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DAX-Chartanalyse: Runde 1.000er-Marken erfreuen die Bullen

DAX-Chartanalyse Runde 1.000er-Marken erfreuen die Bullen

Gastautor: Andreas Mueller
05.03.2017, 08:53  |  12543   |   |   

Die 21.000 im Dow Jones und die 12.000 im DAX sahen gut aus. Und auch der größte Börsengang des Jahres übertraf viele Erwartungen: Snapchat! Was noch geschah und wie die kommende Woche verlaufen könnte, zeigt diese Chartanalyse.

Der Titel der Vorwochenanalyse „Rekordlaune hält weiter an“ (zur Analyse ->) traf sinngemäß ins Schwarze. Die Märkte tendierten nach kurzem Verweilen zum Wochenstart dann weiter zu neuen Verlaufshochs, ja sogar teilweise Rekordhochs. Zumindest an der Wall Street – unser DAX benötigt noch rund 2,5 Prozent dafür.

 

Im Chartbild hatte ich dieses Szenario wie folgt beschrieben:

 

ZITAT: Somit gilt die lila eingefärbte Zone ebenfalls als Trigger, wenn der Kurs auf der Oberseite ausbricht und die 11.840 toppt. Im noch einmal tiefer gezoomten Chartbild wäre damit die Aufwärtstrendlinie bestätigt und das erste Kursziel 11.900 und darüber dann erneut die psychologisch wichtige Marke von 12.000 Punkten im Fokus der Marktteilnehmer.

 

Wie schon angedeutet, läuft der US-Markt wie auf Schienen von einem Rekordhoch zum nächsten. 12 Rekordhochs in Folge schaffte der Dow Jones im Februar (siehe historische Kurse ->) und Korrekturen waren nicht wirklich sichtbar. Dagegen holpert der DAX eher, wenn auch ebenfalls auf dem Weg nach Norden. Sein Allzeithoch aus dem Jahr 2015 liegt bei 12.390 Punkten und ist damit noch rund 2,5 Prozent entfernt. Dies als grobe Orientierung.

 

Aufarbeitung  der Vorwoche

 

Der Montag startete mit einem vermeintlichen Impuls und Ausbruchsversuch. Dieser scheiterte jedoch sehr knapp und brachte den DAX erneut der 11.800er-Marke nah. Im Chartbild sah man dies an der Berührung der Abwärtstrendlinie:

 

(zum Beitrag ->)

 

Die 11.800er-Marke sollte uns dann auch am Dienstag beschäftigen. Mein Daytrading-Setup sah einen Einstieg bei dieser Unterstützung vor. Eingezeichnet und veröffentlicht auf nextmarkets, vollzog ich es hier auch in der Community nach. Dabei ging ich von einer Unterstützung der Zwei-Tage-Tiefs aus und setzte meinen Stopp entsprechend 10 Punkte darunter. Doch zum Mittag gab es einen kurzen Abverkauf genau auf mein Stopp-Level. Wenig später konnte man ein erneutes Ansteigen des Marktes sehen und ich realisierte, am Tagestief ausgestoppt worden zu sein.

 

 

Warum vermerke ich dies? Weil ein Minus und auch eine Fehleinschätzung zum Trading ebenso dazu gehören. Davor kann sich niemand schützen, es ist als Teil des Prozesses zu akzeptieren. Wie man damit umgehen kann, vermerkte ich am Dienstag dann noch OFFEN hier 

 

Die Wall Street legte am Nachmittag ebenfalls eine Pause im Trend ein, welche zwischenzeitlich sogar sehr bedenklich wirkte. Denn im Stundenchart verzeichnete der Dow Jones fast einen Richtungswechsel. Markiert hatte ich dies durch das Verdeutlichen der Korrekturtiefs im bestehenden Trend (Schaubild aus ->):

 

Grund dafür war die anstehende erste Rede von US-Präsident Trump vor dem Kongress. Mit Spannung wurde diese in der Nacht zu Mittwoch erwartet und bremste damit die Marktbewegung deutlich aus.

 

Im Detail präsentierte Trump jedoch nichts wesentlich Neues, spielte die Phantasie über Konjunkturprogramme jedoch weiter. Dies nahm der DAX am Mittwoch gleich zum Anlass, nun doch seinen Ausbruch über die 11.840 zu vollziehen. Diesmal nachhaltiger als am Montag im ersten Versuch und mit beeindruckender Geschwindigkeit auf folgendes rundes Kursziel hin gerichtet:

(mehr dazu unter ->)

Einige Börsianer wunderten sich im Forum über die Geschwindigkeit des Anstiegs, denn neue Aussagen oder gar Pläne für die Finanzierung der Programme legte Trump nicht vor. Die Frage Warum steigt es eigentlich? versuchte ich daher an dieser Stelle ein wenig zu beantworten: http://www.wallstreet-online.de/diskussion/1247819-91-100/tages-tradin ...

