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EZB "Wechselkurs ist eine Quelle der Unsicherheit"

Gastautor: Dr. Ulrich Kater
14.09.2017, 08:51  |  307   |   |   

Auf der Pressekonferenz zum EZB-Zinsentscheid am 7. September nannte Notenbankpräsident Mario Draghi den Euro-Wechselkurs eine Quelle der Unsicherheit, die genau beobachtet werden muss. Die Euro-Aufwertung in diesem Jahr führte nach Aussagen der EZB zu einer Abwärtsrevision der Inflationsprognose für 2018 und 2019 um jeweils 0,1 %. In die Prognosen geht nach Angaben der EZB ein konstanter EUR-USD-Wechselkurs von 1,18 ein.

 

Der Euro lag gegenüber dem US-Dollar zum Jahresstart noch bei 1,04 EUR-USD und kletterte bis Anfang September auf 1,20 EUR-USD. Er erreichte damit den höchsten Stand seit Januar 2015. Diese Entwicklung ging einher mit einer der größten Überraschungen an den Finanzmärkten und zwar den seit Anfang des Jahres rückläufigen US-Kapitalmarktzinsen ab einer Laufzeit bei US-Staatsanleihen von drei Jahren. Dabei gilt: je länger die Laufzeit, desto stärker der Zinsrückgang. Während bei dreijährigen US-Staatsanleihen die Rendite seit Anfang des Jahres nur um knapp 10 Basispunkte gefallen ist, sind die Renditen der zehnjährigen US-Staatsanleihen bereits um 40 Basispunkte zurückgegangen. Gleichzeitig sind die Renditen im Euro-Raum in den Laufzeiten drei bis dreißig Jahre leicht angestiegen, sodass sich der US-Zinsvorsprung verringert hat.

Der Zinsunterschied zwischen US- und deutschen Staatsanleihen hat sich je nach Laufzeit um 20 bis 60 Basispunkte verkleinert. Dadurch hat der Euro gegenüber dem US-Dollar Rückenwind bekommen. Für die zweite Jahreshälfte rechnen wir mit steigenden Zinsen in den USA und damit auch wieder mit Unterstützung für den US-Dollar.

  

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Dr. Ulrich Kater
Chefvolkswirt, DekaBank

Der promovierte Volkswirt war von 1995 bis 1999 im Stab der „fünf Wirtschaftsweisen“ für die Themen Geldpolitik und Kapitalmarkt verantwortlich. Seit 1999 hat er maßgeblich zum Aufbau der Volkswirtschaftlichen Abteilung der DekaBank beigetragen, ist seit 2004 Chefvolkswirt der DekaBank und übernahm 2006 den Vorsitz der Kommission Wirtschaft und Finanzen im Verband Öffentlicher Banken, den er bis heute innehat.

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