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Neujahrsansprache Merkels Neujahrsansprache ist eine Zumutung
Im Wortlaut - kommentiert von Rainer Zitelmann

Gastautor: Rainer Zitelmann
31.12.2017, 10:47  |  109762   |  18   |   

Viele Bürger werden Merkels Neujahransprache als Zumutung empfinden. So geht es auch Rainer Zitelmann. Wir dokumentieren die Ansprache im Wortlaut - mit den Kommentaren von Rainer Zitelmann.

Merkel: "Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, ich grüße Sie herzlich. Ich freue mich über die Gelegenheit, Ihnen auch an diesem Silvestertag einige Gedanken zu sagen, die mich an der Schwelle zum neuen Jahr bewegen. Aus zahlreichen Gesprächen und Begegnungen in diesem Jahr weiß ich, dass sich viele von Ihnen Sorgen über den Zusammenhalt in Deutschland machen."

Kommentar: Sorgen um den Zusammenhalt? Ist dies das zentrale Thema, um das sich die Bürger Sorgen machen? Zeigen nicht alle Umfragen, dass sich die Bürger vor allem um eines Sorgen machen, nämlich um die Folgen der unverantwortlichen Grenzöffnung durch Merkel? Und: Was ist mit dem Begriff "Zusammenhalt", den Merkel in ihrer Ansprache gleich drei Mal bemüht, überhaupt gemeint? "Zusammenhalt" ist das Lieblingswort der SPD. Für sie es ist es Synonym für "Solidarität", was bei Sozialdemokraten aber nichts anderes heißt, als die Menschen gleich zu machen. "Zusammenhalt" steht für Einheits-Zwangsversicherung, Steuererhöhung für "Besserverdiener", Gleichmacherei. Merkel hielt sich mal wieder für besonders schlau, den wichtigsten Begriff der SPD zu klauen. Wahrscheinlich soll "Zusammenhalt" die Überschrift für die GroKo werden. Vergessen hat Merkel dabei, dass die SPD mit diesen "Zusammenhalt"-Parolen gerade mal 20,5 Prozent bei den Wahlen geholt hat.

Merkel: "Schon lange gab es darüber nicht mehr so unterschiedliche Meinungen. Manche sprechen gar von einem Riss, der durch unsere Gesellschaft geht. Die einen sagen: Deutschland ist ein wunderbares Land, in dem die Werte unseres Grundgesetzes gelebt werden. Ein Land, das stark und wirtschaftlich erfolgreich ist. In dem noch nie so viele Menschen Arbeit hatten wie heute. Ein Land mit einer weltoffenen und vielfältigen Gesellschaft, mit einem starken Zusammenhalt, in dem sich tagtäglich Millionen Menschen ehrenamtlich für andere engagieren, zum Beispiel im Sport, für Kranke und Schwache oder auch in der Flüchtlingshilfe. Die anderen sagen: Es gibt zu viele Menschen, die an diesem Erfolg nicht teilhaben. Die nicht mit dem Tempo unserer Zeit mitkommen."

Kommentar: Die Menschen, die Merkels Deutung der Wirklichkeit und ihre Politik nicht teilen, werden hier lächerlich gemacht. Auch übernimmt sie, ohne den Begriff zu verwenden, die linke Deutung von den "Modernisierungsverlierern". Danach sind Andersdenkende, die z.B. die Grenzöffnung, die Eurorettung, die Energiewende oder die "Ehe für alle" kritisieren, Hinterwäldler und "Abgehängte", die zu kurz gekommen sind und "die mit dem Tempo unserer Zeit nicht mitkommen". Also eigentlich alles arme Schlucker, die nicht auf der Höhe der Zeit sind.

Merkel: "Die sehen, dass es ihre Kinder in die Großstädte zieht und sie allein bleiben, in Gebieten, in denen vom Einkauf bis zum Arztbesuch der Alltag immer schwieriger wird. Die sich sorgen, dass es zu viel Kriminalität und Gewalt gibt. Die sich fragen, wie wir die Zuwanderung in unser Land ordnen und steuern können. Beides sind Realitäten in unserem Land: der Erfolg und die Zuversicht, aber auch die Ängste und die Zweifel."

