USA und könnten einigen Ländern und Sektoren sogar zugutekommen.

Die protektionistische Agenda des zukünftigen US-Präsidenten Donald Trump hat Regierungen und Investoren in Schwellenländern gleichermaßen Sorge bereitet. Die Zeichen des auflebenden Populismus und der Abschottung lassen befürchten, dass die Globalisierung den Rückwärtsgang einlegt – zum Nachteil der Schwellenländer, die lange Zeit stark von der Globalisierung profitiert haben.

Doch man muss diese Risiken im Kontext sehen. Die sich verändernde geopolitische Ordnung könnte den Einfluss der USA auf die Entwicklungsländer mindern. Positive inländische Entwicklungen in den Ländern der Emerging Markets könnten den potenziellen Schaden begrenzen, der durch US-Protektionismus entstehen könnte. Und es gibt auch weiterhin Unternehmen in den Schwellenländern, die relativ immun gegenüber der Unsicherheit in den USA sind. Dort finden sich Chancen.

Diese fünf Themen sollten Schwellenländerinvestoren im Auge behalten:

Eine neue Weltordnung

Die geopolitischen Kraftverhältnisse verschieben sich zugunsten der Schwellenländer: China festigt zusehends seine Machtposition in Asien. Russland hat seinen Einfluss in der Ukraine, Ungarn, Bulgarien und mehreren ehemaligen Sowjetrepubliken wieder ausgeweitet, trotz westlicher Sanktionen.

Und auch internationale Organisationen und Institutionen stoßen an ihre Grenzen: Der Internationale Währungsfonds und die Weltbank sind nicht mehr die einzige Anlaufstelle für Schwellenländer, die eine Notfallfinanzierung benötigen. Die globalen Institutionen tun sich mit der Lösung regionaler Konflikte immer schwerer. Kurz gesagt sind die Schwellenländer weniger stark auf externe Hilfe angewiesen, um Wachstum zu generieren und Notfallmaßnahmen zu ergreifen.

Auf dem Weg zur wirtschaftlichen Unabhängigkeit

Die Schwellenländer befinden sich auch auf dem Weg zu größerer wirtschaftlicher Unabhängigkeit. Viele Länder verdanken ihr steigendes Wirtschaftswachstum nicht mehr den Industrieländern – vielmehr wird das Wachstum durch inländische Trends gestützt.
Russland und Brasilien etwa befinden sich im Übergang von Rezession zu Erholung. Ein besseres konjunkturelles Umfeld in vielen Ländern der Emerging Markets könnte unserer Ansicht nach die nachlassende Dynamik in China ausgleichen. Und die Realzinsen sind niedrig genug, um in vielen Schwellenländern stimulierend zu wirken. Auch die Außenbilanzen haben sich signifikant verbessert. Das hat die Abhängigkeit vieler Emerging Markets-Länder von ausländischem Kapital verringert und macht sie auf diese Weise auch weniger anfällig für steigende Zinsen in den Industrieländern.

Lateinamerika entdeckt die Haushaltsdisziplin

Auch auf die Anleihenmärkte wirken sich politische Reformen aus. So in Lateinamerika: In Ländern wie Argentinien und Brasilien gehen die Regierungen endlich gegen die Korruption vor. Nachdem Steuerverschwendung und Raffgier in den Jahren des Rohstoffbooms das Vertrauen der Investoren in die Wirtschaften und Regierungen untergraben hatten, nehmen neue Regierungen heute wirtschaftsfreundliche Reformen in Angriff. Da die Inflation in diesen Ländern wieder in die richtige Richtung tendiert, sind viele Anleihen in der Region mittlerweile wieder attraktiv – Negativbeispiele wie Venezuela sind da eher die Ausnahme.

Steigende US-Zinssätze sind nicht automatisch schlecht für Emerging Markets

Die US-Zinsen werden aufgrund des erstarkenden Wirtschaftswachstums in den USA wohl weiter steigen – und die Schwellenmärkte könnten hiervon sogar profitieren. Grund ist die lockere Finanzausgabenpolitik der neuen Regierung: Diese sollte der US-Wirtschaft helfen, begünstigt aber auch Schwellenländer und die Weltwirtschaft. Von 2004 bis 2006 zum Beispiel, als die US-Notenbank Federal Reserve die Zinsen von 1,0 Prozent auf 5,25 Prozent erhöhte, stiegen Aktien der Emerging Markets um mehr als 120 Prozent und weit über die Erträge von Aktien aus den entwickelten Märkten hinaus.

Nicht alle gleich betroffen

Nicht alle Länder, Sektoren oder Unternehmen werden gleichermaßen vom veränderten Markt- und Politikumfeld betroffen sein. Mexikos und Südkoreas exportorientierte Volkswirtschaften etwa könnten dem US-Protektionismus zum Opfer fallen. Gegenüber der ressourcenreichen Nation Russland wird eine Trump-Regierung wohl freundlich eingestellt sein. Russland würde außerdem von der Hoffnung auf größere Infrastrukturausgaben und Reflation profitieren.

Während eine schwache Schwellenland-Währung für Unternehmen mit erheblichen Schulden in US-Dollar schmerzhaft sein kann, kann eine Währungsschwäche Unternehmen mit Einnahmen in US-Dollar zugutekommen, da sich die Rentabilität in lokaler Währung verbessert.

Wo liegen die Chancen?

Nach Abwägung der Risiken können Anleger sich auf die Suche nach den Chancen machen. Aktieninvestoren etwa könnten auf stark wachsende Unternehmen setzen, die von nachhaltigen inländischen Trends profitieren. Einige der profitabelsten Technologieunternehmen weltweit finden sich heute in China, wo diese Firmen einen immer größeren Anteil an den Ausgaben der rasch wachsenden Mittelschicht abschöpfen.

Aktien mit niedrigen Bewertungen verdienen ebenfalls Aufmerksamkeit, nachdem sie jahrelang von den Anlegern vernachlässigt wurden. Dazu gehören heute russische Rohstoffunternehmen, die von niedrigen Herstellungskosten profitieren und gut für eine heimische und globale Erholung positioniert sind. Koreanische Finanzdienstleister erscheinen ebenfalls extrem günstig bewertet, zieht man die verbesserte Vermögensqualität und die steileren Zinskurven in Betracht.

In turbulenten Zeiten werden Schwellenländer von Investoren oft gemieden. Tatsächlich sind die langfristigen Aussichten unserer Meinung nach jedoch robuster, als von vielen erwartet. Durch eine selektive Auswahl von Unternehmen aus den Emerging Markets, die gegenüber möglichen Sturmböen aus Washington relativ unempfindlich sind, können Anleger diese Unsicherheit in eine Kaufgelegenheit verwandeln.

Laden Sie den Marktkommentar von Morgan Harting hier als PDF herunter.

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