 

Zeitgleich stieg der Dow Jones am Nachmittag ebenfalls über seine runde Marke: 21.000 Punkte. Ein neues Rekordhoch war somit erreicht, aber noch kein Ende der Bewegung. Denn auch die 21.100 wurde noch am gleichen Tag überschritten.

 

Im DAX fragten sich einige Marktteilnehmer natürlich nach so einem Anstieg am Donnerstag, ob und bis wohin eine Korrektur verlaufen könnte. Ich selbst war enttäuscht, dass die anvisierte Minimalkorrektur nicht erfolgte. Sie sollte aus Sicht der Charttechnik bis auf das Ausbruchsniveau und dem Februarhoch bei rund 12.030 Punkte gehen.

 

(siehe Beitrag ->)

Am Freitag war es dann soweit. Bereits zum Handelsstart war die 12.000 auf dem Kurszettel und ein kleines GAP stand zu Buche. Die anvisierte Konsolidierungszone wurde somit doch noch erreicht und sorgte dann wieder für Kaufinteresse (hier nachlesbar ->).

 

Ein gesundes Zeichen in dieser Zeiteinstellung, auch wenn einige Marktteilnehmer das Korrekturniveau noch einige hundert Punkte tiefer sehen. Doch dazu mehr im Ausblick.

 

Snapchat als Randnotiz

 

Darüber muss auch berichtet werden, denn es ist ein echter „Hingucker“. Ein starkes Börsendebüt legte Snapchat am Donnerstag aufs New Yorker Parkett. Nicht nur sinngemäß, denn noch einen Tag vor dem größten US-IPO seit Alibaba im Jahr 2014 wurde der Ausgabepreis nach oben angepasst. Mit Spannung erwarteten die Börsianer weltweit somit die erste Kursnotiz. Ich berichtete darüber HIER unter:

 

 

Sie übertraf mit mehr als 40 Prozent Aufschlag noch einmal alle Erwartungen! Was mich und sicherlich noch einige andere Börsianer allerdings erschreckte: Snapchat verdient kein Geld. Schlimmer noch: Die Verluste sind größer als der Umsatz. Dies musste ich einmal gesondert niederschreiben und thematisch „auslagern“ im BLOGBEITRAG ->

 

 

Ausblick auf die kommende Woche

 

Der in der Vorwoche gezeigte Aufwärtstrend konnte bestätigt werden und damit im Stundenchart des DAX auch weiter fortgeführt werden. Gelb markiert ist das letzte Korrekturtief damit zu sehen.

 

 

Der Ausbruch über 11.840 ist somit ein Ausbruch aus einer kurzfristigeren Konsolidierungszone, die ich nach einem Zoom in den Chart erneut lila markiere. Weiterhin noch das Verlaufshoch aus Januar 2017 bei knapp 11.900 Punkten. Denn diese beiden Bereiche sind Unterstützungslevels, wenn der Markt erneut schwächer notieren sollte.

 

 

Zusammen mit dem Aufwärtstrend ist diese erste Unterstützung bei 11.900 jedoch recht stabil und darunter die 11.800-11.840 noch einmal sehr signifikant. Um beides zu durchbrechen, müssten aus den USA sehr negative Signale auf die Märkte treffen. Da jedoch die Notenbanksitzung und auch die Schuldendiskussion im Kongress erst danach stattfinden, stehen die Alarmsignale höchstens auf gelb. Gelb auch, weil die Volatilitätsmesser VIX aus den USA und VDAX in Deutschland auf einem sehr geringem Niveau sind. Ein Umschwung geht immer mit starken Kursbewegungen einher.

 

Über dem Zweijahreshoch ist es wie eingangs geschildert nicht mehr weit zum Allzeithoch.

 

 

Triggern würde ich dieses Szenario etwa bei 12.080 Punkten und gehe dann von einer ebenso schnellen Bewegung wie am Dienstag aus, da bei diesem Szenario wohl erneut einige Short-Investoren ihre Positionen schließen müssen und dies die Bewegung immer noch einmal verstärkt. Positive weitere Quartalszahlen und ein niedriger Goldpreis könnten dafür unterstützende Faktoren sein.