Kommentar: Das laut allen Umfragen beherrschende Thema der Kritik an Merkel, nämlich die Kritik an der rechtswidrigen Grenzöffnung, wird hier bagatellisiert. Euphemistisch wird die scharfe Kritik mit der "Frage" umschrieben, "wie wir die Zuwanderung in unser Land ordnen und steuern können". Die Kritiker der Flüchtlingspolitik sind arme Geschöpfe mit "Ängsten und Zweifeln". Wirklich, Frau Merkel? Ich denke, viele Menschen haben keinerlei "Zweifel" und "Fragen", sondern sie lehnen ganz einfach Ihre Politik strikt ab. Und es ist lächerlich, dieses Problem auf eine Stufe zu stellen mit der Tatsache, dass durch die Urbanisierung in manchen Dörfern das Einkaufen schwieriger wird.

Merkel: "Für mich ist beides Ansporn. Denn Sie, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, haben uns Politikern den Auftrag gegeben, uns um die Herausforderungen der Zukunft zu kümmern und dabei die Bedürfnisse aller Bürgerinnen und Bürger im Auge zu haben. Diesem Auftrag fühle ich mich verpflichtet - auch und gerade bei der Arbeit daran, für Deutschland im neuen Jahr zügig eine stabile Regierung zu bilden."

Kommentar: In dieser Passage scheint Merkels Politikverständnis durch: Sie macht ihr Ding. Und Leitschnur sind nicht die Interessen der Bürger, sondern sie verspricht großzügig, "die Bedürfnisse aller Bürgerinnen und Bürger im Auge zu haben", also nicht vollkommen zu vergessen.

Merkel: "Denn die Welt wartet nicht auf uns. Wir müssen jetzt die Voraussetzungen dafür schaffen, dass es Deutschland auch in 10, 15 Jahren gut geht."

Kommentar: Merkel gibt sich als Visionärin, die zwar nebenbei auch die Bedürfnisse der Bürger "im Auge hat", aber sich um Wichtigeres kümmert, nämlich darum, dass es Deutschland in 10, 15 Jahren gut geht. Tatsächlich werden wir noch in 10 bis 15 Jahren mit den verhängnisvollen Langfristfolgen der Politik Merkels zu kämpfen haben: Allein die grüne Energiewende - ein Vorhaben, das mit gutem Grund in keinem anderen Land der Welt so durchgeführt wird - wird Deutschland laut Berechnungen in den kommenden 10 Jahren mindestens 370 Milliarden Euro kosten. Die Kosten der Zuwanderung sind nur schwer kalkulierbar. Finanzwissenschaftler Bernd Raffelhu?schen scha?tzt, dass jeder Flu?chtling den Staat in seiner Lebenszeit per saldo 450.000 Euro kostet. Der Freiburger Professor schätzt die Gesamtkosten auf 900 Milliarden Euro. Hans-Werner Sinn, der fru?here Pra?sident des Ifo-Instituts, ha?lt selbst diese Summe fu?r zu gering, da Raffelhu?schen davon ausgehe, dass die Flu?chtlinge bereits nach sechs Jahren einen vernu?nftig bezahlten Job ha?tten. Sinn sieht hingegen viele neue Langzeitarbeitslose und geht insgesamt von u?ber einer Billion Euro Kosten aus. Selbst die den Gru?nen nahestehende Heinrich-Bo?ll-Stiftung rechnet mit Kosten von 400 Milliarden Euro, sollte die rasche Integration der Flu?chtlinge in den Arbeitsmarkt nicht gelingen. Die bisherigen Erfahrungen: Vorerst sind nur 13 Prozent erwerbsta?tig. Noch völlig unkalkulierbar sind die Kosten der sogenannten Euro-Rettung. Die wahren finanziellen Kosten werden kaschiert, weil so getan wird, als ob Griechenland all die Kredite wieder zurückzahlen würde. Selbst die EZB bezifferte die Kosten für Deutschland in einer offiziellen Antwort auf eine Frage des Bundesverfassungsgerichtes auf bis zu 95 Mrd. Euro. Laut dem Ökonom Hans-Werner Sinn steht in Wahrheit ein Vielfaches dieser Summe auf dem Spiel. Da wirkt es wie ein Hohn, wenn Merkel sagt: "Wir müssen jetzt die Voraussetzungen dafür schaffen, dass es Deutschland auch in 10, 15 Jahren gut geht."

