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Bankgebühren werden Normalität Gehst Du nicht Online, dann wird es teuer

03.04.2017, 12:54  |  2110   |   |   

In der Vergangenheit haben Banken und Sparkassen an den Kundenguthaben Geld verdient. Vermutlich wird die Zinssituation sich erst Ende 2018 ändern. Bis dahin müssen Kunden mit neuen Provisionen und Gebühren rechnen. Alternativ machen Sie alles Online.

Jüngst sorgte die Sparkasse für Schlagzeilen, denn Kunden müssen zukünftig in einigen Regionen bereits bei der ersten Abhebung 50 Cent pro Transaktion bezahlen, siehe hier. In der Vergangenheit warben Bankhäuser stets damit, dass bei den eigenen Filialen die Abhebung deutschlandweit kostenlos sei. Dies scheint nun Geschichte zu sein.

Andreas Dombret, Bankaufseher der Deutschen Bundesbank, konstatierte, dass die Zeit der Umsonstkultur vorbei sei und die Bankhäuser wieder Gebühren verlangen werden ("Welt"). Schuld an dieser Entwicklung sei die Zinsentwicklung, denn weil sie überall ähnlich niedrig sind, könne der Bankensektor nur dann rentabel wirtschaften, wenn Kosten gesenkt oder Provisionen und Gebühren erhöht werden. Ob bei wieder steigenden Zinsen die Gebühren abgeschafft werden, dazu merkte Dombret lediglich an, dass es eine Frage des Wettbewerbs sei.

Ohnehin scheint jede Information höchst spekulativ zu sein, wenn das Wort Zinsen fällt. Die Consorbank rechnet mit einer ersten Leitzinserhöhung frühestens Ende 2018, während andere Häuser sogar erst 2019 mit einer Zinserhöhung rechnen ("TV"). Somit bleibt den Banken einige Zeit, um kreative Einnahmequelle zu erschließen.

Arbeiten die Bankhäuser womöglich an einer bargeldlosen Gesellschaft? Für viele junge Menschen ist die Bezahlung im Supermarkt mit Plastikkarte bereits Normalität. Vermutlich werden von den Bankgebühren die älteren Menschen betroffen sein, denn sie benutzen vermehrt Bargeld und haben mit Online-Banking wenig Erfahrung. Dabei setzt die Sparkasse und andere klassische Bankhäuser auf die digitalen Medien. Die Online-Angebote werden immer vielfältig und damit diese auch möglichst von allen genutzt werden, können Gebühren auf klassische Dienstleistungen ein wirksamer Hebel sein. Je mehr Kunden ihre Bankgeschäfte Online erledigen, desto rentabler arbeitet ein Bankhaus und wer das Online-Angebot nicht nutzt, der muss Gebühren bezahlen - so könnte die aktuelle Strategie lauten. Bleibt nur die Frage: Was passiert, wenn alle Kunden Online-Banking nutzen? Womöglich werden dann auch dafür Gebühren erhoben.    

Vorerst wird das große Streben der Filialbanken weiter voranschreiten. Beim kostenlosen Serviceangebot der Rotstift angesetzt und Gebühren rund ums Girokonto geprüft werden.    

 

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