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5 Dinge, die uns das Management von Gilead mitteilen möchte

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
12.09.2017, 14:00  |  557   |   |   

Gilead Sciences (WKN:885823) sorgte vergangene Woche mit der Ankündigung der geplanten Übernahme von Kite Pharma (WKN:A116CA) für viel Aufsehen. Am Mittwoch setzten sich mehrere Führungskräfte des Unternehmens auf der Citi Biotech Conference zusammen, um Fragen zu beantworten.

Der COO von Gilead Sciences, Kevin Young, Chief Scientific Officer Norbert Bischofberger und CFO Robin Washington nahmen an dem sogenannten “Kamingespräch” teil. Hier sind fünf Fragen, die das Management von Gilead beantwortet hat.

1. Warum ein Unternehmen kaufen, das keine laufenden Einnahmen hat?

Es ist nicht überraschend, dass es bei der ersten Frage an das Management von Gilead um die Übernahme von Kite Pharma ging. Warum hat sich Gilead entschieden, ein Unternehmen ohne laufende Einnahmen zu kaufen, während die Umsätze und Gewinne von Gilead aufgrund der fallenden Verkäufe von Hepatitis-C-Viren (HCV) sinken?

Kevin Young antwortete, dass die Hauptaufgabe von Gilead darin bestünde, nach Innovationen zu suchen. Er beschrieb die Zelltherapie als die “neue Avantgarde, die neue Bewegung der hämatologischen Bösartigkeiten”. Young fügte hinzu, dass Kite Pharma “die beste Firma in der Zelltherapie” sei.

Damit räumte Young ein, dass Gilead “die Umsätze am Horizont sehen” wollte. Eine Entscheidung der FDA über das führende Zelltherapieprodukt, Axicabtagene ciloleucel (Axi-cel) von Kite wird im November erwartet. Als Gilead die Übernahme bekannt gab, prognostizierte das Unternehmen, dass diese nach Ablauf des dritten Jahres zu einem Gewinnwachstum führen solle. CFO Robin Washington bestätigte ebenfalls, dass der Kauf von Kite die Biotech-Einnahmen diversifizieren und gleichzeitig einen neuen innovativen Bereich hinzufügen würde.

2. Wird Axi-cel mit einem Pay-for-Performance-Modell arbeiten?

Novartis (WKN:904278) hat vor kurzem die FDA-Zulassung für das erste CAR-T-Zelltherapie-Produkt, Kymriah, zur Behandlung der akuten lymphoblastischen Leukämie (ALL) erhalten. Der große Medikamentenhersteller kündigte auch an, dass er für die Preisfestsetzung einen Pay-for-Performance- oder ergebnisorientierten Ansatz verwenden wird.

Bedeutet das, dass Gilead den gleichen Weg einschlägt? Kevin Young merkte an, dass Gilead genau beobachte, was Novartis mit Kymriah mache. Er sagte, dass Kite Pharma in Bezug auf Axi-cel “viel über die Preisgestaltung nachgedacht hat”, aber es wurden noch keine endgültigen Entscheidungen getroffen.

Obwohl Young erklärte, dass Axi-cel und Kymriah verschiedene Anwendungsbereiche für die ersten FDA-Zulassungen ins Visier nehmen, sieht es in der Realität so aus, dass der Preis von Novartis wahrscheinlich einen gewaltigen Druck auf Gilead ausüben wird, so dass Gilead auch ein Pay-for-Performance-Modell verwenden muss. Ist es möglich, dass ein Unternehmen leistungsabhängige Vergütungen nutzt und ein anderes nicht? Young sagte nur, wir werden sehen.

3. Wie beunruhigend ist die potentielle HIV-Konkurrenz?

Gilead ist seit langem führend in der Behandlung von HIV. Norbert Bischofberger, der Chief Scientific Officer des Unternehmens, wurde nach seinen Gedanken zu möglichen Konkurrenzprodukten wie Dublettentherapien von GlaxoSmithKline (WKN:940561) gefragt. Bischofberger wirkte nicht sehr besorgt.

Er gab an, dass die letzten Daten, die auf der International AIDS Society Conference in Paris von GlaxoSmithKline vorgestellt wurden, die Frage aufwarfen, ob die Strategie mit zwei Medikamenten des Unternehmens ausreichen würde. Kevin Young merkte an, dass Gilead mit Ärzten gesprochen habe – und sie wollen Triple-Combo-Therapien, um Resistenzen zu vermeiden und Patienten im hohen Alter am Leben zu erhalten.

Bischofberger fügte hinzu, dass die Studienergebnisse der Bictegravir/F/TAF-Combo bei wichtigen Meinungsbildnern “Resonanz” finde. Gilead ist optimistisch, was die FDA-Zulassung der HIV-Kombination bis Februar 2018 betrifft.

4. Wird es mehr Kürzungen bei der HCV-Medikamentenpreisen geben?

Ein anderer Rivale könnte die Situation noch einmal ändern. AbbVie (WKN:A1J84E) erhielt im August die FDA-Zulassung für Mavyret. Die schlechte Nachricht für Gilead ist, dass AbbVie sein neues HCV-Medikament mit einem steilen Rabatt im Vergleich zu den aktuellen Medikamenten auf dem Markt anbietet.

Kevin Young gab zu, dass Mavyret “unseren HCV-Medikamenten am nächsten kommt.” Er sagte auch, dass Gilead nicht von AbbVies Preisgestaltung überrascht war. Gleichzeitig merkte Young an, dass Gilead “sorgfältig” über den neuen Wettbewerb im Jahr 2018 nachdenken wird, und war “fest entschlossen sicherzustellen, dass unsere HCV-Medikamente immer zur Auswahl stehen werden”. Das hört sich so an, als wären die Preissenkungen für Epclusa und andere Gilead HCV-Medikamente auf dem Weg.

5. Wie sieht es mit weiteren Übernahmen aus?

Vielleicht das Wichtigste, was die Investoren von Gileads Managementteam auf der Citi Conference wissen wollten, war diese Aussage von Kevin Young: Die Übernahme von Kite Pharma “war nicht unbedingt eine einmalige Sache.” Young sagte, dass Gilead weiterhin mögliche Partnerschaften oder Übernahmen im Bereich Zelltherapie untersuche. Er sagte auch, dass, wenn “etwas Interessantes” auf dem breiteren onkologischen Horizont zu sehen wäre, werde Gilead auch eine Übernahme außerhalb der Zelltherapie tätigen.

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