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Kommentare

Sehr geehrter Herr Zitelmann,

Ihr journalistischer Kommentar ist ein Lichtblick unter dem merkelanischen Mainstream Journalismus von Focus, Die Welt, Spiegel, sämtlicher Berliner Tageszeitungen, den Öffentlichrechtlichen, sowie der grün-neosozialistischen Verkündungen der Kirchenoberhäupter etc..
Vielen Dank !!! Offensichtlich besteht - wie vor ca. 100 Jahren - nur eine kleine intellektuelle Minderheit, die den Wahnsinn erkennt.

Danke nochmals.

Mit freundlichen Grüßen
Jochen Flörchinger
Meines Erachtens ist Frau Merkel nur noch im Amt aufgrund der Zinssituation und Wirtschaftsleistung der deutschen Unternehmer und Angestellten.

Wegen des billigen Geldes funktionieren die Haushalte ohne größere Verschuldungen und Herr Schäuble schafft es gar ein (sehr) geringes Plus zu erwirtschaften. Ich habe die Zahl von 16 Mrd. in Erinnerung.

Das macht sich oberflächlich vielleicht für viele erstmal positiv aus und beruhigt die Nerven.

Der deutschen Wirtschaft geht es z.Zt. hervorragend und dies nicht nur aufgrund der niedrigen Zinsen und Gelddruckerei der EZB. Auch das beruhigt die meisten. Viele Konservative wissen allerdings aus Erfahrung, dass Geld nicht am Baum wächst und dass man geliehenes Geld zurückbezahlen muss. Sozialistische Konstrukte wie den Nord-Süd-Transfer, etc. schließe ich davon aus. Da würde jeder Chef den Kopf schütteln einen unlukrativen Bereich dauerhaft zu subventionieren. Und, by the way, aus psychologischer Sicht ein komplett kontraproduktives Signal um Leistung zu generieren.

Ich behaupte Deutschland hat derzeit politisch absolut kein stabiles Fundament und bildet das Schlusslicht in Europa. Die konservativen Parteien in Österreich, Niederlanden, Frankreich, von den Visegradstaaten ganz abgesehen, sind dort wesentlich stärker vertreten. Die CDU steht heute für linke Themen wie Energiewende, Ehe für alle, ach wir kennen das ja alles...ich spare mir die Auflistung.