 

 

Nachrichten macht aktuell die Deutsche Bank (dazu eine seit Jahren etablierte Diskussion auf wallstreet-online ->) mit einer möglichen Kapitalerhöhung. Daneben erwarten wir noch Quartalszahlen von Vonovia, Adidas, Merck und der Deutschen Post. Abseits der Einzelwerte steht am Donnerstag auch noch die EZB-Sitzung an, bei der jedoch keine Maßnahmen erwartet werden. Die ultralockere Geldpolitik kann somit weiterhin ein treibender Faktor am Kapitalmarkt bleiben.

 

Was innerhalb der einzelnen Handelstage geschieht und welche Trading-Chancen sich ergeben, lesen Sie wie immer in den Tages-Trading-Chancen.

 

Dieser hier veröffentlichte große Überblick ist jedoch nur hier im Nachrichtenbereich vermerkt. Wer diesen immer automatisiert zugesendet bekommen möchte, abonniert mich oder entsprechend auch andere Autoren bei Interesse wie schon 239 andere Leser.

 

Herzlichen Dank für Ihr Interesse und einen erfolgreichen Wochenstart,

Ihr Andreas Mueller (Bernecker1977)

Fonds begrüßt mögliche Kapitalerhöhung bei der Deutschen Bank

Diskussion: Deutsche Bank vor neuem All-Time-High


4 Kommentare

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Kommentare

Gute Frage mit der Deutschen Bank. Also ich sehe im Sonntagshandel von IG-Markets keine Auswirkungen auf die DAX-Indikationen, aber wird wohl dann auch erst morgen bewertet. Hast Du in die angegebene Diskussion zur Aktie geschaut? Da wird auf jeden Fall eine Menge los sein ;)

Wünsche Dir viel Erfolg und beste Grüße,
Bernecker1977
Zitat von joe_hillyardMoin,
Markteinschätzungen in nahezu geräuschloser Präzision.
Herzlichen Dank dafür.
Beste Grüsse.


Vielen Dank für das positive Feedback!
Ich gebe es zu bin mit rund 20k in OS call drin und war mir am Freitagmorgen total sicher, dass die 20 geknackt würde und sagte mir noch es sei denn es kommt irgendeine sch... Meldung. Musste dann weg und hatte keine Zeit mehr zu handeln. Als ich dann Samstagmorgen die nachbörslichen Kurse sah, wurde mir ziemlich schlecht. Ging wohl einigen so. Aber... was ist eigentlich passiert? Nichts steht fest. Mal sehen was DB heute oder morgen früh so erklärt.

Heute früh ab 5 nach einer mehr oder weniger schlaflosen Nacht habe ich fast alles was in den letzten 2 Tage gepostet oder geschrieben wurde gelesen. Nach meinen Bauch erwarten die meisten einen grundsätzlich nicht unwahrscheinlichen Crash am Montag besonders morgens so bis 16 tief.. Da ist was dran, es sei den DB bringt über heute was Positives. Short zu gehen ist jetzt wohl zu spät, also werde ich weitere Kohle einsetzen und geh mit Brutallimmits long.

Meine Überlegung nach 30 Jahren Börsenerfahrung: Wenn alle Tieftskurse erwarten passiert das Gegenteil. Crashs lösen in den ersten 2 Tagen heftige Verkaufswellen aus und erholen sich am dritten, an dem ein moderter Ausstieg idR möglich möglich ist. Außer in den ersten Strunden des zweiten Tags also Montag.

Die Chinesen wollen auf 10% aufstocken und sind wohl wie Katar bereit eine KE mitzumachen. Die haben Gründe. Also fangen die irgendwann allein wegen ihrer Bücher auf. Das DB über neue Strategien nachdenkt, wurde bisher immer von den sog. Analysten vermisst. Eine neue Strategie die positiv bewertet wird wäre das missing link bei DB, jedenfalls mittelfristig.

Bei Thema Postbank frage ich bei 600 MIO Gewinn, warum nicht an die Börse bringen. Für eine KE sehe ich im Ergbnis mittelfistig schwarz und glaube nicht, das sie die durchkriegen oder die eigentlich Verantwortlichen sie ernsthaft in Erwägung ziehen, bei der Reaktion am späten Freitag. So dumm können die nicht sein.

Und weiter.... was wollen wir eigentlich ? Volatibilität. Das ist hier absolut gegeben auch wenns manchmal weh tut. 3 Tage später kann alles wieder anders sein.

Meine Meinung und mein Bauch.

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