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Aktien Frankfurt: Steigende Zinsen machen Aktien weniger attraktiv
Foto: Boris Roessler - dpa

Aktien Frankfurt Steigende Zinsen machen Aktien weniger attraktiv

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
29.01.2018, 12:16  |  908   |   |   

FRANKFURT (dpa-AFX) - Angesichts steigender Zinsen haben sich die Anleger am Montag von Aktien getrennt. Denn Aktien büßen im Vergleich zu Anleihen an Attraktivität ein. Nachdem der deutsche Leitindex Dax anfangs an seine moderate Erholung vom Freitag anknüpfen konnte, drehte er ins Minus. Gegen Mittag stand er 0,22 Prozent tiefer bei 13 310,16 Punkten.

Die Rendite fünfjähriger Bundesanleihen drehte erstmals seit Ende 2015 wieder ins Plus. Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen stieg mit 2,71 Prozent auf den höchsten Stand seit fast vier Jahren. "Die Zurückhaltung bei Aktien ist spürbar angesichts der Verluste am Anleihemarkt", schrieb Neil Wilson von ETX Capital. Noch am Dienstag hatte der Dax bei 13 596 Punkten ein Rekordhoch markiert, anschließend aber zwei Tage in Folge klar nachgegeben.

Der MDax , in dem sich die Aktien der mittelgroßen deutschen Unternehmen versammeln, verlor am Montag 0,11 Prozent auf 26 995,66 Punkte. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es indes um 0,25 Prozent auf 2672,47 Zähler hoch. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,17 Prozent.

In den USA hatten die wichtigsten Aktienindizes am Freitag mit deutlichen Gewinnen ihren Rekordlauf fortgesetzt. Zu Wochenbeginn könnten aber auch sie ein wenig zurückfallen. Der Euro stand am Montag leicht unter Druck: Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung 1,2410 US-Dollar, nachdem sie jüngst kurzzeitig 1,25 Dollar überwunden hatte. Ein steigender Eurokurs macht deutschen Exportunternehmen tendenziell das Leben schwer, da er ihre Produkte für Käufer außerhalb des Währungsraums verteuert.

Bei den Einzelwerten sorgten vor allem Analystenkommentare für Kursausschläge. Dax-Spitzenreiter waren die Vorzugsaktien von Volkswagen , die um 1,03 Prozent auf 183,78 Euro anzogen. Analyst Fraser Hill von der US-Investmentbank Merrill Lynch sieht angesichts der starken Marken des Autobauers und der möglichen Börsengänge von Unternehmensteilen noch ordentlich Luft nach oben und rät nun zum Kauf.

Bei Siemens reichte es für ein Plus von 0,55 Prozent. Die Medizintechnik-Sparte des Industriekonzerns solle unter den Namen Siemens Healthineers vor Ostern den Sprung aufs Parkett wagen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen.

Ebenfalls vor Ostern plane die Deutsche Bank die Erstnotiz ihrer Vermögensverwaltung, schrieb die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" (FAS). Erwartet wird, dass sie ein Viertel ihrer Anteile an die Börse bringt. Die Aktien des größten deutschen Geldhauses verloren dennoch moderat.

Commerzbank-Titel gehörten mit minus 1,01 Prozent zu den größten Verlierern, nachdem die UBS eine Verkaufsempfehlung ausgesprochen hatte. Analyst Daniele Brupbacher sieht den Nutzen steigender Zinsen sowie die Fortschritte auf der Ertrags- und Kostenseite bereits eingepreist.

Im MDax gehörte der Chemiekonzern Wacker Chemie mit minus 1,49 Prozent zu den Verlierern. Nach der starken Erholung der vergangenen Monate könnte der Polysilizium-Preis vorerst einen Höhepunkt erreichen, begründete Martin Jungfleisch vom Investmenthaus Kepler Cheuvreux seine Abstufung der Aktie.

Im Technologiewerte-Index gewannen Aktien des Halbleiterunternehmen Dialog Semiconductor 2,00 Prozent. Damit setzten die Aktien ihren jüngsten Versuch einer Bodenbildung fort.

Dagegen verloren Freenet-Papiere am Indexende 2,43 Prozent. Analyst Wolfgang Specht vom Bankhaus Lampe sprach von Wachstumsrisiken und rät deshalb bei den Aktien des Mobilfunkkonzerns nun zum Verkauf.

Im Nebenwerte-Index SDax sackten die Aktien von Schlusslicht Borussia Dortmund (BVB) um 1,15 Prozent ab. Deutschlands einziger börsennotierter Fußballverein hatte am Wochenende im Heimspiel gegen Freiburg nur ein Unentschieden geschafft und belegt aktuell Platz 6 in der Bundesliga-Tabelle./gl/bek/das

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

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Kommentare

Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen stieg mit 2,71 Prozent auf den höchsten Stand seit fast vier Jahren.

In den USA hatten die wichtigsten Aktienindizes am Freitag mit deutlichen Gewinnen ihren Rekordlauf fortgesetzt.

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In den USA steigen Renditen zehnjähriger Bundesanleihen auf 2,71 %, gleichzeitig steigen die Aktien-Kurse,
und in Deutschland sollen sich Anleger von Aktien wegen steigender Zinsen trennen.
Welchen Sinn ergibt das denn?

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