Aber, "Also lautet der Beschluss, dass der Mensch was Lernen muss..." und "wer nicht hören will, muss fühlen"
Nicht nur die Neujahresansprache von Frau Merkel, sondern die gegenwärtige Politik ist für das deutsche Volk eine Zumutung. Hoffen wir auf bessere Zeiten! In diesem Sinne allen ein frohes und besseres 2018!
Ehe für alle, wie Du sie meinst, gab es in D schon viel eher! Ehe wurde gleichgesetzt mit der Erlaubnis, Kinder zu kriegen! Daher war es verpflichtend, einen entsprechenden Einkommensnachweis vorzulegen. Da umfangreiche Bürokratie nicht exisiterte war der Einkommensnachweis gleichbedeutend mit Besitznachweis. Wer eine Immobilie sein eigen nannte, konnte heiraten. Das waren durchaus nützliche Gebräuche, da sie eben ganau das verhinderte, was wir heutzutage mit den Slums erleben. Das Bevölkerungswachstum war reguliert und nur die Lebhaftesten durften sich vermehren. Erst mit dem Aufkommen der neuen Welt, so ab 1850 wurden diese Regeln gelockert, da der Überschuss an Bevölkerung immer mehr in die USA abwandert und zudem neue landwirtschaftliche Methoden die Ernährung sicherstellten. Die Kindersterblichkeit ging massiv zurück. Trotzdem gab es so ab 1850 viele ehelose Menschen, die oft auf den elterlichen Höfen ein Wohnrecht hatten und dort gegen Kost und Logis mithalfen. Auch kam in dieser Zeit, aber vor allem erst gegen Ende des 19 Jh. der Eintritt in ein Kloster in Mode. Die Älteren hier wissen sicherlich von Nonnen oder Padres in ihrer Verwandtschaft. Auch die vielgefürchtete Tante aus den alten Filmen ist sprichwörtlich.
Und btw. wenn man die Anstrengungen in China betrachtet in Bezug auf die Geburtenkontrolle, muß ich sagen, unser System in Europa war sicherlich nicht das schlechteste! Und in Anbetracht der Vermehrungsraten in bestimmten Religionsgruppen und geographischen Regionen sollten wir uns schleunigst bemühen, diese unter Kontrolle zu bekommen! Mit aller Gewalt! Wenn wir das nicht stoppen, werden wir eine Auseinandersetzung erleben, da waren die letzten bei WKs laue Lüftchen!
Und weil wir schon in der Vergangenheit waren:
Meine Vorfahren haben sich ca 1680 einen Bauernhof gekauft, einen freien, selbsteigenen! Der war von den Schweden in Schutt und Asche gelegt, wie übrigens alle Gehöfte und Städte im Umkreis von vielen Kilometern. In der Zeit ab 1630 bis ca 1700 wechselten hier in der Gegend jedes Gehöft mind. einmal, meist sogar mehrere Male den Besitzer. Totschlag, Pest, Colera und Brandschatzung war an der Tagesordnung. Die Zeiten waren schlecht und der Aufbau mühsam. Mein Großvater erlebte noch den Abriss des damaligen Ersten Wohnhausbau in den Jahren des Kaufs. Unsere Familie hat es geschafft die "Sach" beieinanderzuhalten. Viel andere, ebensolch große Höfe mussten sich im Laufe der Zeit teilen auf mehrere Kinder, da es die Besitzer nicht schafften ihre Kinder entsprechend zu verheiraten. Denn es herrschte damals Gleichberechtigung, sowohl Frau als auch Mann mussten entsprechend (gleichwertig) mit Mitgift durch die Eltern ausgestattet werden. Und diese Mitgift ging erst dann im gemeinsamen Besitz auf, wenn lebende Kinder geboren waren oder ein Teil starb, was auch oft genug vorkam, vor allem Männer!
All die Mühen eben nur wegen der Nachwehen, der intensiven Zerstörung, die alles an Resourcen band, um das Überleben zu sichern. Die Höfe vorm 30ig.jährigen Krieg waren im Mittel größer als heute. So gesehen leiden wir in Deutschland heutzutage immer noch nach den Spätfolgen dieses Krieges. Und dieser Krieg war ein Krieg von Fanatikern, Katholen gegen die Evangelen! Dazwischen die Pestepidemien und zusätzlich noch die Hexenverfolgung. Wir haben mind. 5 Generationen an Zeit verloren mit solch wahnwitzigen Ideen und nun schickt sich wieder eine Hasadeurin samt politischen Anhang quer durch das bunte Parteienspektrum an, diesmal ganz Europa in Schutt und Asche zu legen mit ihren wahnwitzigen Ideen!
Aber diesesmal viel diffiziler, nicht mit roher Gewalt sondern mit Ideologien, zumindest am Anfang! Diese nächste Große Auseinandersetzung wird innerhalb der Gesellschaft stattfinden, ohne Grenzen!!


Aus Brecht: Das Leben des Galilei
Andrea: "Unglücklich das Land, das keine Helden hat."
Galilei: "Unglücklich das Land, das Helden nötig hat."


Ich bin auf der Seite Galileis, wir werden wieder Helden nötig haben!

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